Parodie, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Parodie · Nominativ Plural: Parodien
Aussprache
WorttrennungPa-ro-die · Par-odie (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
bildungssprachlich komisch-satirische Nachahmung oder Umbildung eines (berühmten, bekannten) meist künstlerischen, oft literarischen Werkes oder des Stils eines (berühmten) Künstlers
2.
(komisch-spöttische) Unterlegung eines neuen Textes unter eine Komposition
3.
Musik
a)
Verwendung von Teilen einer eigenen oder fremden Komposition für eine andere Komposition
b)
Vertauschung von geistlichen u. weltlichen Texten u. Kompositionen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Parodie · parodieren
Parodie f. satirische oder komische Nachbildung eines Kunstwerkes, besonders einer Dichtung, bzw. des Stiles eines berühmten Künstlers, ‘scherzhafte Nachahmung, Verspottung, Verzerrung’, Übernahme (17. Jh.) von gleichbed. frz. parodie, entlehnt aus lat. parōdia, griech. parōdía (παρῳδία) ‘eine inhaltlich ins Komische gewendete Nachahmung eines Gesanges, Liedes, Gedichtes’, eigentlich ‘Nebengesang’, Präfixbildung (s. ↗para-) mit einer Ableitung von griech. ōdḗ, aoidḗ (ᾠδή, ἀοιδή) ‘Gesang, Lied, Gedicht’ (s. ↗Ode). parodieren Vb. ‘in einer Parodie nachahmen, verspotten’ (17. Jh.), frz. parodier.

Thesaurus

Synonymgruppe
Glosse · ↗Karikatur · Parodie · ↗Persiflage · ↗Satire · humoristische Verarbeitung · ↗Überspitzung · ↗Übertreibung · ↗Überzeichnung  ●  ↗Veräppelung  ugs.
Unterbegriffe
  • Osmanisches Reich (19. Jahrhundert)  ●  kranker Mann am Bosporus  ugs. · kranker Mann von Europa  ugs.
  • Pastiche
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Comedy Genre Glosse Groteske Hommage Ironie Karikatur Kontrafaktur Parodie Pastiche Pathos Persiflage Plagiat Ritterroman Satire Sketch Slapstick Travestie Zitat bitterbös brillant burlesk bösartig gelungen hinreißend höhnisch köstlich schrill unfreiwillig witzig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Parodie‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Daraus habe ich gelernt, nie jemandem seine eigene Parodie vorzuspielen.
Die Welt, 30.12.2005
Das klingt nach Parodie, aber es soll so vorgekommen sein, so ähnlich wenigstens.
Süddeutsche Zeitung, 18.03.2000
Das gesamte Werk besteht in seinen betrachtenden Teilen wahrscheinlich ausnahmslos aus Parodien.
Blume, Friedrich: Bach. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1951], S. 7858
Aber aus Sport kann man wohl einen Sport betreiben, aber nicht die Parodie eines Sports.
Kisch, Egon Erwin: Der rasende Reporter, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1925], S. 138
Was aber die elenden Dichter der Zeit aus seiner Lehre machten, das ist fast durchaus unfreiwillige Parodie.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 10912
Zitationshilfe
„Parodie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Parodie>, abgerufen am 24.10.2019.

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