Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Ort, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Ort(e)s · Nominativ Plural: Orte/Örter
Aussprache  [ɔʁt]
Wortbildung  mit ›Ort‹ als Erstglied: Ortbeton · Ortsamt · Ortsangabe · Ortsarme · Ortsausgang · Ortsausschuss · Ortsbeben · Ortsbefund · Ortsbehörde · Ortsbeirat · Ortsbenennung · Ortsbeschreibung · Ortsbesichtigung · Ortsbestimmung · Ortsbewohner · Ortsbezeichnung · Ortsbild · Ortsbrauch · Ortsbrief · Ortsbürgergemeinde · Ortsbürgermeister · Ortscheit · Ortschronik · Ortsdurchfahrt · Ortseinfahrt · Ortseingang · Ortseinwohner · Ortsfeuerwehr · Ortsfremde · Ortsgedächtnis · Ortsgemeinde · Ortsgeschichte · Ortsgespräch · Ortsgrenze · Ortsgruppe · Ortsgründung · Ortshinweisschild · Ortshinweistafel · Ortsinsasse · Ortskenntnis · Ortskern · Ortskirche · Ortsklasse · Ortskommandant · Ortskraft · Ortskrankenkasse · Ortslage · Ortsmitte · Ortsmundart · Ortsname · Ortsnetz · Ortspfarrer · Ortsplan · Ortspolizist · Ortspräsident · Ortsrand · Ortsregister · Ortsschild · Ortssinn · Ortssprecher · Ortssprechverkehr · Ortstafel · Ortstarif · Ortsteil · Ortstermin · Ortsumgebung · Ortsumgehung · Ortsvektor · Ortsverband · Ortsverein · Ortsverkehr · Ortsverzeichnis · Ortsveränderung · Ortsvorsteher · Ortsvorwahl · Ortswahl · Ortswechsel · Ortswehr · Ortszeit · Ortszentrum · Ortszulage · Ortszuschlag · Ortsälteste1 · ortlos · ortsansässig · ortsbeweglich · ortseigen · ortseingeboren · ortseingesessen · ortsfest · ortsfremd · ortsgebunden · ortskundig · ortsnah · ortsständig · ortsunkundig · ortsüblich · Örtchen
 ·  mit ›Ort‹ als Letztglied: Abfahrtort · Abfahrtsort · Abflugort · Abflugsort · Absendeort · Arbeitsort · Aufenthaltsort · Aufführungsort · Aufnahmeort · Ausflugsort · Ausgangsort · Austragungsort · Badeort · Begegnungsort · Bestimmungsort · Brutort · Dienstort · Diskussionsort · Drehort · Druckort · Durchgangsort · Einsatzort · Einschiffungsort · Erfüllungsort · Erholungsort · Erinnerungsort · Erscheinungsort · Explosionsort · Ferienort · Fundort · Gebirgsort · Geburtsort · Gedenkort · Gedächtnisort · Gerichtsort · Gnadenort · Grenzort · Handelsort · Handlungsort · Hauptort · Heimatort · Herkunftsort · Höhenort · Industrieort · Katastrophenort · Kurort · Küstenort · Lagerort · Leidensort · Lernort · Lieblingsort · Nachbarort · Pfarrort · Postort · Rastort · Ruheort · Rückzugort · Rückzugsort · Sammelort · Schiort · Schreckensort · Schutzort · Sehnsuchtsort · Skiort · Speicherort · Spielort · Standort · Sterbeort · Sternort · Strafort · Studienort · Suchort · Tagungsort · Tatort · Trainingsort · Tätigkeitsort · Unfallort · Urlaubsort · Ursprungsort · Veranstaltungsort · Vergnügungsort · Verhandlungsort · Verkaufsort · Versammlungsort · Villenort · Vorort · Wahlort · Wallfahrtsort · Wintersportort · Wohnort · Zielort · Zufluchtort · Zufluchtsort · Zustellungsort · Übergabeort · Übernachtungsort
 ·  mit ›Ort‹ als Binnenglied: Vor-Ort-Termin  ·  mit ›Ort‹ als Grundform: -orts

