Passagier, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Passagiers · Nominativ Plural: Passagiere
Aussprache
WorttrennungPas-sa-gier
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Passagier‹ als Erstglied: ↗Passagieraufkommen · ↗Passagierboot · ↗Passagierdampfer · ↗Passagierflugzeug · ↗Passagiergut · ↗Passagierkai · ↗Passagierschiff
 ·  mit ›Passagier‹ als Letztglied: ↗Flugpassagier · ↗Zwischendeckpassagier
eWDG, 1974

Bedeutung

Reisender, Fahrgast, Fluggast
Beispiele:
die Passagiere nehmen im Flugzeug ihre Plätze ein
er war Passagier eines Urlauberschiffes
ein blinder Passagier (= ein Passagier, der sich heimlich, ohne Berechtigung, eingeschlichen hat und mitfährt)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

passieren · Passant · Passage · Passagier
passieren Vb. ‘vorübergehen, durch-, überqueren’, dann ‘angehen, erträglich sein’ (16. Jh., heute unüblich), ‘geschehen, sich ereignen’ (17. Jh.) und ‘durch ein Sieb pressen, durchseihen’ (2. Hälfte 19. Jh.), wahrscheinlich über mnl. passēren ‘durchqueren, vorbeigehen’ entlehnt (niederrhein. passeren ‘reisen’ 1477, hd. seit Anfang 16. Jh.) aus afrz. frz. passer ‘sich von einem Orte an einen anderen bewegen, durchqueren, überschreiten, vorüber-, vergehen, durchseihen’, frz. auch ‘annehmbar, erträglich sein’ (woraus zuvor schon ↗passen, s. d.). Das frz. Verb setzt vlat. *passāre ‘(durch)schreiten, (durch)gehen’ fort, eine Ableitung von lat. passus ‘Schritt’ (s. ↗Paß). Die Bedeutung ‘sich ereignen’ schließt sich an reflexiv verwendetes gleichbed. mfrz. frz. se passer an. Ein vereinzelter Frühbeleg spätmhd. als diser marckt passärt ‘vorübergeht, zu Ende ist’ (Oswald v. Wolkenstein) beruht wohl auf Übernahme von ital. passare (gleicher Herkunft und Semantik wie frz. passer). Passant m. ‘Vorübergehender, Fußgänger’, älter auch ‘Durchreisender’ (Anfang 18. Jh.), nach gleichbed. afrz. frz. passant oder ital. passante, dem substantivierten Part. Präs. von afrz. frz. passer bzw. ital. passare (s. oben). Passage f. ‘Durchgang, Durchfahrt, Überfahrt, Abschnitt eines Textes’ (16. Jh., anfangs Passassy, Passaige, Passasch, Pasagie u. ä.), nach gleichbed. mfrz. frz. passage m.; voraus geht mhd. passāsche ‘Weg, Furt’ (13. Jh.), Übernahme von entsprechendem afrz. passage, abgeleitet von afrz. passer (s. oben; vgl. latinisiertes mlat. passagium ‘Durchgang, Weg, Wegegeld, Fährgeld’). Die terminologische Verwendung von Passage (älter auch Passagie) im Sinne von ‘virtuose Tonfolge in einem Musikstück’ (Ende 17. Jh.) erklärt sich aus gleichbed. ital. passaggio, das ebenfalls auf afrz. passage zurückgeht. Passagier m. ‘Reisender, Fahrgast’ (16. Jh., zunächst für den Schiffsreisenden), nach gleichbed. mfrz. frz. passager (afrz. passagier ‘Fährmann, Schiffer’, zu afrz. passage, s. oben), in der Bedeutung ‘Durchreisender, Fremder’ auch nach aus dem Frz. stammendem ital. passegg(i)ero (älter passeggiere, passaggiere).

Thesaurus

Synonymgruppe
Fahrgast · ↗Insasse · Mitfahrender · Passagier · Reisender  ●  Beförderungsfall (tech.)  fachspr., Amtsdeutsch
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Fahrgast · Mitfahrender  ●  Beförderungsfall  derb
  • Einschleicher  ●  blinder Passagier  fig.
  • Bahnkunde · Bahnreisender · Zugpassagier
  • Fluggast · ↗Flugpassagier  ●  Pax  fachspr., engl.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Besatzung Besatzungsmitglied Bord Crew Crewmitglied Flug Fluggesellschaft Flughafen Flugzeug Fracht Fähre Gepäck Kreuzfahrtschiff Maschine Pilot Schiff abfertigen abfliegend aussteigen befördern befördert blind festsitzen fliegen gestrandet transportieren umbuchen umsteigen verletzen zahlend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Passagier‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit dann gut 100 Millionen Passagieren im Jahr müssen wir nicht wachsen.
Die Zeit, 09.01.2012, Nr. 02
In der Entwicklung befindet sich derzeit auch eine größere Version für 70 Passagiere (ATR 72).
o. A. [rm]: Regionalverkehrsflugzeug ATR 42. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1987]
Sie tragen die Verantwortung für den bewußt riskierten Tod der Passagiere.
Der Spiegel, 24.09.1984
Das war nun durchaus nicht die rechte Lage für unseren blinden Passagier.
Gütersloh, Albert Paris: Sonne und Mond, München: Piper 1984 [1962], S. 11
Während des ganzen Tages seit dem frühesten Morgen hatte Karl kein Automobil halten, keinen Passagier aussteigen gesehen.
Kafka, Franz: Amerika. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1914], S. 8641
Zitationshilfe
„Passagier“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Passagier>, abgerufen am 18.10.2019.

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