Pack, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Pack(e)s · Nominativ Plural: Packe/Päcke · wird meist im Singular verwendet
Aussprache  [pak]
Wortbildung  mit ›Pack‹ als Erstglied: Päckchen · packenweise  ·  mit ›Pack‹ als Letztglied: Doppelpack · Dreierpack · Filmpack · Kombipack · Sechserpack
Mehrwortausdrücke  mit Sack und Pack
eWDG

Bedeutung

Packen
Beispiel:
ein Pack Briefe, Zeitungen, Bücher
umgangssprachlich, bildlich mit Sack und Pack (= mit aller Habe)
Beispiel:
mit Sack und Pack zogen sie los, kamen sie an
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pack · Packen · Päckchen · Pack
Pack m. (älter auch n.) ‘größere Anzahl aufeinandergeschichteter und zu einem Bündel verschnürter Dinge’, mhd. nur als Deminutivum backel ‘Wolleballen’ (13. Jh., nach dem Vorbild von mlat. paculum?) bezeugt, ist seit dem 16. Jh. als Übernahme aus dem Nd. (mnd. pak n., packe f. ‘Packen, Bündel, Gepäck’) gebräuchlich. Zugrunde liegt mnl. pac ‘Packen, Bündel’ (12. Jh.; nl. pak), ein Ausdruck des flandrischen Wollhandels, der auch in andere europ. Sprachen entlehnt wird, vgl. mengl. packe, engl. pack, anord. pakki, ital. pacco, mlat. paccus ‘Bündel, Ballen’ sowie frz. paquet (s. Paket). Die Herkunft des nl. Substantivs ist ungeklärt. Wegen der auffälligen semantischen Ähnlichkeit wird Zusammenhang mit der bei Bagage (s. d.) angeführten, gleichfalls etymologisch dunklen Wortgruppe von afrz. bague ‘Bündel, Gepäck’, frz. (landschaftlich) bagues Plur. ‘Gepäck, Kleidung’ erwogen, zu der sich offenbar auch engl. bag ‘Beutel, Tasche, Ballen’, anord. baggi ‘Packen, Bündel’ stellen; andere Herleitungsversuche gehen von der Annahme eines Substratwortes (de Vries Nl. 501) oder einer Entlehnung aus dem Altaischen (FEW 16, 615) aus. Im Dt. ist Pack vor allem in der seit dem 17. Jh. belegten Paarformel mit Sack und Pack ‘mit aller Habe’ (entsprechend nl. met pak en zak) noch lebendig, tritt aber sonst hinter dem üblicheren, aus einer schwach flektierenden Variante frühnhd. Packe hervorgegangenen Packen m. (16. Jh.) zurück. Die ursprünglich nordd. Verkleinerungsform Päckchen n. (17. Jh.) kommt seit dem 18. Jh. in der (heute auch terminologischen) Verwendung ‘kleinere Postsendung’ vor. Pack n. ‘Gesindel, Menschen von niedriger Gesinnung’, zunächst mit dem unter Pack m. behandelten Substantiv identisch, entwickelt seinen im Nhd. seit dem 16. Jh. (vereinzelt auch für das Kollektivum Gepack, s. Gepäck) nachzuweisenden neuen Sinn, den vorher schon mnd. pak n. (15. Jh.) zeigt, soldatensprachlich (in Übereinstimmung mit dem Bedeutungswandel von Bagage und Troß, s. d.) aus ‘Heeresgepäck’ über die Zwischenstufe ‘Troßmannschaft’, da die das Gepäck begleitende Mannschaft in früherer Zeit geringes Ansehen genießt.

Typische Verbindungen zu ›Pack‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pack‹.

Verwendungsbeispiele für ›Pack‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ernst kam herauf und hielt dem lächelnden Mann ein Pack Patronen hin.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1928], S. 32
Spät am Abend war er mit Sack und Pack durch das Tor des Wohnlagers gefahren.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 895
Wer sonst mag Sack und Pack tragen mit eigenen Armen und auf dem Rücken und auf der Brust?
Grimm, Hans: Volk ohne Raum, München: Langen 1932 [1926], S. 424
Da kam die Jungfer Kathrin gelaufen, atemlos, mit einem großen Pack auf den Armen.
Ganghofer, Ludwig: Der Dorfapostel, Stuttgart: Adolf Bonz 1917 [1900], S. 309
Sie kam, um ihren Johannes der Cholera aus den Händen zu reißen, sie hatte auch einen großen Pack gedörrter Heidelbeeren bei sich - als Abwehrmittel.
Thoma, Hans: Im Winter des Lebens. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1919], S. 24501
Zitationshilfe
„Pack“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pack#1>, abgerufen am 20.09.2021.

