Parabel, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Parabel · Nominativ Plural: Parabeln
Aussprache
WorttrennungPa-ra-bel
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Parabel‹ als Erstglied: ↗Parabelstück
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
kurze, lehrhafte Erzählung, die sittliche Wahrheiten oder allgemeine menschliche Erfahrungen durch analoge Beispiele, besonders aus dem Menschenleben, veranschaulicht
Beispiele:
eine Parabel erzählen, lesen
Lessings Parabel von den drei Ringen
einen literarischen Stoff in eine Parabel kleiden
2.
Mathematik symmetrisch verlaufende Kurve des Kegelschnitts, deren Äste im Abstand zu einer festen Geraden und zu einem festen Punkt kongruent sind
Beispiele:
eine Parabel berechnen
die Formel der Parabel
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Parabel · parabolisch
Parabel f. ‘kurze, lehrhafte Erzählung, die eine allgemeine sittliche Wahrheit an einem analogen Beispiel veranschaulicht, Gleichnis’, in der Geometrie ‘Kegelschnitt, geometrischer Ort aller Punkte, die von einem festen Punkt und einer festen Geraden gleichen Abstand haben’, ahd. parabola (9. Jh.), mhd. (vereinzelt) parabelle ‘Gleichnis, lehrhafte Erzählung’ ist aus gleichbed. kirchenlat. parabola entlehnt, Nebenform von lat. parabolē, das auf griech. parabolḗ (παραβολή) ‘Vergleichung, Gleichnis, Parabel’, eigentlich ‘(vergleichendes) Nebeneinanderstellen’, zurückgeht. Dieses gehört zu griech. parabállein (παραβάλλειν) ‘nebeneinanderstellen, vergleichen’, eigentlich ‘danebenwerfen, -setzen, neben einen hinwerfen’; vgl. griech. bállein (βάλλειν) ‘werfen, treffen’ und s. ↗para-. Die Verwendung des Wortes zur Bezeichnung eines Kegelschnittes (im Dt. seit dem 16. Jh.) ist schon für das Griech. bezeugt. parabolisch Adj. ‘eine Parabel, lehrhafte Erzählung betreffend, gleichnishaft, gleichnisweise’ (18. Jh.), in der Geometrie ‘parabelförmig, durch eine Parabel darstellbar’ (Anfang 17. Jh.); vgl. griech. parabolikós (παραβολικός) ‘zur Vergleichung gehörig, vergleichsweise’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Allegorie · ↗Fabel · ↗Gleichnis · ↗Lehrstück · Parabel
Oberbegriffe
  • lehrhafte Dichtung

Typische Verbindungen
computergeneriert

Allegorie Ausweglosigkeit Ellipse Erwachsenwerden Fabel Gleichnis Groteske Hyperbel Kurzgeschichte Lehrstück Märchen Parabel Samariter Satire Scheitelpunkt Verführbarkeit apokalyptisch biblisch bitterbös brechtsch düster erzählt existentialistisch grotesk hintergründig kafkaesk märchenhaft poetisch satirisch zeitlos

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Parabel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das ist ironischerweise eine Parabel, eine glänzende Beschreibung der Situation.
Der Tagesspiegel, 21.08.2000
Das Märchen ist keine politische Parabel, die zu entschlüsseln wäre; versuchen wir es dennoch, wird das Märchen es überstehen, jedoch für uns verloren sein.
konkret, 1984
G. und Parabel sind durch eine epische Darstellungsweise begünstigt worden.
Frör, K.: Gleichnis und Parabel. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1958], S. 9902
Die Kurve, nach der die Züge hierbei konstruiert werden, ist in der Regel eine Parabel, daher parabolische Züge.
o. A.: P. In: Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1906], S. 43843
Hiervon ergibt sich nun sofort eine Anwendung auf die Quadratur der Parabel.
Mach, Ernst: Erkenntnis und Irrtum. In: Philosophie von Platon bis Nietzsche, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1905], S. 9630
Zitationshilfe
„Parabel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Parabel>, abgerufen am 15.12.2018.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Parabase
para-
par-
par ordre du mufti
par ordre
Parabelachse
Parabellum
Parabelstück
Parabiont
Parabiose