Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Panne, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Panne · Nominativ Plural: Pannen
Aussprache 
Worttrennung Pan-ne
Wortbildung  mit ›Panne‹ als Erstglied: Pannendienst · Pannenhilfe · Pannenkurs · Pannenserie · Pannenservice · Pannenstreifen · pannenfrei
 ·  mit ›Panne‹ als Letztglied: Computerpanne · Datenpanne · Ermittlungspanne · Fahndungspanne · Justizpanne · Motorpanne · Reifenpanne · Softwarepanne
eWDG

Bedeutung

unvorhergesehener, plötzlich auftretender Schaden (besonders bei Fahrzeugen während der Fahrt), Betriebsstörung
Beispiele:
der Wagen, Motor hat eine Panne
in der Gasversorgung ist eine Panne eingetreten
bei der Vorstellung traten technische Pannen ein
infolge einer Panne im elektrischen System der Raumkapsel musste der Flug nach 10 Stunden abgebrochen werden
umgangssprachlich, übertragen menschliches Versagen, Missgeschick
Beispiele:
er hatte beim Examen eine Panne
bei den Verhandlungen gab es unerwartete Hindernisse und Pannen
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Panne f. ‘Schaden, Betriebsstörung (bei Kraftfahrzeugen)’, dann auch ‘Hemmnis im Arbeitsablauf, Mißgeschick’, Übernahme (Anfang 20. Jh.) von umgangssprachlichem frz. panne ‘Betriebsstörung beim Kraftfahrzeug’, auch allgemeiner ‘Funktionsstörung, Stillstand’ (von Maschinen, Motoren) und ‘Elend, schlimme Lage’ (vgl. frz. être dans la panne ‘in der Patsche, Klemme sitzen’). Das frz. Substantiv löst sich im 19. Jh. aus Wendungen wie frz. se tenir, rester en panne ‘untätig, abwartend bleiben, vorerst nicht weiterkönnen’. Die Fügung frz. en panne ‘handlungsunfähig’ beruht auf Übertragung von in der Segelschiffahrt üblichem en panne ‘aufgebraßt, beigelegt’ (vgl. seemännisches frz. être, se tenir, rester en panne ‘aufgebraßt liegen, reglos verharren’, mettre en panne ‘aufbrassen, die Segel so stellen, daß sie keinen Fahrtwind bekommen’). Zugrunde liegt entweder lat. pinna ‘Flügel, Feder’, auch ‘Spitze eines Gegenstandes, Ende der Segelstange’ (FEW 8, 529 ff.) oder lat. panna ‘Segelwerk’, eine Pluralform zu lat. *pannum, Nebenform von lat. pannus ‘Stück Tuch, Lappen’, auch ‘Ausgespanntes, Segel’ (Knobloch in: Lingua 26 (1970/71) 310).

Thesaurus

Synonymgruppe
Fehler · Fehlgriff · Fehlleistung · Fehlschlag · Malheur · Missgeschick · Panne  ●  Griff ins Klo  derb, fig.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Panne‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Panne‹.

Verwendungsbeispiele für ›Panne‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In den meisten Fällen ist die Panne dann zum Schluß passiert. [Kellner, Hedwig: Das geheime Wissen der Personalchefs, Frankfurt a. M.: Eichborn 1998, S. 122]
Wenn ich mit einer Frau zusammenleben würde, gäbe es solche Pannen nicht. [Genazino, Wilhelm: Die Liebesblödigkeit, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2005, S. 186]
Über die Pannen, die sich dabei ergeben, könnte ich seitenlang berichten. [konkret, 1984]
Trotz mehrerer Fouls vermochte sich Panne klar gegen den Meister durchzusetzen. [Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 04.04.1928]
Als ich durch den Wald der 6 Millionen fuhr, hatte ich eine Panne. [Hilsenrath, Edgar: Der Nazi & der Friseur, Köln: Literar. Verl. Braun 1977, S. 392]
Zitationshilfe
„Panne“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Panne>.

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