Parataxe, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Parataxe · Nominativ Plural: Parataxen
Aussprache
WorttrennungPa-ra-ta-xe
HerkunftGriechisch
eWDG, 1974

Bedeutung

Sprachwissenschaft das Nebeneinander gleichberechtigter Hauptsätze oder Satzglieder
Gegenwort zu Hypotaxe
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

hypotaktisch · Hypotaxe · parataktisch · Parataxe
hypotaktisch Adj. ‘(sich) unterordnend’ (von Sätzen und Satzgliedern), entlehnt (19. Jh.) aus dem bereits bei den griechischen Grammatikern üblichen Terminus griech. hypotaktikós (ὑποτακτικός) ‘sich unterordnend, unterwerfend, nachstehend, folgend’. Dazu Hypotaxe f. ‘Unterordnung von Sätzen und Satzgliedern’ (20. Jh.), griech. hypótaxis (ὑπόταξις). Ausgangswort für beide Ableitungen ist griech. hypotássein (ὑποτάσσειν) ‘darunterstellen, unterordnen, nachstellen’, aus ↗hypo- (s. d.) und griech. tássein (τάσσειν) ‘ordnen’. Als Gegenbegriffe bildet dazu die gelehrte Grammatik parataktisch Adj. ‘bei-, nebengeordnet’ und Parataxe f. ‘Gleichordnung, Koordination’ (19. Jh.), mit griech. pára, pará (πάρα, παρά) Adv. Präp. ‘daneben, neben’ (s. ↗para-); vgl. griech. paratássein (παρατάσσειν) ‘nebeneinander stellen, ordnen, in Schlachtordnung aufstellen’.

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Gleichordnung · ↗Gleichrangigkeit · ↗Nebeneinanderstellung  ●  Parataxe  fachspr.
Oberbegriffe
Antonyme
  • Parataxe  fachspr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Hypotaxe

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Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In den ersten Etappen der Sprachbildung, zu denen wir psychologisch zurückgehen können, bildet die einfache Parataxe die Grundregel für den Bau des Satzes.
Cassirer, Ernst: Philosophie der symbolischen Formen, Darmstadt: Wiss. Buchges. 1994 [1923], S. 279
Es hat bisher nur die Nebenordnung (Parataxe) von Satzgliedern (einfacher Satz) und von Sätzen (Satzverbindung) zu gebrauchen gelernt.
Brumme, Gertrud-Marie: Muttersprache im Kindergarten, Berlin: Volk u. Wissen 1981 [1966], S. 24
Einer der auffälligsten Züge in den Satzverbindungen ist der häufige Gebrauch von Parataxen.
Hammershaimb, E.: Semitische Sprachen. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 40813
J. s und John Henrys Geschichte, die der Roman nun in eindringlichen, von kräftigen Parataxen geprägten Kapiteln einzuschieben beginnt, biegen auf parallel verlaufende Zielgeraden.
Die Welt, 14.02.2004
Diese Fragestellung ist in der Tat wichtiger als die allmählich steril werdende Repetition einzelner Stilmerkmale wie Parataxe, additive Reihung, Stationendramatik.
Die Zeit, 27.08.1965, Nr. 35
Zitationshilfe
„Parataxe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Parataxe>, abgerufen am 22.04.2019.

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