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. fester, lokalisierbarer Punkt in einem Raum, einem Gelände auf der Erdoberfläche
    1. a) bestimmte Stelle, bestimmter Platz
    2. b) ⟨sein, ihr Ort⟩ die Stelle, wo etw. hingehört, der Platz für etw.
    3. c) [Buchwesen] ⟨am angegebenen, angeführten Ort⟩ in dem bereits hier zitierten Buch
    4. d) [veraltend, spöttisch] ⟨höheren Ort(e)s⟩ bei einer übergeordneten Dienststelle
    5. e) [umgangssprachlich, verhüllend] Synonym zu Örtchen
    6. f) [historisch, Theater] ...
  2. 2. Verwaltungseinheit in einem Staat, Dorf oder (kleine) Stadt
  3. 3. ...
eWDG

Bedeutungen

1.
fester, lokalisierbarer Punkt in einem Raum, einem Gelände auf der Erdoberfläche
Grammatik: Plural ‘Orte’
a)
bestimmte Stelle, bestimmter Platz
Beispiele:
Ort und Zeit, Ort und Stunde bestimmen
an Ort und Stelle sein (= dasein)
sich an Ort und Stelle (= dort, wo sich die Ereignisse abspielen, abgespielt haben) von etw. überzeugen
sich am vereinbarten Ort treffen
an diesem Ort haben sich die Unfälle gehäuft
dieser Ort müsste markiert werden
der Ort der Verabredung, Übergabe
ein Ort des Friedens, der Erholung, Ruhe, Qual, Unmoral
der Ort des Verbrechens, der Tat
die Angabe des Ort(e)s
am Ort (= ohne Fortbewegung) gehen
am Ort selbstan dieser Stelle, hier
Beispiel:
dann können wir sofort am Orte selbst noch die Gründung eines sozialdemokratischen Arbeiterbundes in die Hand nehmen [ BebelAus meinem Leben188]
anderen Ort(e)swoanders
Beispiel:
das Stück wurde bereits anderen Ort(e)s aufgeführt
aller, vieler Orten, an allen Orten (und Enden)überall
Beispiele:
er fehlt aller Orten
das hört man jetzt an allen Orten (und Enden)
das ist ein angenehmer, kühler, lauschiger, unheimlicher vertrauter, berühmter Ort
diese Pflanze gedeiht an windgeschützten Orten
hier ist der richtige Ort für uns
das ist nicht der passende Ort für solche Scherze
sie trafen sich am dritten (= an einem neutralen) Ort
er ist der rechte Mann am rechten Ort (= passt dahin)
eine Bemerkung am unrechten Ort (= eine unangebrachte Bemerkung)
b)
sein, ihr Ortdie Stelle, wo etw. hingehört, der Platz für etw.
Beispiele:
ich habe das Buch wieder an seinen Ort gestellt
die Bücher stehen nicht an ihrem Ort
die Taschentücher lagen nicht an ihrem Ort, kommen wieder an ihren Ort
c)
Buchwesen am angegebenen, angeführten Ortin dem bereits hier zitierten Buch
Beispiele:
diese Angaben sind am angegebenen, angeführten Ort auf Seite 10 nachzulesen
das Zitat steht am angegebenen, angeführten Ort im 3. Kapitel
d)
veraltend, spöttisch höheren Ort(e)sbei einer übergeordneten Dienststelle
Beispiel:
sich höheren Ort(e)s beraten, beschweren, verteidigen
e)
umgangssprachlich, verhüllend Synonym zu Örtchen
Beispiel:
der gewisse, stille, verschwiegene Ort (= Toilette, Örtchen)
f)
historisch, Theater
Beispiel:
die Einheit von Ort (= Schauplatz) und Zeit
2.
Verwaltungseinheit in einem Staat, Dorf oder (kleine) Stadt
Grammatik: Plural ‘Orte’
Beispiele:
ein großer, größerer, kleiner Ort
der nächste Ort ist vier Kilometer entfernt
ein Ort an der Grenze
das ist im ganzen Ort bekannt
einen Ort erkunden, passieren
er hatte sich an, in diesem Ort niedergelassen, weil …
ein Gang durch den Ort
er ist aus meinem Ort (= Heimatort)
jmd. wohnt am Ort (= hier, nicht außerhalb)
auf der Fahrt haben wir folgende Orte (= Städte und Dörfer) berührt
3.
Grammatik: Plural ‘Örter’
Beispiele:
Mathematikder geometrische Ort (= die geometrische Bestimmungslinie)
Astronomieder Ort eines Gestirns (= die durch Koordinaten angegebene Lage eines Gestirns am Sternglobus, Position)
Astronomiedie Erforschung der Örter von Himmelskörpern
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ort · orten · örtlich · Örtlichkeit · Ortschaft · Örtchen
Ort m. ‘Stelle, Platz, Punkt, Gegend, Ortschaft’, ahd. ort ‘Spitze, Endpunkt, Ecke’ (8. Jh.), mhd. ort ‘äußerster Punkt nach Raum und Zeit, Anfang, Ende, Spitze (besonders einer Waffe, eines Werkzeugs), Ecke, Rand, Himmelsgegend, Platz, Stelle’, asächs. ord ‘Spitze’, mnd. ort, mnl. ort, oort ‘Punkt, Kante, Rand, Ecke’, nl. oord ‘Gegend, Land, Stelle, Platz’, aengl. ord, anord. oddr ‘Spitze, Speer, Anführer’, schwed. udd ‘Spitze’ führen auf eine Bildung mit Dentalsuffix germ. *uzda- ‘Spitze’. Weitere Herkunft ungewiß. Man versucht, aind. vas- ‘spalten, schneiden, töten, stechen’, alban. usht ‘Ähre’, lit. usnìs ‘Distel’, lett. usne ‘Acker-, Saudistel’, air. fennaid (aus *u̯esnāti) ‘schindet’ heranzuziehen, und erschließt eine Wurzel ie. *u̯es- ‘stechen’. Die alte Bedeutung ‘Spitze’ ist noch landschaftlich in Ort ‘Schusterahle, Pfriem’ erhalten, im Sinne von ‘äußerstes Ende, Ecke’ in Ortsbezeichnungen wie Darßer Ort, Ruhrort und in der Bergmannssprache vor Ort ‘an der Spitze, am Ende eines Grubengangs’. – orten Vb. ‘die augenblickliche Position (eines Flugzeugs, Schiffes) bestimmen’ (20. Jh.), älter (auch mit Umlaut örten) ‘sich erstrecken, auslaufen, zu Ende gehen’ (18. Jh.), bergmännisch ‘unter einem spitzen Winkel aufeinandertreffen (von Gängen, Klüften)’ (16. Jh.); vgl. ahd. ortōn ‘einer Sache Ecken geben, sie begrenzen’ (um 1000). örtlich Adj. ‘auf eine bestimmte Stelle beschränkt, einen bestimmten Ort betreffend, zu ihm gehörend, lokal’ (Anfang 18. Jh.); Örtlichkeit f. ‘Gelände, Gegend, bestimmter Platz’ (18. Jh.). Ortschaft f. ‘Siedlung, Dorf, Gemeinde’ (18. Jh.). Das Deminutivum Örtchen n. steht verhüllend für ‘Abtritt’ (17. Jh.), wie zuvor vereinzelt auch Ort (15. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Ort‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ort‹.

