Orangerie, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Orangerie · Nominativ Plural: Orangerien
Aussprache
WorttrennungOran-ge-rie (computergeneriert)
HerkunftPersisch → Französisch
eWDG, 1974

Bedeutung

historisch Gewächshaus für südliche Pflanzen, besonders Orangenbäume; Bauwerk im Park der Barockzeit
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Orange · orange · Orangerie
Orange f. (vorwiegend südd., auch md.) ‘Apfelsine’. Zunächst bezeugt sind nordd. Formen wie oranyge appele (Anfang 15. Jh.), Oranienapffel (17. Jh.) als Entlehnungen aus mnl. appel van arancen, aryangen, aranie(n)appel, nl. oranje(appel). Dies beruht wie md. südd. Orangenapfel (17. Jh.), Orange (um 1700) auf mfrz. frz. orange, afrz. pome d’orange, das, wohl über aprov. arange, auranja, auf ital. arancio, arancia, altobital. naranza (mlat. arangia, arancia, arancium) zurückgeht. Ebenfalls aus dem Ital. entlehnt ist das im Dt. früh bezeugte mhd. arans ‘Apfelsinenbaum’, aranser Plur. ‘Apfelsinen’ (14. Jh.), frühnhd. Arancien Plur. (16. Jh.). Auszugehen ist von auf pers. nāranǧ beruhendem arab. nāranǧ(a) ‘Apfelsine’. Wahrscheinlich werden Apfelsinen seit dem 11. Jh. in Sizilien angebaut, und zwar zunächst eine aus dem Orient stammende rotgoldene, bitter schmeckende Sorte. Sie wird im 16. Jh. von einer aus China stammenden, von den Portugiesen eingeführten süßen Sorte ersetzt, auf die der alte Name übergeht. orange Adj. ‘orangefarben’ (1. Hälfte 17. Jh.), wohl nach gleichbed. mfrz. frz. orange. Orangerie f. ‘Gewächshaus’, älter ‘Bestand an Orangen- und Zitronenbäumen, seltene südliche Pflanzen’, Übernahme im Zusammenhang mit der französischen Gartenkultur um 1700 von frz. orangerie.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Biosphäre Charlottenburg Charlottenburger Garten Grotte Herrenhausen Hofgarten Kallmann-Museum Karlsau Kunstverein Marmorpalais Marstall Nationalgalerie Palais Palmenhaus Palmensaal Park Pflanzenhall Sanssouci Schloß Schloßpark Säulenhof Terrasse Tuilerien Turmgalerie Westflügel barock erbaut restauriert überwintern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Orangerie‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man sieht ihn gelegentlich in der "Orangerie", seinem Restaurant gleich neben der Kirche.
Süddeutsche Zeitung, 20.08.2003
Neunzehntes Jahrhundert, viel Romantik, aber zugleich „Offenheit nach vorn“ atmen auch die jetzt endlich wieder sichtbaren Stücke in der Orangerie.
Die Zeit, 18.01.1960, Nr. 03
Meine Ahnen gaben dann später die baufällig gewordene Burg auf und bauten die Orangerie aus.
Maltzan, Maria von: Schlage die Trommel und fürchte dich nicht, Berlin: Ullstein 1998 [1986], S. 8
Caspar besann sich und erwiderte zögernd, er habe die Absicht gehabt, in die Orangerie zu gehen.
Wassermann, Jakob: Caspar Hauser, Berlin: Aufbau-Verl. 1987 [1908], S. 335
In die Orangerie und die barocke Kanzlei ist das Museum eingezogen.
Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 316
Zitationshilfe
„Orangerie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Orangerie>, abgerufen am 19.09.2019.

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