Partei, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Partei · Nominativ Plural: Parteien
Aussprache  [paʁˈtaɪ̯]
Worttrennung Par-tei
Wortbildung  mit ›Partei‹ als Erstglied: Parteiabzeichen · Parteiaktiv · Parteiamt · Parteiangelegenheit · Parteianhänger · Parteiapparat · Parteiarbeit · Parteiarbeiter · Parteiarchiv · Parteiauftrag · Parteiausschluss · Parteiausschuss · Parteiaustritt · Parteibasis · Parteibeauftragte · Parteibeitrag · Parteibeschluss · Parteibevollmächtigte · Parteiblatt · Parteibonze · Parteiboss · Parteibuch · Parteibündnis · Parteibüro · Parteichef · Parteichefin · Parteichinesisch · Parteidiktatur · Parteidisziplin · Parteidogma · Parteidokument · Parteiebene · Parteienbündnis · Parteiendemokratie · Parteiendiktatur · Parteienfinanzierung · Parteienforscher · Parteienforschung · Parteiengeschichte · Parteiengesetz · Parteiengremium · Parteiengruppe · Parteienlandschaft · Parteienpropaganda · Parteienpräferenz · Parteienraum · Parteienstaat · Parteiensystem · Parteienverdrossenheit · Parteienvertreter · Parteienwettbewerb · Parteienzwist · Parteifeind · Parteifinanzen · Parteifinanzierung · Parteiflügel · Parteifrau · Parteifreund · Parteifunktion · Parteifunktionär · Parteifunktionärin · Parteiführer · Parteiführung · Parteigegensätze · Parteigenosse · Parteigeschichte · Parteigremium · Parteigruppe · Parteigründer · Parteigänger · Parteihader · Parteihierarchie · Parteihochschule · Parteiideologe · Parteiideologie · Parteiinstrukteur · Parteiinstrument · Parteikabinett · Parteikader · Parteikasse · Parteikollege · Parteikomitee · Parteikonferenz · Parteikongress · Parteikonvent · Parteikreis · Parteilehrjahr · Parteileitung · Parteileute · Parteilinie · Parteilokal · Parteimanager · Parteimann · Parteimitglied · Parteimitgliedschaft · Parteimoral · Parteinahme · Parteiobfrau · Parteiobleute · Parteiobmann · Parteiorgan · Parteiorganisation · Parteipolitik · Parteipolitiker · Parteipresse · Parteiprogramm · Parteipropaganda · Parteipräferenz · Parteipräsident · Parteipräsidium · Parteiraison · Parteirechte · Parteireform · Parteiräson · Parteischule · Parteisekretär · Parteisoldat · Parteispende · Parteispitze · Parteisprecher · Parteisprecherin · Parteistatut · Parteistelle · Parteistrafe · Parteistratege · Parteistruktur · Parteitag · Parteiveranstaltung · Parteiverbot · Parteiverdrossenheit · Parteiverfahren · Parteiversammlung · Parteivertreter · Parteiveteran · Parteivize · Parteivorsitzende · Parteivorstand · Parteiwahl · Parteiwesen · Parteiwille · Parteiwillen · Parteizeitung · Parteizelle · Parteizentrale · Parteizettel · Parteizugehörigkeit · Pg. · parteiamtlich · parteieigen · parteienübergreifend · parteifeindlich · parteifähig · parteigebunden · parteiintern · parteiisch · parteilich · parteilos · parteimäßig · parteinah · parteioffiziell · parteipolitisch · parteischädigend · parteiunabhängig · parteiübergreifend
 ·  mit ›Partei‹ als Letztglied: Agrarpartei · Altpartei · Arbeiterpartei · Arbeitspartei · Autopartei · Bauernpartei · Bewegungspartei · Blockpartei · Bruderpartei · Bundespartei · Bundesratspartei · Bundestagspartei · Bürgerkriegspartei · C-Partei · Einheitspartei · Fangpartei · Frauenpartei · Gegenpartei · Gesamtpartei · Großpartei · Hauspartei · Honoratiorenpartei · Kaderpartei · Kantonalpartei · Kleinpartei · Kleinstpartei · Koalitionspartei · Konfliktpartei · Kriegspartei · Kurdenpartei · Labourpartei · Landespartei · Landwirtschaftspartei · Likud-Partei · Linkspartei · Massenpartei · Mehrheitspartei · Mietpartei · Mietspartei · Mitgliederpartei · Monopolpartei · Mutterpartei · Nachfolgepartei · Nazipartei · Oppositionspartei · Parlamentspartei · Piratenpartei · Protestpartei · Prozesspartei · Rathauspartei · Rechtspartei · Regierungspartei · Regionalpartei · Schwesterpartei · Splitterpartei · Staatspartei · Streitpartei · Tarifpartei · Tarifvertragspartei · Traditionspartei · Umweltpartei · Unionspartei · Vaterlandspartei · Vertragspartei · Volkspartei · Wirtschaftspartei · Wohlfahrtspartei · Wohnpartei · Zentrumspartei · Öko-Partei · Ökopartei
 ·  mit ›Partei‹ als Binnenglied: Allparteienregierung · Einparteienherrschaft · Einparteienregierung · Einparteienstaat · Einparteiensystem · Einparteiherrschaft · Einparteiregierung · Einparteisystem · Mehrparteiensystem · Zweiparteiensystem
eWDG

