Organismus, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Organismus · Nominativ Plural: Organismen
Aussprache 
Worttrennung Or-ga-nis-mus
Wortbildung  mit ›Organismus‹ als Letztglied: Gesamtorganismus · Pseudoorganismus · Schulorganismus · Staatsorganismus · Wirtsorganismus
Herkunft aus gleichbedeutend organismefrz
eWDG

Bedeutung

selbstregulierendes System, dessen Elemente aus Eiweißen und Nukleinsäuren aufgebaut sind
Beispiele:
der menschliche Organismus
ein tierischer, pflanzlicher Organismus
ein lebender Organismus (= Lebewesen)
ihr empfindlicher Organismus reagiert sofort bei Hitze, Föhnwetter
ein geschwächter, erkrankter Organismus
dem Organismus die nötigen Nährstoffe zuführen
übertragen zweckmäßig gegliedertes Ganzes, einheitliches Gefüge
Beispiel:
Ein so riesiger Organismus wie der des Römischen Reiches müßte … schnell in Anarchie und Barbarei zerfallen [ Feuchtw.Söhne59]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Organ · organisch · anorganisch · Organismus · organisieren · Organisation · reorganisieren
Organ n. ‘Werkzeug, Hilfsmittel’ (16. Jh.), ‘Teil eines lebendigen Ganzen, funktioneller Körperteil, Stimme’ (18. Jh., vgl. Sinnes-, Geistes-, Sprachorgan, inneres Organ). Entlehnung (Organum, Organon 16. bis 19. Jh., Organ seit 18. Jh.) von lat. organum ‘Werkzeug, (Musik)instrument’, griech. órganon (ὄργανον) ‘Werkzeug, Gerät, Instrument, Sinneswerkzeug’, das im Ablaut zu griech. érgon (ἔργον) ‘Werk, Sache’ (s. Energie) steht. Unter dem Einfluß von frz. organe stehen Verwendungen wie ‘offizielle Zeitschrift einer Körperschaft’ (19. Jh., vgl. Presse-, Parteiorgan), ‘befugte, mit einer bestimmten Funktion beauftragte Person(engruppe)’ (20. Jh.). organisch Adj. ‘ein Körperorgan betreffend, von ihm ausgehend, der belebten Natur angehörend, gegliedert, geordnet’ (Mitte 18. Jh.), vgl. lat. organicus, griech. organikós (ὀργανικός) ‘als Werkzeug dienend, wirksam, praktisch’; zunächst gebräuchlich in Naturwissenschaft und Philosophie (vgl. organische Körper, Geschöpfe), dann (Anfang 19. Jh.) unter Einfluß von frz. organique auch auf Politik und Recht ausgedehnt (vgl. organisches Gesetz, frz. loi organique). anorganisch Adj. ‘unbelebt, nicht Kohlenstoff enthaltend’ (Anfang 19. Jh.). Organismus m. ‘selbständiges Lebewesen, Gefüge, einheitlich gegliedertes Ganzes’ (18. Jh.), latinisierende Bildung nach gleichbed. frz. organisme. organisieren Vb. ‘systematisch vorbereiten, aufbauen, gestalten, (sich) in einem Verband, zu bestimmten Zwecken zusammenschließen’, entlehnt (18. Jh.) aus gleichbed. frz. organiser; vgl. mlat. organizare ‘bilden, gestalten’. Organisation f. ‘Einrichtung, Gestaltung, Bildung’, zunächst im medizinisch-naturwissenschaftlichen und philosophisch-ästhetischen Sinne vom Wesen, vom körperlichen und seelischen Zustand des Menschen (2. Hälfte 17. Jh.), unter dem Einfluß des Gedankenguts der französischen Revolution übertragen auf staatliche Einrichtungen, wirtschaftliche, politische Gebilde (18. Jh.), ‘systematische Vorbereitung zusammenwirkender Abläufe bzw. Arbeitsprozesse’ (19. Jh.), ‘einheitlicher Zusammenschluß von Personen, Verband, Partei’ (20. Jh.), entlehnt aus gleichbed. frz. organisation. reorganisieren Vb. ‘neugestalten, neuordnen’ (19. Jh.), frz. réorganiser.

Thesaurus

Synonymgruppe
Geschöpf · Kreatur · Wesen  ●  Lebewesen  fachspr., Hauptform · Organismus  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Anlage · Gebilde · Organisation · Organismus · Struktur · System

Typische Verbindungen zu ›Organismus‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Organismus‹.

Verwendungsbeispiele für ›Organismus‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn nicht selten wirken sich schadhafte Zähne auf den gesamten Organismus ungünstig aus. [Braun, Anne u. Nell, Edith: Man muß sich nur zu helfen wissen, Leipzig: Verl. für die Frau 1971, S. 68]
Er bleibt also zeitlebens auf die Mithilfe verschiedenartiger Organismen angewiesen. [Natzmer, Gert von: Tierstaaten und Tiergesellschaften, Berlin: Safari-Verl. 1967, S. 129]
Zwischen zwei für den wahrnehmenden Organismus ursprünglich unabhängigen Ereignissen entsteht durch Lernen eine Abhängigkeit. [Klix, Friedhart: Information und Verhalten, Berlin: Deutscher Verl. der Wissenschaften 1971, S. 357]
Derartige Fragen der Regulation treten nicht nur bei vielzelligen Organismen auf. [Bresch, Carsten: Klassische und molekulare Genetik, Berlin u. a.: Springer 1965 [1964], S. 231]
Doch auch dieser Wert bleibt noch weit jenseits bislang nachweisbarer Wirkungen auf den menschlichen Organismus. [C't, 2000, Nr. 14]
Zitationshilfe
„Organismus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Organismus>.

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