Pack, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Pack(e)s · Nominativ Plural: Packe/Päcke · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Pack‹ als Erstglied: ↗Päckchen · ↗packenweise  ·  mit ›Pack‹ als Letztglied: ↗Doppelpack · ↗Dreierpack · ↗Kombipack · ↗Sechserpack
eWDG, 1974

Bedeutung

Packen
Beispiel:
ein Pack Briefe, Zeitungen, Bücher
umgangssprachlich, bildlich mit Sack und Pack (= mit aller Habe)
Beispiel:
mit Sack und Pack zogen sie los, kamen sie an
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pack · Packen · Päckchen · Pack
Pack m. (älter auch n.) ‘größere Anzahl aufeinandergeschichteter und zu einem Bündel verschnürter Dinge’, mhd. nur als Deminutivum backel ‘Wolleballen’ (13. Jh., nach dem Vorbild von mlat. paculum?) bezeugt, ist seit dem 16. Jh. als Übernahme aus dem Nd. (mnd. pak n., packe f. ‘Packen, Bündel, Gepäck’) gebräuchlich. Zugrunde liegt mnl. pac ‘Packen, Bündel’ (12. Jh.; nl. pak), ein Ausdruck des flandrischen Wollhandels, der auch in andere europ. Sprachen entlehnt wird, vgl. mengl. packe, engl. pack, anord. pakki, ital. pacco, mlat. paccus ‘Bündel, Ballen’ sowie frz. paquet (s. ↗Paket). Die Herkunft des nl. Substantivs ist ungeklärt. Wegen der auffälligen semantischen Ähnlichkeit wird Zusammenhang mit der bei ↗Bagage (s. d.) angeführten, gleichfalls etymologisch dunklen Wortgruppe von afrz. bague ‘Bündel, Gepäck’, frz. (landschaftlich) bagues Plur. ‘Gepäck, Kleidung’ erwogen, zu der sich offenbar auch engl. bag ‘Beutel, Tasche, Ballen’, anord. baggi ‘Packen, Bündel’ stellen; andere Herleitungsversuche gehen von der Annahme eines Substratwortes (de Vries Nl. 501) oder einer Entlehnung aus dem Altaischen (FEW 16, 615) aus. Im Dt. ist Pack vor allem in der seit dem 17. Jh. belegten Paarformel mit Sack und Pack ‘mit aller Habe’ (entsprechend nl. met pak en zak) noch lebendig, tritt aber sonst hinter dem üblicheren, aus einer schwach flektierenden Variante frühnhd. Packe hervorgegangenen Packen m. (16. Jh.) zurück. Die ursprünglich nordd. Verkleinerungsform Päckchen n. (17. Jh.) kommt seit dem 18. Jh. in der (heute auch terminologischen) Verwendung ‘kleinere Postsendung’ vor. Pack n. ‘Gesindel, Menschen von niedriger Gesinnung’, zunächst mit dem unter Pack m. behandelten Substantiv identisch, entwickelt seinen im Nhd. seit dem 16. Jh. (vereinzelt auch für das Kollektivum Gepack, s. ↗Gepäck) nachzuweisenden neuen Sinn, den vorher schon mnd. pak n. (15. Jh.) zeigt, soldatensprachlich (in Übereinstimmung mit dem Bedeutungswandel von ↗Bagage und ↗Troß, s. d.) aus ‘Heeresgepäck’ über die Zwischenstufe ‘Troßmannschaft’, da die das Gepäck begleitende Mannschaft in früherer Zeit geringes Ansehen genießt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Plebs · ↗Sippschaft · niederes Volk  ●  White trash  engl. · ↗Abschaum  derb · Asis  derb · ↗Asoziale  derb · ↗Bagage  ugs. · ↗Bodensatz  ugs. · ↗Brut  derb · ↗Gelichter (lit.)  geh., veraltet · ↗Geschmeiß  geh. · ↗Gesindel  derb · ↗Gesocks  derb · Gschleaf  ugs., bair. · Gschwerl  ugs., bair. · Kanaken  derb · ↗Kroppzeug  derb, norddeutsch · ↗Lumpenpack  derb · ↗Mischpoke  derb · ↗Mob  derb · Pack  derb · Paselacken  derb, ruhrdt. · ↗Pöbel  derb · Volks  ugs., regional
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(wilder) Haufen  abwertend · ↗Horde  abwertend · ↗Meute  abwertend · ↗Rotte  Jargon · ↗(unzivilisierte) Bande  derb · ↗Mob  derb, abwertend · Pack  derb, abwertend · ↗Saubande  derb, stark abwertend · ↗Schweinebande  derb, stark abwertend
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausreiser Flucht Gesindel Sack Service asozial aufbrechen auswandern ausziehen beschimpfen braun einziehen faul kriminell link umsiedeln umziehen undankbar verdammt verfrachten verlogen zeihen ziehen übel übersiedeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pack‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir haben dieses Pack aus der Stadt vertrieben, da sind wir stolz drauf.
Die Zeit, 28.11.2011, Nr. 48
Bei der Installation des Service Pack 2 kann es vorkommen, dass die Treiber für die USB Geräte nicht aktualisiert werden.
Der Tagesspiegel, 17.12.2004
Wir haben jetzt endlich eine glaubhafte Anklage gegen das armenische Pack.
Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 388
Ernst kam herauf und hielt dem lächelnden Mann ein Pack Patronen hin.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1928], S. 32
Spät am Abend war er mit Sack und Pack durch das Tor des Wohnlagers gefahren.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 895
Zitationshilfe
„Pack“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pack#1>, abgerufen am 20.03.2019.

