Paradoxon, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungPa-ra-do-xon (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Paradoxon‹ als Letztglied: ↗Zwillingsparadoxon
EtymWB (Minimalartikel), 2015

Bedeutung

vergleiche ParadoxQuelle: DWDS, 2016
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Paradoxon · paradox
Paradoxon n. ‘wirklich oder scheinbar widersinnige bzw. auffallende, sonderbare Behauptung, widersinniges oder unvermutetes, überraschendes Ereignis’, Übernahme (16. Jh.) von spätlat. paradoxon, griech. parádoxon (παράδοξον) ‘der allgemeinen Meinung entgegenstehender, sonderbarer (Lehr)satz’. Neben die bis heute bewahrte griech.-lat. Form (mit ihrem Plural Paradoxa) tritt gelegentlich latinisiertes Paradoxum und in neuerer Zeit auch die endungslose Form Paradox (mit dem schon im 16. Jh. bezeugten Plural Paradoxe). Der Ausdruck ist das substantivierte Neutrum von griech. parádoxos (παράδοξος) ‘der gewöhnlichen Meinung zuwiderlaufend, wider Erwarten, unvermutet, auffallend, sonderbar, seltsam’, einer Präfixbildung (s. ↗para-) zu griech. dóxa (δόξα) ‘Ansicht, Meinung’. Daraus entlehntes paradox Adj. ‘der allgemeinen Meinung entgegenstehend, wunderbar, seltsam’, dann vor allem ‘unwahrscheinlich, widersinnig’, begegnet seit dem 17. Jh.

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Antinomie · Paradox · ↗Paradoxie · Paradoxon · ↗Widerspruch  ●  Contradictio in adjecto  fachspr., lat. · ↗Oxymoron  fachspr., griechisch
Unterbegriffe
  • Sankt-Petersburg-Lotterie · Sankt-Petersburg-Paradoxon
  • Geburtstagsparadoxon · Geburtstagsproblem
  • Pascalsches Paradoxon · hydrostatisches Paradoxon
  • Drei-Türen-Problem · Monty-Hall-Dilemma · Monty-Hall-Problem · ↗Ziegenproblem
  • Uhrenparadoxon · ↗Zwillingsparadoxon
  • Paradoxa · Paradoxien
  • Condorcet-Paradoxon · Zirkelpräferenz
  • Bildungsparadox · Bildungsparadoxon · Qualifizierungsparadox · Qualifizierungsparadoxon
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auflösung Glaube Widerspruch auflösen bemerkenswert berühmt beschreiben eigentümlich ergeben erstaunlich folgend formulieren hübsch interessant kennzeichnen klingen lauten logisch lösen merkwürdig philosophisch scheinbar seltsam verblüffend vermeintlich wagen zusammenfassen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Paradoxon‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf beide Extreme scheint das buddhistische Paradoxon anwendbar, dass die Leere nur durch die Form begriffen werden kann.
Der Tagesspiegel, 20.07.2002
Guckt man genau hin, geht in den Paradoxa alles mit logisch rechten Dingen zu.
Die Zeit, 19.12.1997, Nr. 52
So entwickelt sich das Paradoxon, daß er gleichzeitig ausgelacht wird und auslacht.
Gigon, Olof: Das hellenische Erbe. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 8110
Alles war starr und ziemlich entrüstet über dieses brutale Paradoxon.
Altenberg, Peter: Was der Tag mir zuträgt. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1901], S. 631
Das auch für Mersmann mögliche periodische Thema wird damit allerdings zum Paradoxon.
Wehnert, Martin: Thema und Motiv. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1966], S. 2313
Zitationshilfe
„Paradoxon“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Paradoxon>, abgerufen am 19.03.2019.

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