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Pack, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Pack(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache  [pak]
Wortbildung  mit ›Pack‹ als Letztglied: Bettelpack · Diebespack · Dreckspack · Hudelpack · Lumpenpack · Saupack · Schieberpack · Verbrecherpack
eWDG

Bedeutung

salopp, abwertend Gesindel, heruntergekommene (und verbrecherische) Menschen
Beispiele:
ein unverschämtes, elendes, gemeines, nutzloses, miserables, rohes Pack
so ein Pack!
mit solchem Pack darfst du dich nicht abgeben
sprichwörtlich Pack schlägt sich, Pack verträgt sich
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pack · Packen · Päckchen · Pack
Pack m. (älter auch n.) ‘größere Anzahl aufeinandergeschichteter und zu einem Bündel verschnürter Dinge’, mhd. nur als Deminutivum backel ‘Wolleballen’ (13. Jh., nach dem Vorbild von mlat. paculum?) bezeugt, ist seit dem 16. Jh. als Übernahme aus dem Nd. (mnd. pak n., packe f. ‘Packen, Bündel, Gepäck’) gebräuchlich. Zugrunde liegt mnl. pac ‘Packen, Bündel’ (12. Jh.; nl. pak), ein Ausdruck des flandrischen Wollhandels, der auch in andere europ. Sprachen entlehnt wird, vgl. mengl. packe, engl. pack, anord. pakki, ital. pacco, mlat. paccus ‘Bündel, Ballen’ sowie frz. paquet (s. Paket). Die Herkunft des nl. Substantivs ist ungeklärt. Wegen der auffälligen semantischen Ähnlichkeit wird Zusammenhang mit der bei Bagage (s. d.) angeführten, gleichfalls etymologisch dunklen Wortgruppe von afrz. bague ‘Bündel, Gepäck’, frz. (landschaftlich) bagues Plur. ‘Gepäck, Kleidung’ erwogen, zu der sich offenbar auch engl. bag ‘Beutel, Tasche, Ballen’, anord. baggi ‘Packen, Bündel’ stellen; andere Herleitungsversuche gehen von der Annahme eines Substratwortes (de Vries Nl. 501) oder einer Entlehnung aus dem Altaischen (FEW 16, 615) aus. Im Dt. ist Pack vor allem in der seit dem 17. Jh. belegten Paarformel mit Sack und Pack ‘mit aller Habe’ (entsprechend nl. met pak en zak) noch lebendig, tritt aber sonst hinter dem üblicheren, aus einer schwach flektierenden Variante frühnhd. Packe hervorgegangenen Packen m. (16. Jh.) zurück. Die ursprünglich nordd. Verkleinerungsform Päckchen n. (17. Jh.) kommt seit dem 18. Jh. in der (heute auch terminologischen) Verwendung ‘kleinere Postsendung’ vor. Pack n. ‘Gesindel, Menschen von niedriger Gesinnung’, zunächst mit dem unter Pack m. behandelten Substantiv identisch, entwickelt seinen im Nhd. seit dem 16. Jh. (vereinzelt auch für das Kollektivum Gepack, s. Gepäck) nachzuweisenden neuen Sinn, den vorher schon mnd. pak n. (15. Jh.) zeigt, soldatensprachlich (in Übereinstimmung mit dem Bedeutungswandel von Bagage und Troß, s. d.) aus ‘Heeresgepäck’ über die Zwischenstufe ‘Troßmannschaft’, da die das Gepäck begleitende Mannschaft in früherer Zeit geringes Ansehen genießt.

Typische Verbindungen zu ›Pack‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pack‹.

Verwendungsbeispiele für ›Pack‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wir haben dieses Pack aus der Stadt vertrieben, da sind wir stolz drauf.
Die Zeit, 28.11.2011, Nr. 48
Aber, leider, auch das Nationalsozialistische Liederbuch war Deutschland und das Pack in den braunen Uniformen.
Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 147
Wir haben jetzt endlich eine glaubhafte Anklage gegen das armenische Pack.
Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 388
Das Pack, das uns in die Kriege treibt, tritt sich schon mal in den Unterleib - aber es verträgt sich auch wieder.
konkret, 1984
Was hatte sie mit solchem Pack zu schaffen?
Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 455
Zitationshilfe
„Pack“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pack#2>, abgerufen am 20.09.2021.

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