Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Originalität, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Originalität · Nominativ Plural: Originalitäten
Aussprache 
Worttrennung Ori-gi-na-li-tät
Grundformoriginal
Herkunft aus gleichbedeutend originalitéfrz
eWDG

Bedeutungen

1.
Ursprünglichkeit, Einmaligkeit
Grammatik: meist im Singular
Beispiele:
die Originalität eines Künstlers, dieser Kunst
ein Projekt von großer Kühnheit und Originalität
nach Originalität streben
Originalität vortäuschen
ein Fleck … mit all den Mängeln und Tugenden, all der Originalität und Beschränktheit, wie sie nur in solchen Zuständen gedeihen [ Droste-Hülsh.Judenbuche882]
2.
eigentümlicher, durch seine besondere und einmalige Art auffallender Mensch, Original
Beispiel:
Sanna … die für Schlapphüte und Originalitäten nicht viel Verständnis hatte [ FrenssenBaas515]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

original · Original · Originalität · originell
original Adj. ‘ursprünglich, echt, urschriftlich’ (Mitte 18. Jh.), gelehrte Entlehnung (wohl unter Einfluß von gleichbed. frz. original) aus lat. orīginālis ‘vom Ursprung an, ursprünglich’, zu lat. orīgo (Genitiv orīginis) ‘Ursprung, Abstammung’, Verbalsubstantiv zu lat. orīrī ‘sich erheben, aufsteigen, aufgehen, entstehen, geboren werden’. Vgl. schon früh entlehntes mhd. origināle ‘ursprünglich, angeboren’, aus kirchenlat. peccātum orīgināle ‘Erbsünde’. Original n. ‘Urschrift, Urfassung, Urbild, Vorlage’ (Mitte 14. Jh.), ‘menschliches Vorbild’ (Ende 17. Jh.), auch ‘kauziger, durch Besonderheiten auffallender Typ’ (Anfang 18. Jh.), nach mlat. originale (exemplar) ‘Urfassung, Originalurkunde’. Originalität f. ‘Ursprünglichkeit, Echtheit, Eigenart, Selbständigkeit’ (2. Hälfte 18. Jh.), latinisiert aus gleichbed. frz. originalité. originell Adj. ‘ursprünglich, schöpferisch, unabhängig, neu’ (2. Hälfte 18. Jh.), anfangs oft gleichbed. neben original gebraucht, dann bald auch ‘eigenartig, komisch’ (Ende 18. Jh.); aus frz. originellement, dem Adverb von frz. original ‘Neues begründend, vorbildlos, neuartig’, mfrz. frz. (älter) auch originel.

Thesaurus

Synonymgruppe
Authentizität · Echtheit · Glaubwürdigkeit · Originalität · Unverstelltheit
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Originalität‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Originalität‹.

Verwendungsbeispiele für ›Originalität‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit seiner Originalität beglaubigte sich jetzt der Dichter als Schöpfer. [Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 207]
Seine Melodien sind gewandt, doch fehlt es ihnen an echter Originalität. [Mosso, Carlo: Aspa (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1973], S. 3563]
Auf dem Theater beweist er am gewichtigsten seine grundlegende Originalität. [Favre, Georges: Boieldieu. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1952], S. 2510]
Es ist ein maurischer Bau aus dem dritten Jahrhundert von verblüffender Originalität. [Wohlmuth, Alois: Ein Schauspielerleben, Ungeschminkte Selbstschilderungen von Alois Wohlmuth. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 1495]
Konsequent verweigert Lena den Zwang zur Originalität, und genau damit ist sie originell. [Die Zeit, 05.06.2010 (online)]
Zitationshilfe
„Originalität“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Originalit%C3%A4t>.

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