Päckchen, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Päckchens · Nominativ Plural: Päckchen
Aussprache 
Worttrennung Päck-chen
Wortzerlegung Packen-chen, ↗Pack1-chen
Wortbildung  mit ›Päckchen‹ als Letztglied: ↗Banknotenpäckchen · ↗Eilpäckchen · ↗Einschreibepäckchen · ↗Einschreibpäckchen · ↗Feldpostpäckchen · ↗Verbandpäckchen · ↗Verbandspäckchen
eWDG, 1974 und DWDS, 2019

Bedeutungen

Päckchen
Päckchen
(Michael Romanov, CC0)
1.
kleines Paket mit einem bestimmten Höchstgewicht (meist zwei Kilogramm) und einer bestimmten Maximalgröße, das durch einen Paketdienst befördert wird Quelle: DWDS, 2015
Beispiele:
ein Päckchen packen, zustellen, von der Post abholen
das Päckchen wog ein halbes Kilogramm
2.
in einer abschließenden Umhüllung fabrikmäßig abgepackte kleine Menge einer Ware
Beispiele:
ein Päckchen Kaugummi, Tabak, Zigaretten
sie kaufte vier Päckchen Kaffee, schwarzen Tee
3.
kleiner, meist mit Papier oder einer Schnur zusammengehaltener Packen von etw.Quelle: DWDS, 2015
Beispiel:
ein Päckchen Briefe, Fotos, Geldscheine, Papier
Phrasem:
jeder hat sein Päckchen zu tragen (= jeder muss eine Bürde, sein Schicksal tragen, jeder hat seine Sorgen)

Zum Originalartikel des WDG gelangen Sie hier.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pack · Packen · Päckchen · Pack
Pack m. (älter auch n.) ‘größere Anzahl aufeinandergeschichteter und zu einem Bündel verschnürter Dinge’, mhd. nur als Deminutivum backel ‘Wolleballen’ (13. Jh., nach dem Vorbild von mlat. paculum?) bezeugt, ist seit dem 16. Jh. als Übernahme aus dem Nd. (mnd. pak n., packe f. ‘Packen, Bündel, Gepäck’) gebräuchlich. Zugrunde liegt mnl. pac ‘Packen, Bündel’ (12. Jh.; nl. pak), ein Ausdruck des flandrischen Wollhandels, der auch in andere europ. Sprachen entlehnt wird, vgl. mengl. packe, engl. pack, anord. pakki, ital. pacco, mlat. paccus ‘Bündel, Ballen’ sowie frz. paquet (s. ↗Paket). Die Herkunft des nl. Substantivs ist ungeklärt. Wegen der auffälligen semantischen Ähnlichkeit wird Zusammenhang mit der bei ↗Bagage (s. d.) angeführten, gleichfalls etymologisch dunklen Wortgruppe von afrz. bague ‘Bündel, Gepäck’, frz. (landschaftlich) bagues Plur. ‘Gepäck, Kleidung’ erwogen, zu der sich offenbar auch engl. bag ‘Beutel, Tasche, Ballen’, anord. baggi ‘Packen, Bündel’ stellen; andere Herleitungsversuche gehen von der Annahme eines Substratwortes (de Vries Nl. 501) oder einer Entlehnung aus dem Altaischen (FEW 16, 615) aus. Im Dt. ist Pack vor allem in der seit dem 17. Jh. belegten Paarformel mit Sack und Pack ‘mit aller Habe’ (entsprechend nl. met pak en zak) noch lebendig, tritt aber sonst hinter dem üblicheren, aus einer schwach flektierenden Variante frühnhd. Packe hervorgegangenen Packen m. (16. Jh.) zurück. Die ursprünglich nordd. Verkleinerungsform Päckchen n. (17. Jh.) kommt seit dem 18. Jh. in der (heute auch terminologischen) Verwendung ‘kleinere Postsendung’ vor. Pack n. ‘Gesindel, Menschen von niedriger Gesinnung’, zunächst mit dem unter Pack m. behandelten Substantiv identisch, entwickelt seinen im Nhd. seit dem 16. Jh. (vereinzelt auch für das Kollektivum Gepack, s. ↗Gepäck) nachzuweisenden neuen Sinn, den vorher schon mnd. pak n. (15. Jh.) zeigt, soldatensprachlich (in Übereinstimmung mit dem Bedeutungswandel von ↗Bagage und ↗Troß, s. d.) aus ‘Heeresgepäck’ über die Zwischenstufe ‘Troßmannschaft’, da die das Gepäck begleitende Mannschaft in früherer Zeit geringes Ansehen genießt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Box · ↗Kasten · ↗Packung · Päckchen · ↗Schachtel
Synonymgruppe
Paket · Päckchen
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Päckchen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Päckchen‹.

Verwendungsbeispiele für ›Päckchen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die 3 Päckchen, die Du mir geschickt hast, habe ich auch alle erhalten.
Brief von Alois Scheuer an Friedchen Scheuer vom 16.06.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0079
Deshalb habe ich auch gleich ein paar Päckchen mehr gekauft.
Bild, 22.04.2004
Er trug ein Päckchen aus weißem Papier in einer Hand.
Müller, Herta: Herztier, Reinbek: Rowohlt 1994, S. 245
Alle wünschten sich Frohe Weihnachten, und jeder nahm sein Päckchen.
Bieler, Manfred: Der Bär, Hamburg: Hoffmann und Campe 1983, S. 179
Aus dem Kiosk holte er sich eine Tüte Chips und eine Limonade, dazu ein Päckchen Taschentücher für seine laufende Nase.
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 15
Zitationshilfe
„Päckchen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/P%C3%A4ckchen>, abgerufen am 21.09.2020.

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