Panoptikum, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Panoptikums · Nominativ Plural: Panoptiken
Aussprache
WorttrennungPa-nop-ti-kum (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Wachsfigurenkabinett
Beispiel:
Ein paar Minuten standen alle drei bewegungslos. Sie erinnerten an Gestalten aus Wachs im Panoptikum [J. RothRechts und links97]
2.
veraltend Bude auf Jahrmärkten, in der hinter Glas Bilder (denkwürdiger Ereignisse) gezeigt werden, Kuriositätenkabinett
bildlich
Beispiel:
abwertend das ist ja hier das reinste Panoptikum!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Panoptikum n. ‘Wachsfigurenkabinett, Kuriositätensammlung’, Entlehnung (Berlin 2. Hälfte 19. Jh., mit lat. Endung Panopticum) im Sinne von ‘Wachsfigurenkabinett’ aus gleichbed. engl. panopticon, zuvor Bezeichnung für ein optisches Gerät, später für ein kreisförmig angeordnetes und daher überall einsehbares Gefängnis. Engl. panopticon ist eine gelehrte Bildung zu griech. optikós (ὀπτικός) ‘zum Sehen gehörig, das Sehen betreffend’ (s. ↗Optik) mit dem unter ↗pan- (s. d.) behandelten Bestimmungswort, gleichsam ‘Gesamtschau’, woraus ‘Schausaal, Sammlung von Sehenswürdigkeiten’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Ausstellung · ↗Messe · Panoptikum · ↗Schau · ↗Vorstellung
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Gesamtschau · Panoptikum · ↗Synthese · ↗Vermittlung · ↗Zusammenfügung · ↗Zusammenschau
Unterbegriffe
  • Bildsynthese · Rendern
Synonymgruppe
Panoptikum · ↗Wachsfigurenkabinett
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Kuriositätenkabinett · Panoptikum · ↗Raritätenkabinett  ●  ↗Wunderkammer  historisch
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Besitzer Figur Gestalt Grausamkeit Kuriosität Moderne Sehnsucht Spielbudenplatz Star Typ Wachsfigur akustisch ausbreiten ausstellen bizarr bunt digital entfalten entwerfen faszinierend fügen inszenieren monströs präsentieren skurril verwandeln vorführen wahr

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Panoptikum‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bilder, Worte und Klänge vereinten sich zu einem multimedialen Panoptikum.
Süddeutsche Zeitung, 10.11.2001
In jeder Stadt müssen Sie sich ausstellen, wie im Panoptikum.
Der Tagesspiegel, 06.11.2001
Hereinspaziert ins sozialistische Panoptikum, einer der Verkäufer spricht sogar Sächsisch.
Die Zeit, 14.01.1999, Nr. 3
Ich wollte von diesem blühenden Panoptikum, das alle Farben vergeudete, nicht erwischt werden.
Müller,Herta: Der König verneigt sich und tötet, München: Carl Hanser Verlag 2003, S. 10
Meine anfängliche Erklärung, es hier mit einer Sehenswürdigkeit, vielleicht einer Camera obscura oder einem Panoptikum zu tun zu haben, fiel zusammen.
Kubin, Alfred: Die andere Seite, München: Spangenberg 1990 [1909], S. 79
Zitationshilfe
„Panoptikum“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Panoptikum>, abgerufen am 24.03.2019.

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