Verwendungsbeispiele für ›Ort‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Laßt ihr es los, so fliegt es fort, hoch in die Luft von Ort zu Ort. [Brumme, Gertrud-Marie: Muttersprache im Kindergarten, Berlin: Volk u. Wissen 1981 [1966], S. 130]
Den Ort, an dem es sich zu schaffen machte, hätte ich schwerlich schildern können. [Benjamin, Walter: Berliner Kindheit um Neunzehnhundert. In: Tiedemann, Rolf u. Schweppenhäuser, Hermann (Hgg.), Gesammelte Schriften Bd. 4,1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1980 [1932-1938], S. 270]
In der Öffentlichkeit scheint es keinen denkbaren Ort für dieses Monument geben zu können. [Busch, Werner: Das sentimentalische Bild, München: Beck 1993, S. 127]
Die Ausbildung von Konfigurationen beruht danach wesentlich auf der Wirkung ausgezeichneter Orte. [Klix, Friedhart: Information und Verhalten, Berlin: Deutscher Verl. der Wissenschaften 1971, S. 261]
Die Bewohner des Dorfes erhoben Protest gegen eine mögliche Aufteilung ihres Ortes. [Archiv der Gegenwart, 2001 [2000]]
Zitationshilfe
„Ort“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ort#1>.