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Pack, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Pack(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Pack‹ als Letztglied: ↗Diebespack · ↗Hudelpack · ↗Lumpenpack · ↗Saupack · ↗Schieberpack · ↗Verbrecherpack
eWDG, 1974

Bedeutung

salopp, abwertend Gesindel, heruntergekommene (und verbrecherische) Menschen
Beispiele:
ein unverschämtes, elendes, gemeines, nutzloses, miserables, rohes Pack
so ein Pack!
mit solchem Pack darfst du dich nicht abgeben
sprichwörtlich Pack schlägt sich, Pack verträgt sich
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pack · Packen · Päckchen · Pack
Pack m. (älter auch n.) ‘größere Anzahl aufeinandergeschichteter und zu einem Bündel verschnürter Dinge’, mhd. nur als Deminutivum backel ‘Wolleballen’ (13. Jh., nach dem Vorbild von mlat. paculum?) bezeugt, ist seit dem 16. Jh. als Übernahme aus dem Nd. (mnd. pak n., packe f. ‘Packen, Bündel, Gepäck’) gebräuchlich. Zugrunde liegt mnl. pac ‘Packen, Bündel’ (12. Jh.; nl. pak), ein Ausdruck des flandrischen Wollhandels, der auch in andere europ. Sprachen entlehnt wird, vgl. mengl. packe, engl. pack, anord. pakki, ital. pacco, mlat. paccus ‘Bündel, Ballen’ sowie frz. paquet (s. ↗Paket). Die Herkunft des nl. Substantivs ist ungeklärt. Wegen der auffälligen semantischen Ähnlichkeit wird Zusammenhang mit der bei ↗Bagage (s. d.) angeführten, gleichfalls etymologisch dunklen Wortgruppe von afrz. bague ‘Bündel, Gepäck’, frz. (landschaftlich) bagues Plur. ‘Gepäck, Kleidung’ erwogen, zu der sich offenbar auch engl. bag ‘Beutel, Tasche, Ballen’, anord. baggi ‘Packen, Bündel’ stellen; andere Herleitungsversuche gehen von der Annahme eines Substratwortes (de Vries Nl. 501) oder einer Entlehnung aus dem Altaischen (FEW 16, 615) aus. Im Dt. ist Pack vor allem in der seit dem 17. Jh. belegten Paarformel mit Sack und Pack ‘mit aller Habe’ (entsprechend nl. met pak en zak) noch lebendig, tritt aber sonst hinter dem üblicheren, aus einer schwach flektierenden Variante frühnhd. Packe hervorgegangenen Packen m. (16. Jh.) zurück. Die ursprünglich nordd. Verkleinerungsform Päckchen n. (17. Jh.) kommt seit dem 18. Jh. in der (heute auch terminologischen) Verwendung ‘kleinere Postsendung’ vor. Pack n. ‘Gesindel, Menschen von niedriger Gesinnung’, zunächst mit dem unter Pack m. behandelten Substantiv identisch, entwickelt seinen im Nhd. seit dem 16. Jh. (vereinzelt auch für das Kollektivum Gepack, s. ↗Gepäck) nachzuweisenden neuen Sinn, den vorher schon mnd. pak n. (15. Jh.) zeigt, soldatensprachlich (in Übereinstimmung mit dem Bedeutungswandel von ↗Bagage und ↗Troß, s. d.) aus ‘Heeresgepäck’ über die Zwischenstufe ‘Troßmannschaft’, da die das Gepäck begleitende Mannschaft in früherer Zeit geringes Ansehen genießt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Plebs · ↗Sippschaft · niederes Volk  ●  White trash  engl. · ↗Abschaum  derb · Asis  derb · ↗Asoziale  derb · ↗Bagage  ugs. · ↗Bodensatz  ugs. · ↗Brut  derb · ↗Gelichter (lit.)  geh., veraltet · ↗Geschmeiß  geh. · ↗Gesindel  derb · ↗Gesocks  derb · Gschleaf  ugs., bair. · Gschwerl  ugs., bair. · Kanaken  derb · ↗Kroppzeug  derb, norddeutsch · ↗Lumpenpack  derb · ↗Mischpoke  derb · ↗Mob  derb · Pack  derb · Paselacken  derb, ruhrdt. · ↗Pöbel  derb · Volks  ugs., regional
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(wilder) Haufen  abwertend · ↗Horde  abwertend · ↗Meute  abwertend · ↗Rotte  Jargon · ↗(unzivilisierte) Bande  derb · ↗Mob  derb, abwertend · Pack  derb, abwertend · ↗Saubande  derb, stark abwertend · ↗Schweinebande  derb, stark abwertend
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausreiser Flucht Gesindel Sack Service asozial aufbrechen auswandern ausziehen beschimpfen braun einziehen faul kriminell link umsiedeln umziehen undankbar verdammt verfrachten verlogen zeihen ziehen übel übersiedeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pack‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir haben dieses Pack aus der Stadt vertrieben, da sind wir stolz drauf.
Die Zeit, 28.11.2011, Nr. 48
Bei der Installation des Service Pack 2 kann es vorkommen, dass die Treiber für die USB Geräte nicht aktualisiert werden.
Der Tagesspiegel, 17.12.2004
Wir haben jetzt endlich eine glaubhafte Anklage gegen das armenische Pack.
Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 388
Ernst kam herauf und hielt dem lächelnden Mann ein Pack Patronen hin.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1928], S. 32
Spät am Abend war er mit Sack und Pack durch das Tor des Wohnlagers gefahren.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 895
Zitationshilfe
„Pack“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pack#2>, abgerufen am 20.03.2019.

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