Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Papp, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Papp(e)s · Nominativ Plural: Pappe · wird meist im Singular verwendet
Aussprache [pap]
Wortbildung  mit ›Papp‹ als Letztglied: Mehlpapp
Herkunft lautmalend

Bedeutungsübersicht+

  1. [landschaftlich] ...
    1. a) dicker, zäher (Mehl-)‍Brei
    2. b) klebrige Masse, Kleister
Duden, GWDS, 1999 und DWDS

Bedeutung

landschaftlich
a)
dicker, zäher (Mehl-)‍Brei
Beispiele:
Und im Märchen der Brüder Grimm vom süßen Brei handelte es sich selbstverständlich um Hirse, die den in Strömen fließenden Papp so köstlich machte. [Badische Zeitung, 14.01.2017]
Bis ins 16. Jahrhundert hatten Malven generell den Namen Pappel. Das kommt von Papp, was Brei und Kleister bedeutet. [Rhein-Zeitung, 08.10.2011]
Bitte keinen Pürierstab nehmen. Der dreht viel zu schnell und macht die Kartoffelstärke klebrig, so dass der Brei kein Brei, sondern ein Papp wird. [Badische Zeitung, 04.03.2006]
Weißkraut und Zwiebeln lässt sie eine Stunde köcheln, aus den Kartoffeln macht sie Brei, dazu gibt es den im schwarzen Südafrika allgegenwärtigen »Papp« (Maisbrei). [Frankfurter Rundschau, 16.10.2001]
[…] die erste Weihnachtskrippe entstand auf diese Weise [aus einem Ausschneidebogen gebastelt]. Und romantische Häuser, auch Burgen, die es fein zu falzen galt. Wer so weit war in dieser leichten Kunst, der bekam statt des mit Mehl und Wasser angerührten Papps eine Tube »Synthetikon« spendiert, ein besonders an den Fingern höllisch klebendes Zeug. [Die Zeit, 18.12.1970]
b)
klebrige Masse, Kleister
siehe auch Pampe
Beispiele:
Ich ging zum Hörgeräteakustiker. Eine nette Frau[…] spritzte mir mit einer Pistole eine flüssige Masse in die Ohren. Bald hörte ich sie nicht mehr, und es war mir ganz recht so. Der rosafarbene Papp in meinen Gehörgängen trocknete, und meine Welt wurde zunehmend stiller, bis sie ganz verstummte. [Neue Zürcher Zeitung, 12.03.2016]
Maria W[…] hat den Papp angerührt, eine graue Masse, die sie nun mit dem Pinsel auf ein sogenanntes Steppkissen streicht. [Süddeutsche Zeitung, 11.05.2017]
Jeder Blaufärber hat seine eigene, zum Teil Jahrhunderte alte [sic!] Rezeptur dieser wachsartig‑klebrigen Masse, die aus Gummisaft, Tonerde, Alaun, Kupferrost (Spangrün), Sulfat und anderen Bestandteilen besteht. Der Druckpapp versiegelt den Stoff und hinterlässt nach dem Färben feingliedrige Dekore[…]. Je nach gewünschter Farbintensität werden die Stoffe bis zu zehnmal in den Färbebottich getaucht, anschließend wird der Papp ausgewaschen. [Die Zeit, 15.05.2013]
Den hautfarbenen Papp klebt [die Maskenbildnerin] S[…] mit einem schmalen Spatel auf [Schauspielerin] R[…]s Hals, in zwei Reihen, das werden die Wülste, die der Draht in den Hals der Toten geschnitten hat. Augenringe vollenden den Tod[.] […]. [Der Spiegel, 31.10.2011 (online)]
Nach dem Farbbad wird das indigogetränkte Leinen der Oxidation durch die Luft ausgesetzt. In einem Bad verdünnter Schwefelsäure wird der »Papp« aufgelöst. Die von Model und Papp ausgesparten Stellen, die Muster, erscheinen jetzt weiß, die nicht bedruckten, also eingefärbten Flächen blau. [Olbrich, Harald (Hg.): Lexikon der Kunst. Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 38820]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Papp · Pappe1 · pappen · päppeln · pappig
Papp m. Pappe1 f. ‘Kinderbrei, Kleister’, frühnhd. papp(e), pepp(e) (Ende 15. Jh., doch wohl älter). Elementares Lallwort der Kindersprache, das mit seinen Lippenlauten den Eßvorgang nachahmt. Vergleichbare Formen in anderen Sprachen dürften voneinander unabhängig entstanden sein; vgl. lat. pappa, mnd. mnl. pap(pe), engl. nl. pap ‘Kinderbrei’. – pappen Vb. ‘Brei essen, zu essen geben, kleistern, kleben’ (15. Jh.); vgl. lat. pappāre ‘essen’. Dazu das Intensivum päppeln Vb. ‘sorgsam füttern, ernähren, hätscheln’, mhd. pepelen ‘füttern, zärtlich umgehen, pflegen’; meist in Zusammensetzungen aufpäppeln, hochpäppeln, verpäppeln (19. Jh.). pappig Adj. ‘breiartig, klebrig’ (belegt seit Anfang 19. Jh., doch wohl älter).

Thesaurus

Synonymgruppe
Gatsch · Mansch · Pappe  ●  breiartige Masse  Hauptform · (undefinierbare) Pampe  ugs. · Papp  ugs.
Assoziationen
Zitationshilfe
„Papp“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Papp>.

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