Pöbel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Pöbels · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungPö-bel
Wortbildung mit ›Pöbel‹ als Erstglied: ↗pöbelhaft  ·  mit ›Pöbel‹ als Grundform: ↗Pöbelei  ·  formal verwandt mit: ↗pöbeln
eWDG, 1974

Bedeutung

veraltend, abwertend ungebildete, oft gewaltbereite Menschen aus der gesellschaftlichen Unterschicht
Beispiele:
Ich bekenne mich selbstverständlich zu dem von Ihnen als Pöbel bezeichneten Proletariat [WeiskopfAbschied v. Frieden1,608]
das Volk, das ihn beschimpfte und anspie, wurde neben ihm zu Pack und Pöbel [Hesse3,444]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pöbel · pop(e)lig · pöbelhaft · pöbeln · anpöbeln
Pöbel m. ‘rohe Volksmasse’. Mhd. bovel, povel (seit 1200), popil (13. Jh.), povil, bofel (1. Hälfte 14. Jh.) ‘Volk, Volksmenge, Leute’, frühnhd. (bis ins 15. Jh. ohne verächtlichen Nebensinn) bovel, povel, pofel, poffel, (mit Umlaut seit 15. Jh.) pöfel, pöffel, pövel, bei Luther Pübel, Pubel, Pobel, schließlich Pöbel ‘Volksmenge, einfaches, gemeines Volk’ ist entlehnt aus afrz. pueple, pople ‘Volk, Bevölkerung, Leute, Menge’ (frz. peuple), das auf lat. populus ‘Volk’ beruht. Direkt aus lat. populus stammt mnd. pōpel ‘niederes Volk’; dazu pop(e)lig Adj. ‘armselig, dürftig, knauserig’ (Mitte 19. Jh.). pöbelhaft Adj. ‘gemein, roh, unfein’ (Mitte 18. Jh.). pöbeln Vb. ‘sich wie der Pöbel verhalten’ (Ende 19. Jh.), auch ‘durch flegelhaftes Benehmen, beleidigende Äußerungen provozieren, randalieren’ (20. Jh.). anpöbeln Vb. ‘mit derben Worten belästigen’ (Anfang 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Plebs · ↗Sippschaft · niederes Volk  ●  White trash  engl. · ↗Abschaum  derb · Asis  derb · ↗Asoziale  derb · ↗Bagage  ugs. · ↗Bodensatz  ugs. · ↗Brut  derb · ↗Gelichter (lit.)  geh., veraltet · ↗Geschmeiß  geh. · ↗Gesindel  derb · ↗Gesocks  derb · Gschleaf  ugs., bair. · Gschwerl  ugs., bair. · Kanaken  derb · ↗Kroppzeug  derb, norddeutsch · ↗Lumpenpack  derb · ↗Mischpoke  derb · ↗Mob  derb · ↗Pack  derb · Paselacken  derb, ruhrdt. · Pöbel  derb · Volks  ugs., regional
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Adel Aufstand Erzeugung Gasse Gesocks Herrschaft Jude Mischvolk Verachtung Wut aufgehetzt beschimpfen braun christlich dumm eindringen gemein gewalttätig kommunistisch link plündern recht rot stürmen toben unglaublich wütend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pöbel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Pöbel ist auch dann willkommen, wenn er ordentlich angezogen ist.
Süddeutsche Zeitung, 28.08.2004
Der Pöbel sollte ihn lieber gar nicht lesen, als, wie es seine Art war, ihn verkehrt auszulegen.
Mann, Golo: Der europäische Geist im späten 17. Jahrhundert. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 2136
Da bricht, wenn sie abgewiesen wird, der Pöbel aus ihr los.
Vossische Zeitung (Abend-Ausgabe), 04.03.1926
Der Mann des Pöbels ist obenauf und nützt das aus in seiner Art.
Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 324
In Wirklichkeit wurde nichts registriert, und was der Pöbel nicht wegschleppte, behielten die Beamten.
Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 430
Zitationshilfe
„Pöbel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pöbel>, abgerufen am 20.03.2019.

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