Weitere Informationen …

Ort, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Ort(e)s · Nominativ Plural: Örter
Aussprache  [ɔʁt]
Wortbildung  mit ›Ort‹ als Erstglied: Ortgang · Ortstein · Ortsälteste2 · Örterbau
 ·  mit ›Ort‹ als Letztglied: Abbauort · Füllort

Bedeutungsübersicht+

  1. [Bergmannssprache] Arbeitsstelle
    1. a) Arbeitsstelle am Ende einer Strecke
    2. b) Arbeitsstelle unter Tage
eWDG

Bedeutung

Bergmannssprache Arbeitsstelle
a)
Arbeitsstelle am Ende einer Strecke
Beispiel:
sich vor Ort befinden
b)
Arbeitsstelle unter Tage
Beispiel:
vor Ort arbeiten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ort · orten · örtlich · Örtlichkeit · Ortschaft · Örtchen
Ort m. ‘Stelle, Platz, Punkt, Gegend, Ortschaft’, ahd. ort ‘Spitze, Endpunkt, Ecke’ (8. Jh.), mhd. ort ‘äußerster Punkt nach Raum und Zeit, Anfang, Ende, Spitze (besonders einer Waffe, eines Werkzeugs), Ecke, Rand, Himmelsgegend, Platz, Stelle’, asächs. ord ‘Spitze’, mnd. ort, mnl. ort, oort ‘Punkt, Kante, Rand, Ecke’, nl. oord ‘Gegend, Land, Stelle, Platz’, aengl. ord, anord. oddr ‘Spitze, Speer, Anführer’, schwed. udd ‘Spitze’ führen auf eine Bildung mit Dentalsuffix germ. *uzda- ‘Spitze’. Weitere Herkunft ungewiß. Man versucht, aind. vas- ‘spalten, schneiden, töten, stechen’, alban. usht ‘Ähre’, lit. usnìs ‘Distel’, lett. usne ‘Acker-, Saudistel’, air. fennaid (aus *u̯esnāti) ‘schindet’ heranzuziehen, und erschließt eine Wurzel ie. *u̯es- ‘stechen’. Die alte Bedeutung ‘Spitze’ ist noch landschaftlich in Ort ‘Schusterahle, Pfriem’ erhalten, im Sinne von ‘äußerstes Ende, Ecke’ in Ortsbezeichnungen wie Darßer Ort, Ruhrort und in der Bergmannssprache vor Ort ‘an der Spitze, am Ende eines Grubengangs’. – orten Vb. ‘die augenblickliche Position (eines Flugzeugs, Schiffes) bestimmen’ (20. Jh.), älter (auch mit Umlaut örten) ‘sich erstrecken, auslaufen, zu Ende gehen’ (18. Jh.), bergmännisch ‘unter einem spitzen Winkel aufeinandertreffen (von Gängen, Klüften)’ (16. Jh.); vgl. ahd. ortōn ‘einer Sache Ecken geben, sie begrenzen’ (um 1000). örtlich Adj. ‘auf eine bestimmte Stelle beschränkt, einen bestimmten Ort betreffend, zu ihm gehörend, lokal’ (Anfang 18. Jh.); Örtlichkeit f. ‘Gelände, Gegend, bestimmter Platz’ (18. Jh.). Ortschaft f. ‘Siedlung, Dorf, Gemeinde’ (18. Jh.). Das Deminutivum Örtchen n. steht verhüllend für ‘Abtritt’ (17. Jh.), wie zuvor vereinzelt auch Ort (15. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Ort‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ort‹.

Verwendungsbeispiele für ›Ort‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Laßt ihr es los, so fliegt es fort, hoch in die Luft von Ort zu Ort. [Brumme, Gertrud-Marie: Muttersprache im Kindergarten, Berlin: Volk u. Wissen 1981 [1966], S. 130]
Den Ort, an dem es sich zu schaffen machte, hätte ich schwerlich schildern können. [Benjamin, Walter: Berliner Kindheit um Neunzehnhundert. In: Tiedemann, Rolf u. Schweppenhäuser, Hermann (Hgg.), Gesammelte Schriften Bd. 4,1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1980 [1932-1938], S. 270]
In der Öffentlichkeit scheint es keinen denkbaren Ort für dieses Monument geben zu können. [Busch, Werner: Das sentimentalische Bild, München: Beck 1993, S. 127]
Die Ausbildung von Konfigurationen beruht danach wesentlich auf der Wirkung ausgezeichneter Orte. [Klix, Friedhart: Information und Verhalten, Berlin: Deutscher Verl. der Wissenschaften 1971, S. 261]
Die Bewohner des Dorfes erhoben Protest gegen eine mögliche Aufteilung ihres Ortes. [Archiv der Gegenwart, 2001 [2000]]
Zitationshilfe
„Ort“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ort#2>.

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