Dieser Artikel ist nicht auf dem aktuellen Stand. Er wird im Rahmen des DWDS-Projekts von der Redaktion überarbeitet.

Pass, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Passes · Nominativ Plural: Pässe
Aussprache
Ungültige SchreibungPaß
Rechtschreibregeln§ 2
Wortbildung mit ›Pass‹ als Erstglied: ↗Pass-Stelle · ↗Passbild · ↗Passfoto · ↗Passkontrolle · ↗Passstelle · ↗Passvermerk · ↗Passzwang
 ·  mit ›Pass‹ als Letztglied: ↗Allergiepass · ↗Buchpass · ↗Doppelpass2 · ↗E-Pass · ↗Fremdenpass · ↗Laufpass · ↗Militärpass · ↗Mutter-Kind-Pass · ↗Mutterpass · ↗Reisepass · ↗Röntgenpass · ↗Sammelpass · ↗Schipass · ↗Skipass · ↗Startpass · ↗Waffenpass · ↗Wehrpass
eWDG, 1974

Bedeutung

staatlich ausgestelltes Dokument zur Legitimation für Reisende ins Ausland
Beispiele:
einen Pass beantragen, ausstellen
den Pass verlängern, erneuern lassen
den Pass vorzeigen, überprüfen, kontrollieren
der Pass ist ungültig, abgelaufen
sich [Dativ] einen Pass besorgen
er ist mit einem falschen Pass über die Grenze geflohen
dem Botschafter wurden (durch die Regierung) die Pässe zugestellt (= die diplomatischen Beziehungen wurden abgebrochen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Paß1 · Paßgang · zupaß · zupaßkommen
Paß1 m. ‘Gebirgsübergang, Durchgang, durch eine Talenge führender Weg’, mhd. pas ‘Teile der Eingeweide des Hirsches (Gedärm?)’, ferner (westmd., am Niederrhein) ‘Schritt, Gang, Weg’, unter mnl. Einfluß auch ‘rechtes Maß, die rechte, angemessene Zeit’, spätmhd. (md.) ‘abgemessener Teil, Abschnitt’, Entlehnung aus afrz. pas ‘Schritt, Spur, gemessene Gangart, Schrittmaß, Durchgang, Übergang, bestimmte Stelle’ (frz. pas), teilweise vermittelt durch gleichbed. mnl. mnd. pas, die darüber hinaus die Bedeutungen ‘bestimmter Zustand, bestimmtes, richtiges Maß, Angemessenheit’ entwickeln (vgl. mnl. te pas(se), mnd. to pas(se), van pas(se), frühnhd. zu paß, zu passe ‘in angemessenem Zustand, recht, gelegen’, nhd. in der Wendung zupaß, zupasse kommen). Dazu tritt weiterhin frühnhd. pass (um 1400), Passo (Anfang 16. Jh.) ‘Gebirgsübergang, enger Durchgang’ (s. auch ↗Engpaß) im Anschluß an gleichbed. ital. passo. Dem frz. wie dem ital. Wort liegt lat. passus ‘Schritt, Tritt, Gang, Doppelschritt als Längenmaß, Klafter’, mlat. auch ‘Durchgang, Übergang, Textabschnitt’ zugrunde, eigentlich ‘das Ausspreizen’ (der Füße beim Gehen), zu lat. pandere (passum) ‘auseinanderbreiten, ausspreizen’, Kausativum von lat. patēre ‘offenstehen, klaffen, sich erstrecken, zugänglich, sichtbar sein’. In der 2. Hälfte des 16. Jhs. übernimmt Paß von afrz. mfrz. pas, ital. passo die Bedeutung ‘auf gleichzeitigem Vorsetzen der beiden Beine einer Seite beruhende langsame, wiegende Gangart einiger Vierfüßer’ (bei Kamelen, Bären, durch Dressur bei Pferden), heute üblicher in der Zusammensetzung Paßgang m. (Anfang 18. Jh.); vgl. früher bezeugtes Paßgänger ‘sich im Paßgang fortbewegender Vierfüßer’ (17. Jh.). Die Sportsprache des 20. Jhs. gebraucht Paß im Sinne von ‘gezieltes, meist flaches Zuspielen des Balles an einen Spieler der eigenen Mannschaft’. Die alte Bedeutung ‘rechtes Maß, rechte Zeit, angemessener Zustand’ (s. oben; s. auch ↗passen) bewahrt die Zusammenrückung zupaß Adv. ‘sehr gelegen’, zu pasz, zu passe ‘wohl auf, gesund’ (16. Jh.), zumal in zupaßkommen Vb. ‘zu rechter Zeit, gerade recht, gelegen kommen’ (19. Jh.).

