Osterei, das

Grammatik Substantiv (Neutrum)
Aussprache  [ˈoːstɐˌʔaɪ̯]
Worttrennung Os-ter-ei
Wortzerlegung Ostern Ei
eWDG

Bedeutung

buntgefärbtes Hühnerei oder Ei aus Schokolade, Marzipan, das Kindern zum Osterfest versteckt wird
Beispiele:
ein großes, rotes Osterei
Ostereier in einem Nest, Körbchen
Ostereier suchen
der Osterhase brachte den Kindern viele Ostereier
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ostern · österlich · Ostertag · Osterei · Osterhase
Ostern n. Plur. ältestes christliches Fest, das die im Neuen Testament berichtete Auferstehung Christi feiert. Die Herkunft der nur im Dt. und Engl. nachgewiesenen Bezeichnung ahd. ōstra, meist Plur. ōst(a)rūn (8. Jh.), mhd. ōster(e)n, ōster, mnd. ōsteren, aengl. Ēastre, Ēastro, gewöhnlich im Plur. Ēastron, engl. Easter ist unsicher. Knobloch in: Die Sprache 5 (1959) 27 ff. sieht hierin eine Ableitung mit dem Suffix ie. -tero-, die ebenso wie die Ausgangsform ie. *ā̌us-, *us- eigentlich ‘Morgenröte’ bedeute (also anders aufzufassen ist als die unter Osten, s. d., dargestellte Ableitung mit dem Suffix ie. -t(e)ro-). Es handele sich um eine Übersetzung von kirchenlat. Albae paschālēs, eigentlich die Osteroktav, d. h. die Festwoche für die Neugetauften, benannt nach den weißen Gewändern (lat. albae) der Täuflinge, vgl. lat. albus ‘weiß’, substantiviert alba f. ‘weißes Gewand’, kirchenlat. ‘Taufkleid’ sowie ‘liturgisches weißes Gewand des Priesters’, aber auch vlat. ‘Frühlicht, Morgendämmerung, Morgenröte’ (vgl. afrz. albe, aube, ital. span. alba, port. alva). Von da aus werde Albae (paschālēs) mit dem Plur. ahd. ōst(a)rūn, aengl. Ēastron wiedergegeben, wohl auch im Hinblick auf den in der Frühe stattfindenden Ostergottesdienst und die nach Osten gewandte Stellung der Täuflinge. Nicht aufrechtzuerhalten ist die alte Annahme, daß die Bezeichnung eines vorchristlichen Frühlingsfestes bzw. der Name einer germanischen Frühlingsgöttin (bei Beda, 6. Jh., Eostrae) auf das Kirchenfest übertragen sei. Für eine germanische Gottheit (bei J. Grimm Ostara) gibt es keinen Anhaltspunkt, so daß Bedas Eostrae nur als Deutungsversuch der Bezeichnung aengl. Ēastron angesehen werden kann. Die nhd. Form Ostern ist, wie Pfingsten und Weihnachten (s. d.), ein erstarrter Dativ Plur., der sich im 13. Jh. aus der präpositionalen Zeitbestimmung mhd. ze den ōstern entwickelt. österlich Adj. ‘Ostern, das Osterfest betreffend, zu ihm gehörend’, ahd. ōstarlīh (9. Jh.), mhd. ōsterlich. Ostertag m. ahd. ōstartag (9. Jh.), mhd. ōstertac. Osterei n. gefärbtes, bemaltes Hühnerei (und dessen Nachbildungen), das zum Osterfest verschenkt wird; zuerst ‘zu Ostern abzulieferndes Zinsei’ (15. Jh.), als kirchlicher Osterbrauch seit Mitte des 16. Jhs. bezeugt. Osterhase m. (Ende 17. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Osterei‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Osterei‹.

Verwendungsbeispiele für ›Osterei‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So nun will ich für heute noch schnell einige Ostereier besorgen, sonst wird es dunkel. [Brief von Ernst G. an Irene G. vom 10.04.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0270]
Aber ich verzichte eben nicht nur auf die essbaren Ostereier. [Die Zeit, 28.03.2013, Nr. 13]
Der Mann findet ständig die Ostereier, die er selbst versteckt hat. [Die Zeit, 27.08.2003, Nr. 35]
Ein beliebtes Spiel war es auch, die Ostereier nach dem offiziellen Suchen noch einmal zu verstecken. [Die Zeit, 06.04.1950, Nr. 14]
Nur bei uns sind die Ostereier heuer vielmehr ungeheuer knapp. [Die Zeit, 04.03.1946, Nr. 09]
Zitationshilfe
„Osterei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Osterei>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Osterchoral
Osterbrauch
Osterblume
Osterbeichte
Osteotomie
Osterfeiertag
Osterferien
Osterfest
Osterfeuer
Osterfladen