Bedeutungen

1.
politische Organisation, deren Mitglieder gemeinsame politische Interessen vertreten und ihre gemeinsamen politischen Ziele durchzusetzen suchen
Beispiele:
eine demokratische, sozialistische, ökologische, demokratische, bürgerliche, konservative, liberale Partei
die Sozialdemokratische Partei Deutschlands
historischdie Kommunistische Partei der Sowjetunion
die Partei der Arbeiterklasse
einer Partei angehören
Mitglied einer Partei sein
bei der Wahl für eine Partei stimmen
DDR eine Partei neuen Typusdie auf der Grundlage des Marxismus-Leninismus, nach den von Lenin erarbeiteten Normen organisierte Partei der Arbeiterklasse
Beispiel:
die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands ist eine Partei neuen Typus
Grammatik: oft »die Partei« für »die marxistisch-leninistische Partei eines sozialistischen Staates«, besonders für »die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands«
Beispiele:
die führende Rolle der Partei
die Aufgaben der Partei
die Reihen der Partei stärken
er ist in die Partei eingetreten
die Beschlüsse von Partei und Regierung
Der Einzelne hat zwei Augen / Die Partei hat tausend Augen [ BrechtLob der Partei]
2.
Gruppe Gleichgesinnter
Beispiele:
Es bildete sich im Kongreß eine mächtige Partei für sein System [ MoloEin Deutscher255]
Es war ihm auch nicht möglich, sich einer der Gruppen oder Parteien anzuschließen, die sich unter den Kameraden gebildet hatten [ Wasserm.Maurizius18]
Gruppe, die gegen eine andere Gruppe spielt, Mannschaft
Beispiele:
er hat als Torwart für seine Partei das Spiel gewonnen
seine Partei hat verloren
3.
Gegner in einem Rechtsstreit
Beispiele:
die klagenden, streitenden Parteien (vor Gericht)
beide Parteien söhnten sich vor Gericht aus
beide Parteien leben getrennt
die Parteien tragen die Kosten des Prozesses
Vertragspartner
Beispiele:
beide Parteien haben den Vertrag unterzeichnet
die vertragschließenden Parteien
4.
Mieter einer Wohnung, Mietspartei
Beispiele:
ein Mietshaus mit zwölf Parteien
Die über ihnen wohnende Partei, ein altes, alleinstehendes Ehepaar [ NablOrtliebsche Frauen222]
5.
übertragen für jmdn., etw. Partei nehmen, jmds. Partei nehmen, ergreifenentschieden für jmdn., etw. eintreten
Beispiele:
für die Sache des Sozialismus Partei ergreifen
gegen jmdn. Partei nehmen
du bist hier Partei (= bist parteiisch)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Partei · Parte1 · Parteigänger · Parteigenosse · parteiisch · unparteiisch · parteilich · Parteilichkeit · Parteiung
Partei f. ‘Gruppe Gleichgesinnter, Vereinigung von Personen mit der gleichen politischen Überzeugung, um bestimmte Ziele durchzusetzen’, auch ‘Partner eines Vertrags, einer der beiden Gegner im Rechtsstreit’, mhd. partīe ‘Abteilung, Personengruppe, Gruppierung’, mnd. partī(g)e ‘Personenverband, Parteiung, einseitige Parteinahme, Prozeßpartei’, entlehnt aus afrz. partie ‘Teil, Gebiet, Anteil, Verteilung, Trennung, Rechtshandel, Heiratsmöglichkeit, Seite, Richtung, Gegner’, dem substantivierten Femininum des Part. Perf. von afrz. mfrz. partir ‘teilen, verteilen, trennen, sich entfernen, aufbrechen’ (frz. partir ‘abreisen, aufbrechen, losgehen’), dem lat. partīre (partītum), auch partīrī ‘teilen, trennen, zuteilen’ zugrunde liegt; dieses ist gebildet zu lat. pars (Genitiv partis) ‘Teil, Anteil, Seite’. Partei ‘Personengruppe mit gemeinsamen Interessen’, das in einigen Verwendungen noch längere Zeit im Wechsel mit später entlehntem Partie (s. d.) gebraucht wird, bezeichnet seit dem 15. Jh. auch jede der in Verhandlungen oder einem Rechtsgeschäft sich gegenüberstehenden Seiten (‘Vertragspartner, Prozeßgegner’) sowie (zuerst niederrhein.) eine Gruppe mit gemeinsamem Wohnsitz (‘Haushaltung, Familie, Mietspartei’, obsächs. Parte1 f. ); vom 16. Jh. an steht es für ‘sich von anderen sondernde politische oder konfessionelle Gesinnungsgemeinschaft’ und vereinzelt schon für ‘Heiratsmöglichkeit, zu heiratende Person’ (besonders unter dem Gesichtspunkt der Vermögensverhältnisse, hierfür seit dem 17. Jh. auch Partie, das sich schließlich durchsetzt); in der Militärsprache des 17. Jhs. ist es außerdem ‘Streifzüge unternehmende kleine Schar’. In mehreren seiner Bedeutungen, namentlich im Sinne von ‘politische Organisation’, zeigt Partei semantischen Einfluß des (ebenfalls zu afrz. mfrz. partir gehörenden) Maskulinums mfrz. frz. parti ‘Anteil, Lage, Beruf, Stand, zu heiratende Person, Entschluß, Interessengruppe, Organisation’, frz. auch ‘Trupp von Soldaten, Streifkorps’ (afrz. parti ‘Teil, Anteil, Menge, Lage’). Parteigänger m. ‘Anhänger einer politischen Richtung, einer Persönlichkeit’ (Anfang 19. Jh., meist abschätzig), zuvor ‘Führer oder Angehöriger einer Streifzüge unternehmenden Schar’ (17. Jh.). Parteigenosse m. ‘Mitglied einer politischen Partei’ (Anfang 19. Jh.), in der Sozialdemokratie seit den 70er Jahren des 19. Jhs. allmählich durch die kürzere Form Genosse (s. d.) verdrängt. parteiisch Adj. ‘einseitig für eine Partei, eine bestimmte Interessengruppe, einen von zwei Gegnern eingestellt, voreingenommen, befangen’ (16. Jh.), auch ‘einer Gruppe, Partei angehörend, zu ihr stehend’ (15. Jh.); entsprechend unparteiisch Adj. (15. Jh.). parteilich Adj. ‘eine Partei betreffend, vertretend, Partei ergreifend’ (20. Jh.), ‘parteiisch’ (15. Jh.). Parteilichkeit f. ‘theoretisches und praktisches Eintreten für die Interessen einer Partei’ (20. Jh.), ‘einseitige Stellungnahme oder Beurteilung’, auch ‘Uneinigkeit’ (um 1500). Parteiung f. ‘Zersplitterung in einander bekämpfende Parteien, Spaltung, Zwietracht’ (Ende 15. Jh.); vgl. mhd. partīen ‘(sich) in Parteien spalten’.

