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Paraffin, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Paraffins · Nominativ Plural: Paraffine
Aussprache  [paʀaˈfiːn]
Worttrennung Pa-raf-fin · Par-af-fin
Wortbildung  mit ›Paraffin‹ als Erstglied: Paraffingatsch · Paraffinkerze · Paraffinlicht · paraffinieren
Herkunft zu parumlat ‘wenig’ + affīnislat ‘angrenzend, benachbart, verwandt’
DWDS-Vollartikel

Bedeutung

gesättigter, aliphatischer Kohlenwasserstoff oder daraus bestehendes farbloses bis weißes, wachsartiges Gemisch, das besonders zur Herstellung von Kerzen, Bohnerwachs und Schuhcreme verwendet wird
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: chlorierte Paraffine; flüssiges Paraffin
in Koordination: Vaseline, Schmieröl, Stearin, Bienenwachs und Paraffin
Beispiele:
Als Ausgangsmaterial für Kerzen dient überwiegend Paraffin, welches aus Erdöl gewonnen wird. [Mittelbayerische, 01.12.2020]
Der Duft der Textur [der Mascara] hat mir allerdings nicht zugesagt, aber das ist natürlich Geschmackssache. Was den meisten nicht gut gefallen wird, sind die Inhaltsstoffe, darunter auch Paraffin, das meist aus den Rückständen der Erdöldestillation gewonnen wird. [Süddeutsche Zeitung, 23.05.2020]
Im Reich der Pharaonen gab es Lampenöl und Paraffin, das Feuer spielte bei Zeremonien eine große Rolle. [Welt am Sonntag, 25.03.2018]
Während eine herkömmliche Hautcreme mittels einer teuren Werbekampagne erst einmal mit Werten aufgeladen werden muß, hat ein vergleichbares Erzeugnis aus der kontrollierten Naturkosmetik schon einen Wert an sich: Es enthält keine Paraffine oder andere Erdölprodukte, ist frei von synthetischen Duftstoffen und wurde angerührt ohne Tierversuche. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.01.2006]
Paraffine sind gesättigte Kohlenwasserstoffe; Stearin ist ein Gemisch aus Fettsäuren mit langen Kohlenwasserstoffketten. [Die Welt, 24.12.2002]
Paraffin, ein Gemisch fester Kohlenwasserstoffe der Äthanreihe, kommt im Petroleum, Ozokerit und Bitumen vor, entsteht bei der trocknen Destillation von bituminösen Schiefern, Torf, Braunkohle und Holz, wird aus Rohpetroleum und Braunkohlenteer durch fraktionierte Destillation zuerst ölig abgeschieden; das Rohöl wird durch Schwefelsäure und Natronlauge gereinigt und durch Kristallisation bei niederer Temperatur in Paraffinöl (zu Schmierölen, zur Leuchtgaskarburierung) und Paraffinschuppen getrennt. [Brockhaus’ Kleines Konversations-Lexikon. Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1906], S. 55610]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Paraffin n. wachsähnliche Masse aus vorwiegend gesättigten Kohlenwasserstoffen (besonders zur Herstellung von Kerzen, Bohnerwachs), von dem Industriellen v. Reichenbach entdeckt und mit dem Kunstwort Paraffin bezeichnet (1830), zu lat. parum ‘wenig’ (aus lat. parvum, der neutralen Form von lat. parvus ‘klein’) und lat. affīnis ‘angrenzend, benachbart, verwandt’. Die gelehrte Bildung im Sinne von ‘wenig geneigt, chemische Verbindungen einzugehen, wenig reaktionsfähig’ erfolgt im Hinblick auf die geringe chemische Reaktionsneigung des Paraffins.

Typische Verbindungen zu ›Paraffin‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Paraffin‹.

chloriert
Zitationshilfe
„Paraffin“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Paraffin>.

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