Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Park, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Park(e)s · Nominativ Plural 1: Parks · Nominativ Plural 2: seltener Parke
Nebenform CH Park · Substantiv · Nominativ Plural: Pärke
Aussprache  [paʁk]
ZDL-Vollartikel

Bedeutungen

1.
(meist künstlich angelegte) große Grünfläche mit Bäumen (und Zierpflanzen), die besonders in Städten der Erholung dient
Oberbegriff zu Kurpark, Schlosspark, Stadtpark
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein gepflegter, verwildeter, öffentlicher, weitläufiger Park
als Akkusativobjekt: einen Park anlegen, gestalten
in Präpositionalgruppe/-objekt: die Bäume, ein Picknick, ein Spaziergang im Park
mit Genitivattribut: der Park des Palais, des Schlosses, der Villa
in Koordination: Parks und Grünanlagen, Grünflächen, Gärten, Spielplätze
als Genitivattribut: die Besucher des Parks
Beispiele:
Im [Treptower] Park sieht man Leute Yoga machen, Fußball spielen oder auf einer der vielen Grünflächen entspannen, während auf der Spree viele Boote mit Touristen oder Hausboote mit lauter Musik vorbeischippern und ihren eigenen Charme versprühen. [Der Tagesspiegel, 06.08.2022]
[…] besucht man diesseits des Atlantiks einen Stadtpark, fühlt man sich oft wie ein Fremdling, wie ein Eindringling: zweitklassig, bloss geduldet. Schliesslich waren die meisten dieser Pärke ehemals dem Adel reserviert – egal ob in Paris, München oder Wien. Erzherzog Maximilian machte sein Jagdrevier, den Prater in Wien, 1766 der Öffentlichkeit zugänglich. Ludwig XVI. öffnete sein Jagdrevier, den Bois de Boulogne in Paris, im Jahr 1783. Der Englische Garten in München wurde 1789 von einem Militärareal in einen öffentlichen Park verwandelt. [Luzerner Zeitung, 28.05.2022]
Der 13 Hektar große Garten [das Rosarium] in der alten Bergbaustadt [Sangerhausen], 1903 eröffnet, ist […] nicht nur in der Hauptsaison einen Besuch wert, wenn die »Königin der Blumen« ihn mit Millionen Blüten ziert. Ganzjährig geöffnet, bietet der Park auch eine Gehölzsammlung mit 300 verschiedenen Baum‑ und Straucharten sowie Skulpturen. [Welt am Sonntag, 06.02.2022]
Gemächlich radelt die Gruppe durch die Karl‑Marx‑Straße [in Potsdam], einst Kaiserstraße. Prächtige Villen reihen sich aneinander, mit ineinander verschachtelten Dachlandschaften, Gärten und Parks mit Blumenrabatten. [Norddeutsche Neueste Nachrichten, 04.04.2020]
Noch immer sind umfangreiche Teile Berlins ohne Gas, und Kohle ist knapp. Ein warmes Essen aber will jeder auf dem Tisch haben. Es ist nur verständlich, wenn sich jetzt viele Berliner auf die Holzsuche begeben. In den Trümmern der zerstörten Häuser, in den Parks und Wäldern der Umgebung Berlins gibt es genug Kleinholz. [Berliner Zeitung, 23.06.1945]
2.
relativ großes, unter Naturschutz stehendes, weitgehend naturbelassenes Gebiet
Synonym zu Naturpark, Oberbegriff zu Nationalpark
Beispiele:
Gleichzeitig mit dem Meilerfest […] feiert der Nationalpark Eifel den »Europäischen Tag der Parke«. [Aachener Zeitung, 11.06.2022]
Schweizer Pärke [Überschrift] Die kulinarische Schatzsuche »Savurando« führt ins Herz der Naturpärke und lässt rätselratend lokale Spezialitäten entdecken. [St. Galler Tagblatt, 25.06.2022]
Entlang der Grenze zu Tschechien […] liegt sein berühmtester Part: Deutschlands erster Nationalpark Bayerischer Wald, 1970 gegründet und heute von 1,3 Millionen Urlaubern pro Jahr besucht. Zusammen mit dem tschechischen Nationalpark Šumava bildet er einen grenzübergreifenden Park – mit Wanderwegen und wissenschaftlichen Studien über Luchse und Wölfe, die hin‑ und herwechseln. [Welt am Sonntag, 19.02.2022]
50 Millionen Menschen besuchen pro Jahr die 16 Nationalparks in Deutschland. […] Die mit Abstand meisten Besucher ziehen die großen Parks des Wattenmeers an (rund 80 Prozent). Beliebt sind auch die Boddenlandschaft Vorpommerns, die Sächsische Schweiz und der Bayerische Wald. [Welt am Sonntag, 22.08.2021]
Ein Nationalpark Senne wäre das vierte Schutzgebiet in Westdeutschland: Die Parks Bayerischer Wald, Berchtesgarden/Watzmann und Wattenmeer gibt es schon. [Die Zeit, 10.05.1991]
3.
Gelände, das einem bestimmten Zweck gewidmet ist
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein archäologischer Park
Beispiele:
Er verbrachte die Sommer in einem Camp mit Trampolinen und Skateparks, im Winter fuhr er Snowboard, fast jeden Tag. Als er mit 13 ins Nationalteam wuchs, bauten seine Brüder auf einem Hügel hinter dem Familienhaus einen kleinen Park mit Rails (= Hindernissen). [Süddeutsche Zeitung, 12.02.2018]
Im Legoland Billund lauern den Besuchern vom 13. bis zum 21. Oktober gruselige Monster und Vampire in jeder Ecke des Parks auf. [Saarbrücker Zeitung, 15.09.2012]
Wie verfasst man eine Ode auf die Eröffnung des nächsten großen Parks von Windkraftwerken? [Welt am Sonntag, 16.01.2022]
Das Keltenmuseum nahe Glauburg, das Teil der Keltenwelt am Glauberg ist, zeigt Funde aus drei keltischen Gräbern und die Sandstein‑Statue eines Keltenherrschers. Im Archäologischen Park können Gäste außerdem durch rekonstruierte Grabhügel, Wallgrabensysteme und Wehranlagen aus frühkeltischer Zeit wandern. [Frankfurter Rundschau, 02.08.2017]
Der Wildpark liegt in der Straße Am Sportfeld 6. Der Park ist rund um die Uhr begehbar, der Eintritt ist frei. [Frankfurter Rundschau, 14.04.2005]

