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Paralyse, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Paralyse · Nominativ Plural: Paralysen
Aussprache
WorttrennungPa-ra-ly-se (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Paralyse‹ als Letztglied: ↗Spinalparalyse  ·  mit ›Paralyse‹ als Grundform: ↗paralytisch
eWDG, 1974

Bedeutung

Medizin
1.
vollständige Lähmung besonders der motorischen Nerven
2.
progressive Paralysedurch Syphilis hervorgerufene fortschreitende krankhafte Veränderung des Gehirns
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Paralyse · paralysieren · paralytisch
Paralyse f. ‘Bewegungslähmung, Gehirnerweichung’. Mhd. parillis, par(a)lis ist entlehnt aus griech.-lat. paralysis (παράλυσις) ‘Lähmung der Nerven an einer Seite des Körpers’, einer Substantivbildung zu griech. paralýein (παραλύειν) ‘auflösen, wegnehmen, entziehen, lähmen’; vgl. lýein (λύειν) ‘lösen, zerstören’ und s. ↗para-. Seit frühnhd. Zeit bestehen zahlreiche umgangssprachliche Formen wie Paralys, Par(a)li, Parlay, Parleis, Parlin, Perli(s), die sich bis ins 17. Jh. halten. Neben in der medizinischen Wissenschaftssprache übliches griech.-lat. Paralysis tritt eingedeutschtes Paralyse (2. Hälfte 19. Jh.). paralysieren Vb. ‘lähmen, schwächen’, übertragen ‘unwirksam machen’ (18. Jh.); vgl. frz. paralyser. paralytisch Adj. (16. Jh.).

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
Lähmung  ●  Paralyse  fachspr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • teilweise Lähmung  ●  ↗Parese  fachspr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

fortschreitend politisch progressiv total

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Paralyse‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In der totalen Paralyse - die argentinische Wirtschaft steht völlig still.
Die Welt, 18.03.2002
Der Paralyse der Musik durch übertriebenes Rubato setzte er rhythmische Härte entgegen.
Die Zeit, 25.11.1999, Nr. 48
Im Frühjahr 1896 trat er eines Tages mit den offenbaren Zeichen einer beginnenden Paralyse in mein Zimmer.
Schnitzler, Arthur: Jugend in Wien, Eine Autobiographie. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1918], S. 40070
Es sei ausgeschlossen, daß Lubecki an progressiver Paralyse leidet oder gelitten hat.
Friedländer, Hugo: Irrenhausvorgänge vor Gericht. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 3890
W. Lange-Eichbaum, Nietzsche, Krankheit und Wirkung (1946), sieht im Übermenschen und im Willen zur Macht aus der Paralyse zu erklärende geisteskranke Ideen.
Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie, Bd. 2: Neuzeit und Gegenwart. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1952], S. 2018
Zitationshilfe
„Paralyse“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Paralyse>, abgerufen am 17.02.2019.

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