Osterfeuer, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Osterfeuers · Nominativ Plural: Osterfeuer
WorttrennungOs-ter-feu-er
WortzerlegungOsternFeuer
DWDS-Vollartikel, 2017

Bedeutung

ein offenes Feuer (Lesart 1), das am Karsamstag, vorzugsweise in der Nacht, im Freien entzündet wird
  auf einen alten heidnischen Brauch zurückgehende liturgische Handlung, die Tod und Auferstehung Jesusʼ symbolisiert
Beispiele:
Osterfeuer haben eine lange Tradition. Schon die alten Ägypter entzündeten große Scheiterhaufen, um die Sonne auf die Erde zu locken und den Winter zu vertreiben. Dieser Brauch wurde später von den Christen fortgeführt. In der Osternacht wird ein kleines Feuer entfacht – das Osterfeuer – und von einem Priester gesegnet. Nachdem sich die Gemeinde um das Osterfeuer versammelt hat, entzündet der Priester am Feuer die Osterkerze, die dann in die dunkle Kirche getragen wird. [Traditionelle Wintervertreibung: Hamburger Osterfeuer, aufgerufen am 23.11.2017]
Am Ostersonnabend lodert zwischen 18 und 22 Uhr hinter dem Schloss das traditionelle Osterfeuer. [Berliner Zeitung, 30.03.2002]
Am Karsamstag schichten sie [Messdiener] aus Holz einen großen Stoß auf, der in der Nacht angezündet wird. In der Osternachtsfeier geben sie dann mit Kerzen das Licht aus diesem Osterfeuer weiter, das als Symbol für den auferstandenen Christus verstanden wird. [Süddeutsche Zeitung, 12.04.2001]
So entstand eine Hinterlassenschaft verschiedenartigster Gebräuche. Dazu gehören die unter anderem im Harz und in Westfalen, dem Sauerland, in Österreich in Kärnten und der Steiermark üblichen Osterfeuer. Sie sind Nachfolger der heidnischen Sonnenwend- Feuer. Gelegentlich wird in den Osterfeuern jener Apostel als Strohpuppe verbrannt, der Jesus ans Kreuz geliefert hatte: Judas. [Frankfurter Rundschau, 23.03.1999]
Zu den alten Osterbräuchen am Millstätter See in Österreich zählt neben dem Osterfeuer eine »bäuerliche Jause«, mit der das Ende der Fastenzeit gefeiert wird. [Die Zeit, 26.03.1998, Nr. 14]
Die Praxis des Osterfeuers ist schon 751 in einem Brief des Papstes Zacharias an Bonifatius bezeugt; aus dem 8. Jahrhundert stammt auch die in der katholischen Liturgie der Osternacht bis heute geübte Weihe des Osterfeuers. [Röhrich, Lutz: Ostern. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000, S. 4486. Zitiert nach: Röhrich, Lutz: Ostern. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten, Freiburg u. a.: Herder 1994 [1973].]
Kollokationen:
als Akkusativobjekt: das Osterfeuer entzünden
als Aktivsubjekt: das Osterfeuer brennt, lodert

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brauch Elbstrand Entzünden Feuerwehr Flamme Konzert anzünden brennen entfachen entzünden lodern traditionell verbrennen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Osterfeuer‹.

Zitationshilfe
„Osterfeuer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Osterfeuer>, abgerufen am 17.06.2019.

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