Passage, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Passage · Nominativ Plural: Passagen
Aussprache  [paˈsaːʒə]
Worttrennung Pas-sa-ge
Wortbildung  mit ›Passage‹ als Erstglied: Passageinstrument · passagenweise  ·  mit ›Passage‹ als Letztglied: Akkordpassage · Dialogpassage · Einkaufspassage · Ladenpassage · Magen-Darm-Passage · Schiffspassage · Statuspassage · Straßenpassage · Textpassage
Herkunft aus gleichbedeutend passagemfrz frz
eWDG

Bedeutungen

1.
Durchgang
a)
überdachte Ladenstraße
Beispiele:
in der Passage einkaufen
eilige Fußgänger liefen durch die Passage
[schmale] Passagen, die sich nach Straßen und Höfen öffnen [ A. ZweigEinsetzung311]
b)
Gang, Spalier
Beispiel:
das Militärkorps bildete eine breite Passage für den Staatsmann
2.
das Durchfahren, Passieren
Beispiele:
die Passage des Zuges durch den Tunnel
Kriegsschiffen wird die Passage durch den Suezkanal verwehrt
die Passage der Nahrung durch den Verdauungskanal
3.
große Reise mit dem Schiff oder Flugzeug über das Meer, Überfahrt
Beispiele:
eine Passage buchen
Man muß für Passage auf einem Schiff sorgen [ ZuckmayerWinblad7]
4.
Textstelle, Textabschnitt
Beispiele:
der Roman hatte einige aufregende Passagen
die interessantesten Passagen aus dem Interview wurden veröffentlicht
5.
Musik virtuoser Zwischenteil in solistischer Instrumentalmusik, der teils aus tonleitermäßigen, teils aus akkordisch gebrochenen Tonfolgen besteht
Beispiele:
das Klavierkonzert hat einige brillante Passagen
der Solist gab die schwierige Passage der Violinsonate vollendet wieder
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

passieren · Passant · Passage · Passagier
passieren Vb. ‘vorübergehen, durch-, überqueren’, dann ‘angehen, erträglich sein’ (16. Jh., heute unüblich), ‘geschehen, sich ereignen’ (17. Jh.) und ‘durch ein Sieb pressen, durchseihen’ (2. Hälfte 19. Jh.), wahrscheinlich über mnl. passēren ‘durchqueren, vorbeigehen’ entlehnt (niederrhein. passeren ‘reisen’ 1477, hd. seit Anfang 16. Jh.) aus afrz. frz. passer ‘sich von einem Orte an einen anderen bewegen, durchqueren, überschreiten, vorüber-, vergehen, durchseihen’, frz. auch ‘annehmbar, erträglich sein’ (woraus zuvor schon passen, s. d.). Das frz. Verb setzt vlat. *passāre ‘(durch)schreiten, (durch)gehen’ fort, eine Ableitung von lat. passus ‘Schritt’ (s. Paß1). Die Bedeutung ‘sich ereignen’ schließt sich an reflexiv verwendetes gleichbed. mfrz. frz. se passer an. Ein vereinzelter Frühbeleg spätmhd. als diser marckt passärt ‘vorübergeht, zu Ende ist’ (Oswald v. Wolkenstein) beruht wohl auf Übernahme von ital. passare (gleicher Herkunft und Semantik wie frz. passer). Passant m. ‘Vorübergehender, Fußgänger’, älter auch ‘Durchreisender’ (Anfang 18. Jh.), nach gleichbed. afrz. frz. passant oder ital. passante, dem substantivierten Part. Präs. von afrz. frz. passer bzw. ital. passare (s. oben). Passage f. ‘Durchgang, Durchfahrt, Überfahrt, Abschnitt eines Textes’ (16. Jh., anfangs Passassy, Passaige, Passasch, Pasagie u. ä.), nach gleichbed. mfrz. frz. passage m.; voraus geht mhd. passāsche ‘Weg, Furt’ (13. Jh.), Übernahme von entsprechendem afrz. passage, abgeleitet von afrz. passer (s. oben; vgl. latinisiertes mlat. passagium ‘Durchgang, Weg, Wegegeld, Fährgeld’). Die terminologische Verwendung von Passage (älter auch Passagie) im Sinne von ‘virtuose Tonfolge in einem Musikstück’ (Ende 17. Jh.) erklärt sich aus gleichbed. ital. passaggio, das ebenfalls auf afrz. passage zurückgeht. Passagier m. ‘Reisender, Fahrgast’ (16. Jh., zunächst für den Schiffsreisenden), nach gleichbed. mfrz. frz. passager (afrz. passagier ‘Fährmann, Schiffer’, zu afrz. passage, s. oben), in der Bedeutung ‘Durchreisender, Fremder’ auch nach aus dem Frz. stammendem ital. passegg(i)ero (älter passeggiere, passaggiere).

Thesaurus

Synonymgruppe
Assoziationen
Synonymgruppe
Durchfahrt · Durchgang · Durchreise · Passage · Transit
Assoziationen
Synonymgruppe
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Durchlass · Gang · Gasse · Korridor · Lücke · Passage  ●  Durchgang  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Passage‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Passage‹.

Verwendungsbeispiele für ›Passage‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das heißt, es gab keine richtigen Kurven, keine wirklich steilen Passagen.
Die Welt, 29.12.2005
Der Verlag verpflichtete sich daraufhin, die monierten Passagen zu schwärzen.
Der Tagesspiegel, 23.08.2003
Die Passagen, die ich nicht verstanden habe, kann ich fast auswendig.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 104
Allerdings hätte ich die Passage, die den Wirbel verursacht hat, auch dann nicht geändert, wenn ich sie vorher gesehen hätte.
Becker, Jurek: Amanda herzlos, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1993 [1992], S. 344
Die Straße mag dem Verkehr dienen, die Passage gewiß nicht.
Kisch, Egon Erwin: Der rasende Reporter, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1925], S. 172
Zitationshilfe
„Passage“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Passage>, abgerufen am 25.10.2021.

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