Panik, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Panik · Nominativ Plural: Paniken · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Pa-nik
formal verwandt mit panisch
Wortbildung  mit ›Panik‹ als Erstglied: ↗Panikattacke · ↗Panikkauf · ↗Panikmache · ↗Panikmacher · ↗Panikmacherei · ↗Panikreaktion · ↗Panikstimmung · ↗Panikstörung · ↗Panikverkauf · ↗panikartig
 ·  mit ›Panik‹ als Letztglied: ↗Massenpanik · ↗Torschlusspanik  ·  formal verwandt mit: ↗panisch
Herkunft aus gleichbedeutend paniquefrz
eWDG

Bedeutung

eine Person, besonders eine Menschenmenge plötzlich ergreifende sinnlose Angst, Verwirrung, Kopflosigkeit
Beispiele:
eine heillose, jähe, wilde Panik brach aus
Panik griff um sich
Panik erfasste, ergriff die Menschenmenge
die Verhaftungen lösten in der Stadt eine wahre Panik aus
jmd. wird von Panik befallen
jmdn. in Panik versetzen
nur keine Panik!
Wieder bemächtigte sich seiner das Angstgefühl und wurde zur Panik [ NollHolt1,286]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

panisch · Panik · panikartig · Panikmacherei · Panikstimmung
panisch Adj. ‘panikartig, angsterfüllt’ (2. Hälfte 16. Jh.), vornehmlich in Fügungen wie panischer Schrecken, panische Angst; diese entsprechen nlat. terror panicus, mfrz. terreur panice (frz. terreur panique), womit die Humanisten des 16. Jhs. griech. dé͞ima panikón (δεῖμα πανικόν), eigentlich ‘von Pan verursachter Schrecken’, wiedergaben. Griech. Panikós (Πανικός) ‘zu Pan gehörig, von Pan herrührend’ ist Adjektivbildung zu Pán (Πάν), dem Namen des Wald- und Hirtengottes, auf dessen plötzliches Erscheinen die Griechen den ohne erkennbaren Grund ausbrechenden und sofort eine große Menschenmenge, besonders das Heer, ergreifenden Schrecken zurückführten. Panik f. ‘allgemeine, durch ein plötzliches beunruhigendes Ereignis ausgelöste Verwirrung, plötzlich ausbrechende Angst’ (Mitte 19. Jh.), aus gleichbed. frz. panique, dem substantivierten Fem. des Adjektivs frz. panique (s. oben). In der Bedeutung ‘Kurssturz an der Börse’ (Mitte 19. Jh.) wohl engl. panic folgend. panikartig Adj. (Anfang 20. Jh.); Panikmacherei f. Panikstimmung f. (1. Hälfte 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Grausen · ↗Herzensangst · Panik  ●  (sehr) große Angst  Hauptform · ↗Heidenangst  ugs. · Himmelangst  ugs. · ↗Höllenangst  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (das) kalte Grausen bekommen · (eine) Gänsehaut bekommen · (es) mit der Angst zu tun bekommen · (jemandem) wird angst und bange · ↗(jemanden) überläuft es (heiß und) kalt · Angst bekommen · mulmig zumute werden (jemandem wird ...) · starr vor Angst (sein) · unheimlich werden (jemandem wird etwas ...)  ●  (jemandem) gefriert das Blut in den Adern  fig. · (jemandem) gerinnt das Blut in den Adern  fig. · (jemandem) läuft es eiskalt den Rücken hinunter  fig. · (jemandem) stockt das Blut in den Adern  fig. · (jemandem) (das) Blut in den Adern gefrieren lassen  geh., fig. · (jemandem) erstarrt das Blut in den Adern  geh. · kalte Füße bekommen  ugs., fig.
  • Angst · ↗Angstgefühl · ↗Bedenken · ↗Bedrohungsgefühl · ↗Befürchtung · ↗Beklemmung · ↗Beklommenheit · ↗Furcht · ↗Scheu · ↗Sorge  ●  ↗Bammel  ugs. · ↗Flattermann  ugs. · ↗Fracksausen  ugs. · Manschetten  ugs. · ↗Muffe  ugs. · ↗Muffensausen  ugs. · ↗Schiss  ugs.
  • (eine) Gänsehaut bekommen · (jemandem) schlottern die Knie · ↗(vor Kälte) bibbern · am ganzen Körper zittern · ↗erbeben · ↗erschaudern · ↗erschauern · ↗erzittern · ↗schaudern · ↗schauern · weiche Knie haben · ↗zittern  ●  schuckern  regional · ↗(vor Angst) schlottern  ugs. · gebeutelt werden  ugs. · zittern wie Espenlaub  ugs., Verstärkung
  • gelähmt vor Angst · ↗schreckensstarr · starr vor Angst · starr vor Schreck · ↗wie das Kaninchen vor der Schlange · wie gelähmt
  • (einen) Mordschreck(en) bekommen · (einen) Riesenschreck bekommen (haben) · (sich) furchtbar erschrecken · (sich) sehr erschrecken · (sich) zu Tode erschrecken · zu Tode erschrocken (sein)  ●  (jemandem) fährt ein gewaltiger Schreck in die Glieder  geh., variabel · denken, dass einem das Herz stehenbleibt  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Panik‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Panik‹.

Verwendungsbeispiele für ›Panik‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Weltweit bekämen die Investoren Panik, der globale Crash wäre da.
Die Zeit, 06.06.2007, Nr. 24
Es konnte sein, dass es nötig gewesen war, sie einzusperren, sie die Panik durchleben zu lassen, wahrscheinlich war es nötig gewesen.
Boie, Kirsten: Skogland, Ort: Hamburg 2005, S. 287
In Panik stürzt sie mit ihrem Mann auf die Straße.
Der Tagesspiegel, 03.12.2004
Erst lachte einer über den anderen, aber dann wurde es wie eine Panik.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 277
Und er erzählte von der Panik, die er da angetroffen hatte.
Meisel-Hess, Grete: Die Intellektuellen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 10964
Zitationshilfe
„Panik“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Panik>, abgerufen am 18.01.2021.

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