Pantomimik, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Pantomimik · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungPan-to-mi-mik
HerkunftGriechisch
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2017

Bedeutungen

1.
Kunst der Pantomime (1)
Beispiele:
Unter dem Motto »Moskau weint, Moskau lacht« führt der Russe Alexander Andreev […] Pantomimik vor. Der »Meister der sprachlosen Kunst«[…] zeigt gesten- und mimikreich sein Können: Durch winzige Gebärden verändert der Künstler blitzschnell seinen Gesichtsausdruck. [Süddeutsche Zeitung, 14.05.1998]
Besagter Tänzer kann es sich nun nicht verkneifen, den schönen Künsten, denen er zu Diensten ist, eine klare Absage zu erteilen. Er pflegt ein Marionettentheater zu besuchen, »das auf dem Markte zusammengezimmert worden war«, und es ist ausgerechnet die Pantomimik der Puppen, die ihm »viel Vergnügen« bereitet. [Der Standard, 01.02.2011]
In der Schule für Comedy und Pantomimik in Nicaragua erhalten Jugendliche aus unterprivilegierten und schwierigen Verhältnissen eine Zirkus- und Theaterausbildung. [betterplacede.wordpress.com, 02.01.2009]
[…] sein pantomimisches Repertoire, das er sich bei allerersten Adressen der Pariser Pantomimik angeeignet hat, das hat er [der Pantomime Andy Geer] beizeiten erweitert durch andere Ausdrucksmöglichkeiten. [die tageszeitung, 25.08.1990]
Die erste selbständige Klasse für Pantomimik in Deutschland soll an der Essener Folkwanghochschule eingerichtet werden. [Die Zeit, 06.08.1965, Nr. 32]
2.
Psychologie Gesamtheit der Ausdrucksbewegungen, zu denen neben Mienenspiel und Gebärden auch Körperhaltung und Gang gehören
Beispiele:
Mit Hilfe der Kinesik, der Pantomimik, des »body-reading« und verschiedener körperorientierter Therapieverfahren entschlüsselt man die Sprache des Körpers[…]. [Süddeutsche Zeitung, 29.04.1999]
Wären Gesichtsausdruck und Körperbewegung rein erblich bedingt, wären sie im Hinblick auf den Charakter rein zufällig. […] Während die Erbanlage in der Physiognomie, also im statischen Gesichtsausdruck, noch mitspricht, kann man dies im bewegten Geschehen, also in der Pantomimik, kaum behaupten. [Klemz, Willy: Praktische Menschenkunde, Düsseldorf: Greif 1963, S. 29]
Eine Erinnerung an diese nicht mehr chthonische, sondern kosmische Pantomimik hat sich im Islam erhalten, und zwar im Tanz der Derwische. Die Trance gilt hier als Vorbereitung, als das sich Umkleiden der Seele gewissermaßen, um am Reigen […] teilnehmen zu können. [Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 1, Berlin: Aufbau-Verl. 1954, S. 428]
Dennoch war es nicht nur und nicht einmal hauptsächlich das Spiel und der Wein, die […] das zeitigten, was man die Angestrengtheit der kleinen Gesellschaft, […] ihre fast schmerzhafte Konzentration auf den Augenblick hätte nennen können. Vielmehr war all dies auf die Einwirkung einer Herrschernatur unter den Anwesenden[…] zurückzuführen, der die Führung in seiner gebärdenreichen Hand hielt und alle durch das Schauspiel seiner großen Miene, seinen blassen Blick unter dem monumentalen Faltenwerk seiner Stirne, durch sein Wort und die Eindringlichkeit seiner Pantomimik in den Bann der Stunde zwang. [Mann, Thomas: Der Zauberberg, Gütersloh: Bertelsmann 1998 [1924], S. 714]
Zitationshilfe
„Pantomimik“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pantomimik>, abgerufen am 12.12.2019.

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