Parole, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Parole · Nominativ Plural: Parolen
Aussprache 
Worttrennung Pa-ro-le (computergeneriert)
Herkunft Französisch
Wortbildung  mit ›Parole‹ als Letztglied: ↗Durchhalteparole · ↗Flüsterparole · ↗Hassparole · ↗Hetzparole · ↗Latrinenparole · ↗Lügenparole · ↗Maiparole · ↗Naziparole · ↗Nein-Parole · ↗Neinparole · ↗Scheißhausparole · ↗Stammtischparole · ↗Streikparole · ↗Tagesparole · ↗Wahlparole
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Wahlspruch, Losung
Beispiele:
eine kämpferische, aggressive Parole
die Parole des Tages
Parolen an die Häuserwände, Mauern schreiben
salopp Parolen an die Häuserwände, Mauern schmieren
Parolen im Sprechchor rufen
die Parole lautete: Ruhe bewahren!
erst frühstücken, hieß die Parole [ A. ZweigDe Vriendt273]
Und wenn die Welt voll Teufel wär, ist immer meine Parole gewesen [ DürrenmattHörspiele154]
2.
abwertend unwahre, hetzerische Meldung, Behauptung
Beispiele:
den Parolen des Gegners (nicht) glauben
wer hat diese Parolen nur aufgebracht?
3.
Kennwort
Beispiele:
Militärdie Parole für die Truppe ausgeben
Militärder Posten verlangte die Parole
»wie heißt heute die Parole?« »Elbe«
die Parole nennen, sagen
Die Parole lautete: »Emil!« [ KästnerEmil97]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Parole f. ‘Losung, Wahlspruch, Kennwort’. Zufrühst wird mhd. parol(le) ‘Wort, Rede’ (13. Jh.) aus afrz. parole ‘Wort, Rede, Sprechweise, Spruch, Unterredung, Versprechen’ (frz. parole) entlehnt, das über vlat. *paraula auf kirchenlat. parabola ‘Gleichnis, lehrhafte Erzählung’ (s. ↗Parabel) zurückgeht. Im 17. Jh. erneut entlehntes Parole (aus dem Frz., anfangs auch Parola, Parolla nach ital. parola gleicher Herkunft) begegnet in der dem Frz. folgenden Bedeutung ‘Versprechen, gegebenes Wort, Ehrenwort’ sowie in der aus dem Ital. übernommenen terminologischen Verwendung ‘militärisches Losungs-, Kennwort’; an letztere schließen sich später (18. Jh.) die Übertragung ‘Wahlspruch, Leitsatz, Motto’ und in jüngster Zeit der abschätzige Gebrauch ‘unwahre Meldung, Behauptung’ an.

Thesaurus

Computer
Synonymgruppe
Codewort · ↗Geheimcode · ↗Kodewort · ↗Losung · ↗Losungswort · Parole · ↗Schlüsselwort · ↗Zugangscode · ↗Zugangswort  ●  ↗Kennwort  Hauptform · ↗Passwort  Hauptform
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Motto · Parole · ↗Phrase · ↗Schlagwort · ↗Stichwort
Unterbegriffe
  • dieses für das  ●  quid pro quo  lat.
Synonymgruppe
Leitsatz · ↗Leitspruch · ↗Losung · ↗Motto · Parole · ↗Sinnspruch · ↗Slogan · ↗Wahlspruch  ●  ↗Credo  fig. · ↗Devise  Hauptform · ↗Maxime  Hauptform · ↗Mantra  ugs., fig.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Parole‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Parole‹.

Verwendungsbeispiele für ›Parole‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann kam Punk, die Musik wurde härter und die Parolen auch.
Süddeutsche Zeitung, 10.08.2001
Er könne sich auch nicht erinnern, ausländerfeindliche Parolen gerufen zu haben.
Der Tagesspiegel, 19.10.2000
Ich hatte die gesamte deutsche Presse gewarnt vor der uneingeschränkten Übernahme dieser Parole.
o. A.: Einhundertfünfundsechzigster Tag. Donnerstag, 27. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 11887
Die Parole hatte geklappt, sie waren alle da, von acht bis dreizehn.
Welk, Ehm: Die Heiden von Kummerow, Rostock: Hirnstorff 1978 [1937], S. 280
Wer beides besitzen kann, ist gut gesichert; zweireihig bleibt Parole.
Reznicek, Paula von u. Reznicek, Burghard von: Der vollendete Adam. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 16977
Zitationshilfe
„Parole“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Parole>, abgerufen am 23.11.2020.

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