Paß2 · Reisepaß
Paß2 m. ‘Dokument zur Legitimation für Reisende ins Ausland’, Anfang des 16. Jhs. verkürzt aus frühnhd. paßport (1498), das wie mnd. pasbort, mnl. nl. paspoort (woraus ebenso durch Kürzung nl. pas), engl. passport entlehnt ist aus mfrz. frz. passe-port (jetzt passeport), dann (seit Ende 16. Jh.) gelegentlich auch aus (gleichfalls dem Frz. folgendem) ital. passaporto ‘Geleitbrief für Waren und Personen, Passierschein’. Die frz. Bildung, eigentlich eine Aufforderung zum Passieren des Hafens, der Grenze, ist zusammengesetzt aus mfrz. frz. passe, Imperativ von afrz. frz. passer ‘sich von einem Ort an einen anderen bewegen, durchqueren, überschreiten’ (s. ↗passieren), und afrz. frz. port ‘Hafen’, afrz. auch ‘Gebirgsübergang (in den Pyrenäen), Grenze’ (lat. portus ‘Hafen, Mündung’, älter auch ‘Eingang, Durchgang’). Seit der 1. Hälfte des 15. Jhs. begegnet ferner frühnhd. paßbrif, bassbrief ‘Geleitbrief’ (vgl. mfrz. lettre de pas(se), de passage, mnl. brief van pas, 16. Jh.). Heute meist Reisepaß m. (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Pass · ↗Reisepass
Oberbegriffe
  • Ausweis · Ausweispapiere · Identifikationskarte · ↗Lichtbildausweis · Personalien  ●  Papiere  ugs.
Unterbegriffe
  • biometrischer Reisepass · elektronischer Reisepass
Geologie
Synonymgruppe
Gebirgspass · ↗Joch · Pass · ↗Sattel
Unterbegriffe
  • Jablunyzkyj-Pass  ●  Tatarenpass  veraltet
  • Gampenjoch · Gampenpass
  • Stilfser Joch · Stilfserjoch  ●  Passo dello Stelvio  ital.
  • Brenner · Brennerpass
  • Simplon · Simplonpass
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausweis Dribbling Fingerabdruck Führerschein Personalausweis Stempel Visum ausländisch ausstellen beantragen besitzen biometrisch britisch deutsch einreisen falsch fein fälschen gefälscht genial gültig kanadisch klug präzis spanisch stempeln tödlich türkisch vorzeigen österreichisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pass‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann entdecke ich auch in Bodos Pass einen falschen Namen.
Bild, 09.11.2000
Schlimm war, dass meine Mutter aufgrund ihrer Flucht staatenlos wurde, wir besaßen fünfzehn Jahre lang keinen Pass.
Die Zeit, 02.09.2013, Nr. 35
Es war zum Lachen - aber davor bewahrte ihn sein deutscher Paß.
Biller, Maxim: Horwitz erteilt Lubin eine Lektion. In: ders., Wenn ich einmal reich und tot bin, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1990, S. 27
Paß auf, daß du nie in ihrer Nähe stehst, hatte seine Mutter gesagt.
Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 287
Woher bekomme ich in der Geschwindigkeit einen falschen Paß für ihn?
Simmel, Johannes Mario: Es muß nicht immer Kaviar sein, Zürich: Schweizer Verl.-Haus 1984 [1960], S. 110
Zitationshilfe
„Pass“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pass#1>, abgerufen am 22.11.2019.