Thesaurus

Politik
Synonymgruppe
Partei · politische Partei  ●  politische Kraft  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Partei‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Partei‹.

Verwendungsbeispiele für ›Partei‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Unsere Nachbarn zur Rechten, die katholischen Parteien, blickten voll Erwartung auf uns. [Kurz, Robert: Schwarzbuch Kapitalismus, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 478]
In den Diskussionen der eigenen Partei gingen die Wogen hoch. [Brandt, Willy: Erinnerungen, Berlin: Ullstein 1997 [1989], S. 301]
Viele Elemente in der Partei widersetzten sich den schnell ausgreifenden Tendenzen, die Macht zu zentralisieren. [Friedrich, Carl Joachim: Totalitäre Diktatur, Stuttgart: Kohlhammer 1957, S. 156]
Sie hemmt zwar die Bildung einer radikalen Partei, aber auch nur bedingt. [Eschenburg, Theodor: Staat und Gesellschaft in Deutschland, Stuttgart: Schwab 1957 [1956], S. 198]
Sechzehn Jahre besteht nun unsere Partei, für unsere Gegner sicherlich eine unerträglich lange Zeit, für uns kaum ein Beginnen. [o. A.: Appell der politischen Leiter auf dem Parteitag der NSDAP in Nürnberg, 13.09.1935]
Zitationshilfe
„Partei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Partei>.

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