Paradiesapfel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungPa-ra-dies-ap-fel (computergeneriert)
WortzerlegungParadiesApfel
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
(bes. auf der Balkanhalbinsel heimischer) kleiner, rundlicher, wild wachsender Apfel
2.
landschaftlich Tomate
3.
landschaftlich, veraltend Granatapfel
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Paradies · Paradiesapfel · paradiesisch
Paradies n. im Alten Testament die ‘Stätte des Friedens, der Ruhe, des immerwährenden Glücks’ (des ersten Menschenpaares), nach neutestamentlicher Vorstellung ‘das Jenseits, der himmlische Aufenthaltsort der Seligen’, übertragen ‘Ort, Zustand ungetrübten Glücks’, ahd. paradīs(i) (8. Jh.), mhd. par(a)dīs(e), asächs. mnd. paradīs ist (wie nl. paradijs, engl. paradise, frz. paradis, ital. paradiso, span. port. paraíso) entlehnt aus kirchenlat. paradīsus, paradīsum, griech. parádeisos (παράδεισος), im Alten Testament (Septuaginta) ‘Garten Eden’ (für hebr. gan ‘Garten’, zu ganan ‘beschützen’), im Neuen Testament ‘Garten der Seligen’. Xenophon gebraucht griech. parádeisos von den Parks der persischen Könige und Adligen. Die Bezeichnung stellt sich als Gräzisierung eines dem awest. pairidaēza- ‘eine ringsum-, rundumgehende, sich zusammenschließende Umwallung, Ummauerung’ entsprechenden mitteliran. *pardēz ‘Garten’ (woraus auch hebr. pardēs ‘Garten’) dar. Die regelrecht entwickelte Lautform frühnhd. Paradeis(e) wird durch erneute Anlehnung an das lat. Vorbild wieder verdrängt, lebt aber fort in dem Namen Paradeis(apfel) (s. unten). Paradiesapfel m. landschaftlich (besonders südd.) ‘Tomate’, auch (öst. und teilweise omd.) Paradeisapfel und Paradeis (Plur. Paradeiser). Früher auch landschaftliche Bezeichnung für Apfelsorten, die ihrer Schönheit und Güte wegen als aus dem Paradiese stammend angesehen wurden, vgl. mhd. par(a)dīsapfel, mnd. paradīsappel ‘Granatapfel’. paradiesisch Adj. ‘wie im Paradies, himmlisch, herrlich, lieblich’, älter paradeisisch (16. Jh.).

Thesaurus

Gastronomie/Kulinarik
Synonymgruppe
Tomate  ●  ↗Liebesapfel  veraltet · ↗Paradeisapfel  regional · ↗Paradeiser  österr. · Paradiesapfel  regional · Lycopersicon esculentum  fachspr., veraltet, botanisch · Lycopersicon lycopersicum  fachspr., veraltet, botanisch · Solanum esculentum  fachspr., veraltet, botanisch · Solanum lycopersicum  fachspr., botanisch
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Grapefrucht · ↗Grapefruit · Paradiesapfel  ●  ↗Pampelmuse  ugs.
Oberbegriffe
  • Frucht · ↗Obst
  • Zitrusfrucht  ●  Zitrusfrüchte  Plural · ↗Agrumen  fachspr., ital., Plural · Agrumi  fachspr., Plural, ital.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Besucher ist aufgefordert, einzutreten, in dem Körper spazierenzugehen, doch sollte er vielleicht nicht von den roten Paradiesäpfeln essen.
Süddeutsche Zeitung, 13.06.1998
Auch die Ossis fuhren voll auf die Paradiesäpfel aus den sauberen Gewächshäusern ab.
Die Zeit, 14.08.1995, Nr. 33
Im erotischen Lexikon wird er sogar als Liebesapfel oder Paradiesapfel bezeichnet.
Die Zeit, 25.06.2003, Nr. 26
Das mag für den einen beklemmende Gefühle in der Magengegend auslösen - man denke an rasend s rotierende Kreislaufkatalysatoren oder Massen von Paradiesäpfeln und Menschen.
Der Tagesspiegel, 08.04.2001
Wieder kann die Fahrt in der Vorstadt stattfinden, Schule, Rathaus, Standesamt, die Kirche mit den Paradiesäpfeln, die Wellblechbude.
Fries, Fritz Rudolf: Der Weg nach Oobliadooh, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1966, S. 324
Zitationshilfe
„Paradiesapfel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Paradiesapfel>, abgerufen am 21.02.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Paradies
paradieren
Paradezimmer
Paradeuniform
Paradestück
Paradiesfisch
Paradiesgarten
Paradiesgärtlein
paradiesisch
Paradieskranich