Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Olim

Grammatik Substantiv · Genitiv Singular: Olims · wird nur im Singular verwendet (ohne erkennbares Genus)
Aussprache  [ˈoːlɪm]
Herkunft aus olimlat ‘einst’

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [scherzhaft] ⟨seit Olims Zeiten⟩
  2. 2. ⟨zu Olims Zeiten⟩
eWDG und ZDL

Bedeutungen

1.
scherzhaft
Phrasem:
seit Olims Zeiten (= seit undenklichen Zeiten, schon immer)
Beispiele:
das liegt schon seit Olims Zeiten hier
Diese Entindividualisierung von Plänen und Vorgängen ist in Politik und Wirtschaft seit Olims Zeiten verbreitet. [Süddeutsche Zeitung, 20.11.2020]ZDL
Aber ich hab’s vergessen – nur die Namen der Klexe kenne ich sämtlich – die kenne ich ja schon seit Olims Zeiten. [Scheerbart, Paul: Immer mutig! In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka. Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1902], S. 144653]ZDL
2.
Phrasem:
zu Olims Zeiten (= vor langer Zeit)
Beispiele:
das war bereits zu Olims Zeiten so
Delos, zu Olims Zeiten blühendes Handelszentrum der Ägäis, als Athen städtisch noch einem Fötus glich, und nicht nur mythische Geburtsstätte von Apoll und Artemis, ist unbewohnt – leer und verwüstet durch den pontischen König Mithridates VI. im Aufstand gegen Rom 88 v. Chr., getötet oder vertrieben die 30.000 Einwohner. [Welt am Sonntag, 22.09.2013]ZDL
Damit sie aber auf dem Glatteis einen kleinen Halt haben, schneidern sie ihre persönliche Meinung nach dem Muster der persönlichen Meinung eines anderen, der hat wieder an einem Dritten Maß genommen, und so geht das zurück bis zu Olims Zeiten. [Lehmann, Arthur-Heinz: Mensch, sei positiv dagegen! Dresden: Heyne 1939]ZDL

letzte Änderung:

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Zitationshilfe
„Olim“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Olim>.

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