Passagier, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Passagiers · Nominativ Plural: Passagiere
Aussprache  [pasaˈʒiːɐ̯]
Worttrennung Pas-sa-gier
Wortbildung  mit ›Passagier‹ als Erstglied: ↗Passagieraufkommen · ↗Passagierboot · ↗Passagierdampfer · ↗Passagierflugzeug · ↗Passagiergut · ↗Passagierin · ↗Passagierkai · ↗Passagierschiff
 ·  mit ›Passagier‹ als Letztglied: ↗Flugpassagier · ↗Zwischendeckpassagier
Mehrwortausdrücke blinder Passagier
eWDG, 1974 und ZDL, 2020

Bedeutung

besonders Touristik jmd., der in einem Auto, Bus, Flugzeug, Schiff o. Ä. mitfährt, reist
siehe auch Reisende (1), Fahrgast, Fluggast
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die beförderten, gestrandeten Passagiere
als Akkusativobjekt: Passagiere umbuchen, abfertigen
in Präpositionalgruppe/-objekt: ein Flugzeug, ein Kreuzfahrtschiff mit Passagieren
mit Genitivattribut: die Passagiere der Airline, des Reisebusses
hat Präpositionalgruppe/-objekt: Passagiere an Bord, an Deck
in Koordination: Passagiere und Crewmitglieder, Besatzung
Beispiele:
die Passagiere nehmen im Flugzeug ihre Plätze einQuelle: WDG, 1974
er war Passagier eines UrlauberschiffesQuelle: WDG, 1974
Die Deutschen lieben […] Kreuzfahrten, in zehn Jahren hat sich die Zahl der Passagiere verdreifacht, auf heute 2,5 Millionen jährlich. [Süddeutsche Zeitung, 27.12.2018]
Doha stieg im vergangenen Jahr mit gut 37 Millionen abgefertigten Passagieren nach Zahlen des Weltverbands der Flughafenbetreiber erstmals in die Liste der 50 weltgrößten Airports auf und war mit einem Passagier‑Plus von über 20 Prozent der am schnellsten wachsende Großflughafen. [Die Welt, 07.06.2017]
Das Bahnnetz ist in Südamerika nur schwach ausgebaut, es gibt fast keine grenzüberschreitenden Strecken, der Bus ist neben dem Flugzeug das wichtigste Verkehrsmittel zum Reisen. In dem zweistöckigen Reisebus können bis zu 56 Passagiere mitfahren. [Die Zeit, 31.01.2016 (online)]
Der Bahnhof Chur ist die grösste und frequenzmässig bedeutendste Drehscheibe des Bahn‑ und Busverkehrs in Graubünden. Allein die beiden Unternehmen, deren Schienennetze (Rhätische Bahn, RhB) oder Schienenstränge (SBB, auf Bündner Gebiet nur 19 Kilometer) sich hier berühren, verzeichnen im Tagesdurchschnitt insgesamt etwa 15.000 Passagiere. [Neue Zürcher Zeitung, 07.05.2001]
Phrasem:
ein blinder Passagier (= Reisender, der versteckt und ohne gültiges Ticket ein öffentliches Transportmittel benutzt)MWA

Mehrwortausdrücke

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

passieren · Passant · Passage · Passagier
passieren Vb. ‘vorübergehen, durch-, überqueren’, dann ‘angehen, erträglich sein’ (16. Jh., heute unüblich), ‘geschehen, sich ereignen’ (17. Jh.) und ‘durch ein Sieb pressen, durchseihen’ (2. Hälfte 19. Jh.), wahrscheinlich über mnl. passēren ‘durchqueren, vorbeigehen’ entlehnt (niederrhein. passeren ‘reisen’ 1477, hd. seit Anfang 16. Jh.) aus afrz. frz. passer ‘sich von einem Orte an einen anderen bewegen, durchqueren, überschreiten, vorüber-, vergehen, durchseihen’, frz. auch ‘annehmbar, erträglich sein’ (woraus zuvor schon ↗passen, s. d.). Das frz. Verb setzt vlat. *passāre ‘(durch)schreiten, (durch)gehen’ fort, eine Ableitung von lat. passus ‘Schritt’ (s. ↗Paß1). Die Bedeutung ‘sich ereignen’ schließt sich an reflexiv verwendetes gleichbed. mfrz. frz. se passer an. Ein vereinzelter Frühbeleg spätmhd. als diser marckt passärt ‘vorübergeht, zu Ende ist’ (Oswald v. Wolkenstein) beruht wohl auf Übernahme von ital. passare (gleicher Herkunft und Semantik wie frz. passer). Passant m. ‘Vorübergehender, Fußgänger’, älter auch ‘Durchreisender’ (Anfang 18. Jh.), nach gleichbed. afrz. frz. passant oder ital. passante, dem substantivierten Part. Präs. von afrz. frz. passer bzw. ital. passare (s. oben). Passage f. ‘Durchgang, Durchfahrt, Überfahrt, Abschnitt eines Textes’ (16. Jh., anfangs Passassy, Passaige, Passasch, Pasagie u. ä.), nach gleichbed. mfrz. frz. passage m.; voraus geht mhd. passāsche ‘Weg, Furt’ (13. Jh.), Übernahme von entsprechendem afrz. passage, abgeleitet von afrz. passer (s. oben; vgl. latinisiertes mlat. passagium ‘Durchgang, Weg, Wegegeld, Fährgeld’). Die terminologische Verwendung von Passage (älter auch Passagie) im Sinne von ‘virtuose Tonfolge in einem Musikstück’ (Ende 17. Jh.) erklärt sich aus gleichbed. ital. passaggio, das ebenfalls auf afrz. passage zurückgeht. Passagier m. ‘Reisender, Fahrgast’ (16. Jh., zunächst für den Schiffsreisenden), nach gleichbed. mfrz. frz. passager (afrz. passagier ‘Fährmann, Schiffer’, zu afrz. passage, s. oben), in der Bedeutung ‘Durchreisender, Fremder’ auch nach aus dem Frz. stammendem ital. passegg(i)ero (älter passeggiere, passaggiere).

Thesaurus

Synonymgruppe
Fahrgast · ↗Insasse · Mitfahrender · Passagier · Reisender  ●  ↗Beförderungsfall (tech.)  fachspr., Amtsdeutsch
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Fluggast · ↗Flugpassagier · Passagier  ●  Pax  fachspr., engl.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Passagier‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Passagier‹.

Zitationshilfe
„Passagier“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Passagier>, abgerufen am 26.09.2020.

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