Pagode, die oder der

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Pagode · Nominativ Plural: Pagoden
Nebenform Pagode · Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Pagoden · Nominativ Plural: Pagoden
Aussprache
WorttrennungPa-go-de (computergeneriert)
HerkunftMittelindisch
Wortbildung mit ›Pagode‹ als Erstglied: ↗Pagodenkragen · ↗pagodenhaft
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
fem.
ostasiatischer turmartiger Tempel
Beispiel:
das helle Grün der Weiden am Ufer, dahinter in den sich färbenden Himmel langsam mit geschwungenen Dächern aufsteigend die Pagode der Jadequelle [UhseTagebuch22]
2.
veraltet kleine aus Porzellan hergestellte ostasiatische Götterfigur mit nickendem Kopf
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pagode f. ‘ostasiatischer turmartiger Tempel’, daneben bis ins 19. Jh. (auch mit mask. Genus) ‘indisches Götterbild, Idol’ (wovon ‘ostasiatischen Götterbildern nachgestaltete Porzellanfigur mit beweglichem Kopf’, 18. Jh.), entlehnt (Ende 16. Jh., anfangs in Reisebeschreibungen) über mfrz. frz. pagode aus port. pagode ‘Götterfigur, Tempel’. Das Wort ist aus dem Drawid. Südindiens aufgenommen, wo z. B. im Malajalam pagōdi als Name der Göttin Kali, der Gattin Schiwas, bezeugt ist. Diese lautlich den dortigen Sprachbedingungen angepaßte Form geht auf aind. bhagavatī ‘die Erhabene, Heilige, Göttin’ zurück, substantiviertes Fem. von bhágavat ‘heilig, göttlich’; zu aind. bhágaḥ ‘Wohlstand, Glück, Besitz, Vermögen’, personifiziert Bhágaḥ ‘Gott des Reichtums’. Die Bezeichnung der Gottheit wird von den Portugiesen oder schon von der indischen Bevölkerung auf die ihrer Verehrung geweihte Stätte, den Tempel, übertragen, so daß der Ausdruck allgemein in den europ. Sprachen zunächst in beiden Bedeutungen vorkommt.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brücke Dach Drache Elefant Garten Gold Grün Kloster Moschee Pagode Palast Park Pavillon Reisfeld Schrein Spitze Stupa Teehaus Tempel Turm asiatisch besichtigen buddhistisch chinesisch fünfstöckig golden hölzern siebenstöckig unzählig weiß

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pagode‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der schlanke Jin Mao Tower, das dritthöchste Gebäude der Welt, erinnert in seinem Bau ein wenig an eine chinesische Pagode.
Die Welt, 10.12.1999
Ursprünglich war sie eine fünfstöckige Pagode und nur 53 m hoch.
o. A.: Lexikon der Kunst - W. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 31337
Wer Pagoden baut, sichert sich ein besseres Leben im nächsten Leben.
Der Tagesspiegel, 09.03.2001
Die anderen Herren nickten dazu wie Pagoden und Inges Augen hingen fast ehrfürchtig an dem Redenden.
Morris, Gerda: Brigitte wehrt sich, Düsseldorf: Iltis 1952, S. 28
Gekrönt war das Ganze mit einer schneeigen Pagode, dem Grabdenkmal eines besonders heiligen Abtes.
Heyking, Elisabeth von: Tschun. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1914], S. 8471
Zitationshilfe
„Pagode“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pagode>, abgerufen am 18.07.2019.

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