Weitere Informationen …

Dieser Artikel ist nicht auf dem aktuellen Stand. Er wird im Rahmen des DWDS-Projekts von der Redaktion überarbeitet.

Pass, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Passes · Nominativ Plural: Pässe
Aussprache
Ungültige SchreibungPaß
Rechtschreibregeln§ 2
Wortbildung mit ›Pass‹ als Erstglied: ↗Pass-Straße · ↗Passgang · ↗Passgänger · ↗Passhöhe · ↗Passstraße · ↗passwärts
 ·  mit ›Pass‹ als Letztglied: ↗Alibipass · ↗Alpenpass · ↗Bandpass · ↗Doppelpass1 · ↗Engpass · ↗Fehlpass · ↗Gebirgspass · ↗Hochpass · ↗Kurzpass · ↗Langpass · ↗Querpass · ↗Steilpass · ↗Tiefpass · ↗Traumpass · ↗Zuckerpass
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
enger Übergang, Durchgang im Gebirge, Gebirgspass
Beispiele:
einen Pass überschreiten, überqueren
der Pass liegt in 2 000 Meter Höhe
2.
Fußball genaues, meist flaches Zuspiel, besonders beim Fußball
Beispiel:
Es gab keine unnötigen verzögernden Dribbeleien, keine Kurz- und Querpässe ... Es wurde blitzschnell, steil und mit weiten Pässen operiert [Tageszeitung1963]
3.
Passgang
Grammatik: nur im Singular
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Paß1 · Paßgang · zupaß · zupaßkommen
Paß1 m. ‘Gebirgsübergang, Durchgang, durch eine Talenge führender Weg’, mhd. pas ‘Teile der Eingeweide des Hirsches (Gedärm?)’, ferner (westmd., am Niederrhein) ‘Schritt, Gang, Weg’, unter mnl. Einfluß auch ‘rechtes Maß, die rechte, angemessene Zeit’, spätmhd. (md.) ‘abgemessener Teil, Abschnitt’, Entlehnung aus afrz. pas ‘Schritt, Spur, gemessene Gangart, Schrittmaß, Durchgang, Übergang, bestimmte Stelle’ (frz. pas), teilweise vermittelt durch gleichbed. mnl. mnd. pas, die darüber hinaus die Bedeutungen ‘bestimmter Zustand, bestimmtes, richtiges Maß, Angemessenheit’ entwickeln (vgl. mnl. te pas(se), mnd. to pas(se), van pas(se), frühnhd. zu paß, zu passe ‘in angemessenem Zustand, recht, gelegen’, nhd. in der Wendung zupaß, zupasse kommen). Dazu tritt weiterhin frühnhd. pass (um 1400), Passo (Anfang 16. Jh.) ‘Gebirgsübergang, enger Durchgang’ (s. auch ↗Engpaß) im Anschluß an gleichbed. ital. passo. Dem frz. wie dem ital. Wort liegt lat. passus ‘Schritt, Tritt, Gang, Doppelschritt als Längenmaß, Klafter’, mlat. auch ‘Durchgang, Übergang, Textabschnitt’ zugrunde, eigentlich ‘das Ausspreizen’ (der Füße beim Gehen), zu lat. pandere (passum) ‘auseinanderbreiten, ausspreizen’, Kausativum von lat. patēre ‘offenstehen, klaffen, sich erstrecken, zugänglich, sichtbar sein’. In der 2. Hälfte des 16. Jhs. übernimmt Paß von afrz. mfrz. pas, ital. passo die Bedeutung ‘auf gleichzeitigem Vorsetzen der beiden Beine einer Seite beruhende langsame, wiegende Gangart einiger Vierfüßer’ (bei Kamelen, Bären, durch Dressur bei Pferden), heute üblicher in der Zusammensetzung Paßgang m. (Anfang 18. Jh.); vgl. früher bezeugtes Paßgänger ‘sich im Paßgang fortbewegender Vierfüßer’ (17. Jh.). Die Sportsprache des 20. Jhs. gebraucht Paß im Sinne von ‘gezieltes, meist flaches Zuspielen des Balles an einen Spieler der eigenen Mannschaft’. Die alte Bedeutung ‘rechtes Maß, rechte Zeit, angemessener Zustand’ (s. oben; s. auch ↗passen) bewahrt die Zusammenrückung zupaß Adv. ‘sehr gelegen’, zu pasz, zu passe ‘wohl auf, gesund’ (16. Jh.), zumal in zupaßkommen Vb. ‘zu rechter Zeit, gerade recht, gelegen kommen’ (19. Jh.).

