Ordonanz, die

Alternative SchreibungOrdonnanz
GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Ordonanz · Nominativ Plural: Ordonanzen
WorttrennungOr-do-nanz ● Or-don-nanz (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
Rechtschreibregeln§ 32 (2)
eWDG, 1974

Bedeutung

veraltet
1.
Militär für bestimmte Zwecke, besonders zum Überbringen von Befehlen abkommandierter Soldat
Beispiele:
die Ordonanz/Ordonnanz hielt sich zur Verfügung
Ordonnanzen kamen und gingen
zwei Ordonnanzen kamen herein
2.
Anordnung, Befehl
Beispiel:
sie ... fiel endlich, da die Ordonnanz von den Kindermörderinnen verlesen wurde, gar in Ohnmacht [HacksKindermörderin6]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ordonnanz f. ‘Befehl, Anordnung’ (Mitte 16. Jh.), ‘für bestimmte Zwecke abkommandierter Soldat’ (17. Jh.), Entlehnung von gleichbed. frz. ordonnance, afrz. ordenance, ordinance ‘Ordnung, Anordnung, Aufstellung’, zu frz. ordonner ‘anordnen, verordnen, vorschreiben, befehlen’, afrz. ordener ‘(an)ordnen, aufstellen, befehlen, weihen’, lat. ōrdināre (s. ↗ordnen). Älter auch Ordinanz ‘Ordnung, guter Zustand, Vorschrift, Befehl’ (bis etwa 1800), spätmhd. ordinanz(e) ‘Vorschrift, Befehl’, nach afrz. ordinance (s. oben) bzw. mlat. ordinantia.

Thesaurus

Synonymgruppe
Abgesandter · Beauftragter · Bevollmächtigter · ↗Bote · ↗Delegat · Delegierter · ↗Emissär · ↗Kurier · Ordonnanz · ↗Parlamentär
Oberbegriffe
Assoziationen
Gastronomie/Kulinarik
Synonymgruppe
Bedienung · ↗Kellner  ●  Ordonnanz  militärisch · Servierkraft  österr. · (Herr) Ober (Anrede)  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Bediensteter · ↗Boy · ↗Bursche · ↗Butler · ↗Diener · ↗Dienstbote · Hausangestellter · ↗Hausbursche · ↗Kammerdiener · ↗Page  ●  ↗Domestik  veraltet · Ordonnanz  militärisch
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Offizier

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ordonnanz‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als ich den Brief gelesen hatte und wieder aufblickte, war die Ordonnanz fortgeritten, und die bis dahin so zuvorkommenden Väter der Stadt waren spurlos verschwunden.
Liliencron, Adda Freifrau von: Krieg und Frieden, Erinnerungen aus dem Leben einer Offiziersfrau. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 45222
Er schwieg eine Zeit, ging unstet im Zimmer auf und ab, ohne sich durch die Schreiber und Ordonnanzen stören zu lassen.
Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 06.03.1920
Zwischen den Barken fuhren Ordonnanzen in kleinen Booten hin und her.
Die Zeit, 28.03.1969, Nr. 13
Geflüster zwischen der Ordonnanz und dem General - dann verschwanden beide.
Simmel, Johannes Mario: Es muß nicht immer Kaviar sein, Zürich: Schweizer Verl.-Haus 1984 [1960], S. 65
Die Ordonnanz an seiner Seite stand immer noch stramm und störte ihn sichtlich.
Roth, Joseph: Radetzkymarsch, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1978 [1932], S. 85
Zitationshilfe
„Ordonanz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ordonanz>, abgerufen am 16.06.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Ordonanzoffizier
Ordonanz
Ordoliberalismus
ordoliberal
Ordo
Ordonnanzoffizier
Ordovizium
Ordre
Öre
Oreade