Ostern, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum), meist ohne Artikel · Genitiv Singular: Ostern · Nominativ Plural: Ostern
Das Wort wird meist im Singular verwendet. Wenn die Pluralform von Ostern verwendet wird, dann meist in Verbindung mit einem attributiven Adjektiv, wie z. B. fröhliche Ostern; in der Verbindung mit bestimmtem Artikel ist die Pluralform die Ostern häufiger landschaftlich (besonders schweizerisch und österreichisch) anzutreffen.
WorttrennungOs-tern
Wortbildung mit ›Ostern‹ als Erstglied: ↗Osterbeichte · ↗Osterblume · ↗Osterbrauch · ↗Osterchoral · ↗Osterei · ↗Osterfeiertag · ↗Osterferien · ↗Osterfest · ↗Osterfeuer · ↗Osterfladen · ↗Ostergebräuche · ↗Ostergelächter · ↗Ostergeschäft · ↗Osterglocke · ↗Ostergruß · ↗Osterhammel · ↗Osterhase · ↗Osterkerze · ↗Osterkrapfen · ↗Osterlamm · ↗Osterlilie · ↗Ostermarsch · ↗Ostermarschierer · ↗Ostermette · ↗Ostermonat · ↗Ostermontag · ↗Ostermorgen · ↗Osternacht · ↗Osternest · ↗Osterpredigt · ↗Ostersamstag · ↗Ostersonnabend · ↗Ostersonntag · ↗Osterspiel · ↗Osterstriezel · ↗Ostertag · ↗Osterverkehr · ↗Osterwoche · ↗Osterzeit · ↗österlich
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
ältestes christliches Fest, das die im Neuen Testament berichtete Auferstehung Christi feiert
Beispiele:
Ostern fällt in diesem Jahr spät
Ostern steht vor der Tür
wir haben Ostern still verlebt, sind Ostern nicht weggegangen
Ostern vor einem Jahr
zu Ostern fahren wir nach L
bis (zu) Ostern muss das fertig sein
kurz nach, bald nach Ostern will er mich besuchen
es war gegen, um, vor Ostern, als …
voriges, dieses, nächstes Ostern
kein Ostern ohne Ostereier
frohe(s), fröhliche(s) Ostern!
wir hatten weiße Ostern (= ein Osterfest mit Schnee)
diesmal haben wir ein zeitiges, frühes Ostern, zeitige, frühe Ostern
das letzte Ostern war verregnet
letztes Ostern war es noch recht kalt
salopp, bildlich
Beispiele:
das trifft ein, wenn Ostern und Pfingsten auf einen Tag fallen, zusammenfallen (= trifft nie ein)
jmdn. anfahren, dass er denkt, Ostern und Pfingsten fallen auf einen Tag (= jmdn. sehr anfahren)
2.
umgangssprachlich Geschenk zum Osterfest
Beispiele:
ich habe dieses Jahr ein schönes, reichliches Ostern bekommen
wie war dein Ostern?
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ostern · österlich · Ostertag · Osterei · Osterhase
Ostern n. Plur. ältestes christliches Fest, das die im Neuen Testament berichtete Auferstehung Christi feiert. Die Herkunft der nur im Dt. und Engl. nachgewiesenen Bezeichnung ahd. ōstra, meist Plur. ōst(a)rūn (8. Jh.), mhd. ōster(e)n, ōster, mnd. ōsteren, aengl. Ēastre, Ēastro, gewöhnlich im Plur. Ēastron, engl. Easter ist unsicher. Knobloch in: Die Sprache 5 (1959) 27 ff. sieht hierin eine Ableitung mit dem Suffix ie. -tero-, die ebenso wie die Ausgangsform ie. *ā̌us-, *us- eigentlich ‘Morgenröte’ bedeute (also anders aufzufassen ist als die unter ↗Osten, s. d., dargestellte Ableitung mit dem Suffix ie. -t(e)ro-). Es handele sich um eine Übersetzung von kirchenlat. Albae paschālēs, eigentlich die Osteroktav, d. h. die Festwoche für die Neugetauften, benannt nach den weißen Gewändern (lat. albae) der Täuflinge, vgl. lat. albus ‘weiß’, substantiviert alba f. ‘weißes Gewand’, kirchenlat. ‘Taufkleid’ sowie ‘liturgisches weißes Gewand des Priesters’, aber auch vlat. ‘Frühlicht, Morgendämmerung, Morgenröte’ (vgl. afrz. albe, aube, ital. span. alba, port. alva). Von da aus werde Albae (paschālēs) mit dem Plur. ahd. ōst(a)rūn, aengl. Ēastron wiedergegeben, wohl auch im Hinblick auf den in der Frühe stattfindenden Ostergottesdienst und die nach Osten gewandte Stellung der Täuflinge. Nicht aufrechtzuerhalten ist die alte Annahme, daß die Bezeichnung eines vorchristlichen Frühlingsfestes bzw. der Name einer germanischen Frühlingsgöttin (bei Beda, 6. Jh., Eostrae) auf das Kirchenfest übertragen sei. Für eine germanische Gottheit (bei J. Grimm Ostara) gibt es keinen Anhaltspunkt, so daß Bedas Eostrae nur als Deutungsversuch der Bezeichnung aengl. Ēastron angesehen werden kann. Die nhd. Form Ostern ist, wie ↗Pfingsten und ↗Weihnachten (s. d.), ein erstarrter Dativ Plur., der sich im 13. Jh. aus der präpositionalen Zeitbestimmung mhd. ze den ōstern entwickelt. österlich Adj. ‘Ostern, das Osterfest betreffend, zu ihm gehörend’, ahd. ōstarlīh (9. Jh.), mhd. ōsterlich. Ostertag m. ahd. ōstartag (9. Jh.), mhd. ōstertac. Osterei n. gefärbtes, bemaltes Hühnerei (und dessen Nachbildungen), das zum Osterfest verschenkt wird; zuerst ‘zu Ostern abzulieferndes Zinsei’ (15. Jh.), als kirchlicher Osterbrauch seit Mitte des 16. Jhs. bezeugt. Osterhase m. (Ende 17. Jh.).

Thesaurus

Religion
Synonymgruppe
Auferstehungsfest · ↗Osterfest · Ostern
Oberbegriffe
Assoziationen
Zitationshilfe
„Ostern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ostern>, abgerufen am 19.02.2019.

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