Paß2 · Reisepaß
Paß2 m. ‘Dokument zur Legitimation für Reisende ins Ausland’, Anfang des 16. Jhs. verkürzt aus frühnhd. paßport (1498), das wie mnd. pasbort, mnl. nl. paspoort (woraus ebenso durch Kürzung nl. pas), engl. passport entlehnt ist aus mfrz. frz. passe-port (jetzt passeport), dann (seit Ende 16. Jh.) gelegentlich auch aus (gleichfalls dem Frz. folgendem) ital. passaporto ‘Geleitbrief für Waren und Personen, Passierschein’. Die frz. Bildung, eigentlich eine Aufforderung zum Passieren des Hafens, der Grenze, ist zusammengesetzt aus mfrz. frz. passe, Imperativ von afrz. frz. passer ‘sich von einem Ort an einen anderen bewegen, durchqueren, überschreiten’ (s. ↗passieren), und afrz. frz. port ‘Hafen’, afrz. auch ‘Gebirgsübergang (in den Pyrenäen), Grenze’ (lat. portus ‘Hafen, Mündung’, älter auch ‘Eingang, Durchgang’). Seit der 1. Hälfte des 15. Jhs. begegnet ferner frühnhd. paßbrif, bassbrief ‘Geleitbrief’ (vgl. mfrz. lettre de pas(se), de passage, mnl. brief van pas, 16. Jh.). Heute meist Reisepaß m. (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Pass · ↗Reisepass
Oberbegriffe
  • Ausweis · Ausweispapiere · Identifikationskarte · ↗Lichtbildausweis · Personalien  ●  Papiere  ugs.
Unterbegriffe
  • biometrischer Reisepass · elektronischer Reisepass
Geologie
Synonymgruppe
Gebirgspass · ↗Joch · Pass · ↗Sattel
Unterbegriffe
  • Jablunyzkyj-Pass  ●  Tatarenpass  veraltet
  • Gampenjoch · Gampenpass
  • Stilfser Joch · Stilfserjoch  ●  Passo dello Stelvio  ital.
  • Brenner · Brennerpass
  • Simplon · Simplonpass
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausweis Dribbling Fingerabdruck Führerschein Personalausweis Stempel Visum ausländisch ausstellen beantragen besitzen biometrisch britisch deutsch einreisen falsch fein fälschen gefälscht genial gültig kanadisch klug präzis spanisch stempeln tödlich türkisch vorzeigen österreichisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pass‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann entdecke ich auch in Bodos Pass einen falschen Namen.
Bild, 09.11.2000
Schlimm war, dass meine Mutter aufgrund ihrer Flucht staatenlos wurde, wir besaßen fünfzehn Jahre lang keinen Pass.
Die Zeit, 02.09.2013, Nr. 35
Es war zum Lachen - aber davor bewahrte ihn sein deutscher Paß.
Biller, Maxim: Horwitz erteilt Lubin eine Lektion. In: ders., Wenn ich einmal reich und tot bin, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1990, S. 27
Paß auf, daß du nie in ihrer Nähe stehst, hatte seine Mutter gesagt.
Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 287
Woher bekomme ich in der Geschwindigkeit einen falschen Paß für ihn?
Simmel, Johannes Mario: Es muß nicht immer Kaviar sein, Zürich: Schweizer Verl.-Haus 1984 [1960], S. 110
Zitationshilfe
„Pass“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pass#2>, abgerufen am 22.11.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Pasquillant
Pasquill
Paspeltasche
paspeln
paspelieren
Pass-Stelle
Pass-Straße
Passa
passabel
Paßabteilung