Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Ostern

Grammatik Substantiv (Neutrum), meist ohne Artikel · Genitiv Singular: Ostern · Nominativ Plural: Ostern
Das Wort wird meist im Singular verwendet. Wenn die Pluralform von Ostern verwendet wird, dann meist in Verbindung mit einem attributiven Adjektiv, wie z. B. fröhliche Ostern. In der Verbindung mit bestimmtem Artikel ist die Pluralform die Ostern häufiger landschaftlich (besonders schweizerisch und österreichisch) anzutreffen.
Aussprache  [ˈoːstɐn]
Worttrennung Os-tern
eWDG und ZDL

Bedeutungen

1.
im März oder April von den Christen gefeiertes dreitägiges Fest, das an den Tod und die Auferstehung Jesu Christi laut dem Neuen Testament erinnert
Synonym zu Osterfest
Das genaue Datum dieses auf das Pessach zurückgehenden Festes wird durch den Mondkalender bestimmt. Es besteht im Kern aus Karfreitag als Todestag, Karsamstag und Ostersonntag als Tag der Auferstehung, um die Gründonnerstag und Ostermontag und weitere Feiertage liegen.
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: frohe Ostern!; weiße Ostern (= mit Schnee)
hat Präpositionalgruppe/-objekt: (an) Ostern in die Kirche gehen
als Akkusativobjekt: Ostern feiern, verbringen
als Aktivsubjekt: Ostern fällt [auf Ende März, Mitte April]
in Koordination: Ostern und Pfingsten, Weihnachten, Christi Himmelfahrt
in Präpositionalgruppe/-objekt: die Fastenzeit vor Ostern; Eier, Ostereier, Geschenke zu Ostern
Beispiele:
Ostern fällt in diesem Jahr spätWDG
Ostern steht vor der TürWDG
Trotz der Loslösung vom Judentum blieben [im Christentum] wichtige Parallelen bestehen: Pessach, die Erinnerung an den Auszug der Juden aus Ägypten, liegt in zeitlicher Nähe zu Ostern. [Neue Osnabrücker Zeitung, 11.04.2020]
Sicher ist […], dass die Soldaten die Ostern im Militär verbringen und nicht bei Familie und Freunden. [Luzerner Zeitung, 11.04.2020]
Ostern, wie wir es kennen, muss dieses Jahr ausfallen: keine Gottesdienste, keine Familienfeiern, keine große Eiersuche. [Bild, 08.04.2020]
Dennoch sind wir ein christlich geprägtes Land, deswegen feiern wir Ostern, Pfingsten, Fronleichnam, Allerheiligen und Weihnachten, auch wenn viele von uns nicht wissen, was diese Feste bedeuten. [Die Welt, 17.05.2016]
Ostern, das Fest der Auferstehung – es beginnt am Palmsonntag mit der Karwoche, der Trauerwoche vor Ostern. [Bild, 04.04.2009]
In der Nacht vor Ostern aber nimmt jedes Häschen seine Eierlast huckepack und hoppelt damit zur Erde herunter. [Bassewitz, Gerdt von: Peterchens Mondfahrt. München: Dt. Taschenbuch-Verl. 1991 [1900], S. 88]
Grammatik: in Mehrwortausdrücken
Beispiele:
salopp, bildlichdas trifft ein, wenn Ostern und Pfingsten auf einen Tag fallen, zusammenfallen (= trifft nie ein)WDG
salopp, bildlichjmdn. anfahren, dass er denkt, Ostern und Pfingsten fallen auf einen Tag (= jmdn. sehr anfahren)WDG
wie Ostern und Weihnachten zusammen (= wunderbar, großartig, ganz besonders schön)
wie Ostern und Weihnachten an einem Tag (= wunderbar, großartig, ganz besonders schön)
2.
umgangssprachlich Geschenk zum OsterfestWDG
Beispiele:
ich habe dieses Jahr ein schönes, reichliches Ostern bekommen
wie war dein Ostern?

letzte Änderung:

Zum Originalartikel des WDG gelangen Sie hier.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ostern · österlich · Ostertag · Osterei · Osterhase
Ostern n. Plur. ältestes christliches Fest, das die im Neuen Testament berichtete Auferstehung Christi feiert. Die Herkunft der nur im Dt. und Engl. nachgewiesenen Bezeichnung ahd. ōstra, meist Plur. ōst(a)rūn (8. Jh.), mhd. ōster(e)n, ōster, mnd. ōsteren, aengl. Ēastre, Ēastro, gewöhnlich im Plur. Ēastron, engl. Easter ist unsicher. Knobloch in: Die Sprache 5 (1959) 27 ff. sieht hierin eine Ableitung mit dem Suffix ie. -tero-, die ebenso wie die Ausgangsform ie. *ā̌us-, *us- eigentlich ‘Morgenröte’ bedeute (also anders aufzufassen ist als die unter Osten, s. d., dargestellte Ableitung mit dem Suffix ie. -t(e)ro-). Es handele sich um eine Übersetzung von kirchenlat. Albae paschālēs, eigentlich die Osteroktav, d. h. die Festwoche für die Neugetauften, benannt nach den weißen Gewändern (lat. albae) der Täuflinge, vgl. lat. albus ‘weiß’, substantiviert alba f. ‘weißes Gewand’, kirchenlat. ‘Taufkleid’ sowie ‘liturgisches weißes Gewand des Priesters’, aber auch vlat. ‘Frühlicht, Morgendämmerung, Morgenröte’ (vgl. afrz. albe, aube, ital. span. alba, port. alva). Von da aus werde Albae (paschālēs) mit dem Plur. ahd. ōst(a)rūn, aengl. Ēastron wiedergegeben, wohl auch im Hinblick auf den in der Frühe stattfindenden Ostergottesdienst und die nach Osten gewandte Stellung der Täuflinge. Nicht aufrechtzuerhalten ist die alte Annahme, daß die Bezeichnung eines vorchristlichen Frühlingsfestes bzw. der Name einer germanischen Frühlingsgöttin (bei Beda, 6. Jh., Eostrae) auf das Kirchenfest übertragen sei. Für eine germanische Gottheit (bei J. Grimm Ostara) gibt es keinen Anhaltspunkt, so daß Bedas Eostrae nur als Deutungsversuch der Bezeichnung aengl. Ēastron angesehen werden kann. Die nhd. Form Ostern ist, wie Pfingsten und Weihnachten (s. d.), ein erstarrter Dativ Plur., der sich im 13. Jh. aus der präpositionalen Zeitbestimmung mhd. ze den ōstern entwickelt. österlich Adj. ‘Ostern, das Osterfest betreffend, zu ihm gehörend’, ahd. ōstarlīh (9. Jh.), mhd. ōsterlich. Ostertag m. ahd. ōstartag (9. Jh.), mhd. ōstertac. Osterei n. gefärbtes, bemaltes Hühnerei (und dessen Nachbildungen), das zum Osterfest verschenkt wird; zuerst ‘zu Ostern abzulieferndes Zinsei’ (15. Jh.), als kirchlicher Osterbrauch seit Mitte des 16. Jhs. bezeugt. Osterhase m. (Ende 17. Jh.).

Thesaurus

Religion
Synonymgruppe
Auferstehungsfest · Osterfest  ●  Ostern  Hauptform
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Ostern‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ostern‹.

Zitationshilfe
„Ostern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ostern>.

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