letzte Änderung:

Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A2.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Park · parken · Parkplatz
Park m. ‘großflächige, waldartig gehaltene Garten-, Grünanlage’. Afrz. frz. parc ‘eingehegter Raum, Tiergehege’, aus parricus ‘Einfriedung, Gehege’, einer (wegen der roman. Bezeugungen) wohl schon für das Spätlat. anzusetzenden, aber erst mlat. bezeugten Form (s. Pferch), gelangt im 15. Jh. im Sinne von ‘Einzäunung, Zwinger’ in das niederrhein., dann auch md. Sprachgebiet, bleibt jedoch ohne Nachwirkung. Frz. parc wie auch darauf beruhendes engl. park ‘eingezäunte Grünfläche zur Hege von Bäumen und jagdbarem Wild’ entwickeln sich im 17. Jh. zur Bezeichnung für die ‘umschlossene großflächige Grünanlage zum Schmuck der Schlösser mit Spazierwegen für die vornehme Gesellschaft’. In diesem Sinne wird der Ausdruck aus dem Frz. und Engl. erneut ins Dt. übernommen (1. Hälfte 18. Jh.). Im Anschluß an frz. parc d’artillerie ‘eingehegter Platz für Munition, Geschütze und Wagen’ begegnet im Dt. Artilleriepark, Wagenpark, Fuhrpark (1. Hälfte 19. Jh.), Auto-, Fahrzeug-, Maschinenpark (20. Jh.). – parken Vb. ‘ein Kraftfahrzeug vorübergehend am Straßenrand oder auf einem vorgesehenen Platz abstellen’, nach gleichbed. amerik.-engl. to park, engl. eigentlich ‘einhegen, einschließen, (militärisches Gerät) lagern, deponieren’, dazu Parkplatz m. (beide 20er Jahre 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Park‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Park‹.

Gewerkschaftsjugend Olof-palme-hauses Palais Rand Schloß Villa angelegt angrenzend anlegen archäologisch babelsberger branitzer deschauer forstenrieder gepflegt görlitzer herrlich köllnischen königlich nymphenburger nördlich oerliker ravensberger totgesagt treptower verwildert weitläufig wörlitzer öjendorfer
Zitationshilfe
„Park“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Park>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Parität
Parisismus
Parisienne
Pariserin
Pariserbrot
Park-and-ride-System
Parka
Parkanlage
Parkareal
Parkausweis