Opposition, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Opposition · Nominativ Plural: Oppositionen
Aussprache
WorttrennungOp-po-si-ti-on (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Opposition‹ als Erstglied: ↗Oppositionsarbeit · ↗Oppositionsbewegung · ↗Oppositionsbündnis · ↗Oppositionsführer · ↗Oppositionsführerin · ↗Oppositionsgeist · ↗Oppositionskritik · ↗Oppositionslager · ↗Oppositionsparade · ↗Oppositionspartei · ↗Oppositionspolitik · ↗Oppositionspolitiker · ↗Oppositionsrolle · ↗Oppositionszeitung · ↗oppositionell
 ·  mit ›Opposition‹ als Letztglied: ↗Linksopposition · ↗Scheinopposition
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Widerspruch, Widerstand, gegensätzliche Meinung
Beispiele:
jmd. zeigt (heftige) Opposition gegen etw.
etw. aus Opposition tun
es gab hierbei keine Opposition
etw., jmd. stößt auf Opposition
seine Opposition aufgeben
aufkommende Opposition ersticken
umgangssprachlich Opposition machen (= widersprechen)
unter der Militärdiktatur wurde jede Opposition (= Widerstand gegen das Regime) ausgeschaltet, niedergedrückt
2.
politische Gruppen oder Parteien, die Widerstand gegen die Regierung, gegen die herrschende Partei leisten
Beispiele:
es gab eine starke Opposition im Lande
die außerparlamentarische Opposition
Politik die nicht an der Regierung beteiligten Parteien im Parlament
Beispiele:
diese Partei bildet zur Zeit die Opposition
er gehört der Opposition an
ein Mitglied der Opposition
die Opposition kritisierte, lehnte den Antrag der Regierungspartei ab
(es kamen) Zwischenrufe von den Bänken der Opposition
3.
Astronomie entgegengesetzte Konstellation
Beispiel:
die Opposition des Jupiters zur Sonne
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

opponieren · Opponent · Opposition · oppositionell
opponieren Vb. ‘Einwendungen machen, sich widersetzen, widerstreben’, entlehnt (15. Jh.) zunächst als Fachwort der Schulsprache ‘eine gegensätzliche Meinung vertreten’ (bei Abschlußprüfungen, später Doktorpromotionen) aus lat. oppōnere ‘(zum Schutz, zur Abwehr) entgegenstellen, gegenüberstellen, mit Worten entgegenhalten, entgegensetzen’; vgl. lat. pōnere ‘setzen, stellen, legen’. Opponent m. ‘Gegner im Redestreit, Widersacher’ (17. Jh.), lat. oppōnēns (Genitiv oppōnentis), Part. Präs. zu lat. oppōnere. Opposition f. ‘Gegensatz, Widerspruch, Gegnerschaft’ (16. Jh.), aus spätlat. oppositio (Genitiv oppositiōnis) ‘das Entgegensetzen’, danach (unter dem Einfluß von engl. frz. opposition) ‘die Politik der Regierung bzw. der Regierungspartei ablehnende Parteien oder Gruppen’, zunächst (Ende 18. Jh.) in Beschreibungen auf englische, dann (19. Jh.) auch auf deutsche parlamentarische Verhältnisse bezogen. oppositionell Adj. ‘zum Widerspruch neigend, gegensätzlich, gegnerisch, auf seiten der Opposition stehend’ (19. Jh.), nach gleichbed. engl. oppositional.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gegenseite · Opposition
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Ablehnung · ↗Frontstellung · ↗Gegnerschaft · Opposition
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abgeordnete Anhänger Bundestag Forderung Führer Gewerkschaft Koalition Kritik Landtag Regierung Regierungspartei Stimme Vertreter Vorwurf Widerstand aufrufen außerparlamentarisch bürgerlich demokratisch einigen fordern irakisch konservativ kritisieren link parlamentarisch serbisch sozialdemokratisch syrisch vorwerfen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Opposition‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bei Bildung einer großen Koalition wird die Opposition so klein sein wie seit mehr als 40 Jahren nicht mehr.
Die Zeit, 27.11.2013 (online)
Die Taktik der Opposition läuft darauf hinaus, gesamtdeutsche Wahlen so lange wie möglich hinauszuzögern.
Küsters, Hans Jürgen: Entscheidung für die deutsche Einheit. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1998], S. 349
Es war aber gerade die ungarische Opposition, die der Öffentlichkeit die Abrechnung mit den Lügen über die Ereignisse von 1956 aufgedrängt hat.
Der Spiegel, 24.07.1989
Die kuriale Opposition begann abzubröckeln, sie gab sich aber noch nicht geschlagen.
o. A.: Die Weltkirche im 20. Jahrhundert. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1979], S. 6741
Ihm waren freilich die Akten, zumal über die Zeit seiner Opposition, noch verschlossen.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1930, S. 198
Zitationshilfe
„Opposition“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Opposition>, abgerufen am 20.10.2019.

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