Passe, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Passe · Nominativ Plural: Passen
Aussprache 
Worttrennung Pas-se
Wortbildung  mit ›Passe‹ als Letztglied: Rückenpasse · Schulterpasse · Vorderpasse
eWDG

Bedeutung

eingesetztes Schulterteil bei Kleidungsstücken und Wäschestücken, Koller
Beispiele:
der Mantel hat eine gesteppte Passe
eine Bluse mit loser Passe
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

passen · anpassen · aufpassen · verpassen · unpäßlich · Passe
passen Vb. ‘sich eignen, angemessen, recht sein, gelegen kommen, in der Größe entsprechen’ (17. Jh.; transitiv ‘angemessen, geeignet machen, genau einfügen’ seit Ende 16. Jh.), auch ‘achtgeben’ (15. Jh.), mhd. (westmd.) gepassen ‘erreichen’ (vgl. niederrhein. passen ‘gelangen, das Ziel erreichen’ und ‘zusammentreffen, übereinstimmen, angemessen sein’, 1477); über mnl. passen ‘zumessen, fügen, ordnen, abrichten, achtgeben, gelegen kommen, durchqueren’, mnd. passen ‘angemessen machen, geeignet sein, achtgeben, berücksichtigen, vorbeifahren’ entlehnt aus afrz. frz. passer ‘sich von einem Orte an einen anderen bewegen, durchqueren, überschreiten, vorüber-, vergehen’, frz. auch ‘annehmbar, erträglich sein’ (s. passieren). Als Ausdruck des Würfel- und Kartenspiels steht passen vom 17. Jh. an für ‘ein Spiel vorübergehen lassen, abgeben’, daher übertragen für ‘abwarten’ (17. Jh.), ‘nicht mithalten, verzichten’ (Ende 18. Jh.). anpassen Vb. ‘passend machen, in Übereinstimmung bringen’, reflexiv ‘sich angleichen, einordnen’ (wie nl. aanpassen), älter ‘passend sein, entsprechen’ (18. Jh.). aufpassen Vb. ‘achtgeben, aufmerksam sein, auflauern’ (17. Jh.), im Anschluß an die Fügung auf etw. passen (16. Jh.). verpassen Vb. ‘versäumen, durch Unachtsamkeit verfehlen’ (17. Jh.), in moderner Umgangssprache (zunächst wohl soldatensprachlich) auch ‘zuteilen, zukommen lassen, anprobieren’ (Anfang 20. Jh.). unpäßlich Adj. ‘unwohl, leicht erkrankt’ (um 1600), vgl. frühnhd. unbäßig (15. Jh.). Passe f. ‘eingesetztes Schulterteil eines Kleidungsstücks’ (20. Jh.), zuvor ‘vorderer, das Gesicht schützender Rand am Damenhut’ (19. Jh.), in diesem Sinne nach mfrz. frz. passe, Ableitung von afrz. frz. passer (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
Schulterteil (eines Oberhemds)  ●  Göller  fachspr., schweiz. · Passe  fachspr. · Rückenpasse  fachspr. · Sattel  fachspr. · Schulterpartie  ugs. · Schulterpasse  fachspr.

Typische Verbindungen zu ›Passe‹

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Verwendungsbeispiele für ›Passe‹

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Dazu gehören Kragen und Kragenbund, Manschetten, die Passe und die Teile unter den Armen.
Oheim, Gertrud: Das praktische Haushaltsbuch, Gütersloh: Bertelsmann 1967 [1954], S. 342
Sie begegnen uns an Ausschnitten, an Passen, Einsätzen oder eingesetzten Faltenteilen.
Janusch, Antonie: Unser Schneiderbuch, Leipzig: Verlag für d. Frau 1979 [1965], S. 53
An dem niedlichen Kleidchen aus hellblauem Satintuch besteht die Passe aus weißem Spachtelstoff.
o. A.: o. T. [Hängerkleidchen für Kinder ...] In: Mode und Handarbeit, 01.10.1906, S. 448
Zuerst wird der Koller (die runde Passe) in hin- und hergehenden Reihen gestrickt.
Frost, Margarete: Aus bunten Fäden, Leipzig: Verl. für die Frau 1986, S. 112
Zitationshilfe
„Passe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Passe>, abgerufen am 29.11.2021.

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