Passepartout, das oder der

GrammatikSubstantiv (Neutrum, Maskulinum) · Genitiv Singular: Passepartouts · Nominativ Plural: Passepartouts
Aussprache
WorttrennungPasse-par-tout (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
(breiter) Wechselrahmen aus Karton für Fotos oder Graphiken
Beispiel:
wir haben ihm nämlich in die alten Passepartouts […] Nachdrucke oder ähnliche Blätter statt der verkauften eingelegt [St. ZweigAmok379]
2.
veraltet Passierschein
Beispiel:
er erhielt als Diplomat einen Passepartout für die Dauer seines Aufenthaltes
Freikarte für alle Vorstellungen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Passepartout n. m. ‘Wechselrahmen aus Karton für Fotos oder Graphiken’, auch (heute weniger gebräuchlich) ‘Hauptschlüssel, Passierschein’, Übernahme von frz. passepartout m., zuerst (17. Jh.) in dessen ältester Bedeutung ‘Hauptschlüssel’, dann (Ende 18. Jh.) als drucktechnischer Terminus ‘Druckplatte mit einem Ausschnitt, in den wahlweise andere Druckplatten eingesetzt werden können’, woraus sich im 19. Jh. im Dt. wie im Frz. die Verwendung ‘schützender Papierrahmen, Wechselrahmen’ entwickelt. Passepartout wird im Dt. außerdem Bezeichnung für ‘Passierschein, stets gültige Eintrittskarte’ (19. Jh.). Die frz. Bildung setzt sich aus frz. passe, Imperativ von passer ‘sich von einem Ort an einen anderen bewegen, durchqueren’ (s. ↗passieren), und frz. partout (s. ↗partout) zusammen, wörtlich also ‘geh überall durch!’, daher ‘was überall paßt, für unterschiedliche Zwecke geeignet ist’.

Thesaurus

Technik
Synonymgruppe
Generalschlüssel · ↗Hauptschlüssel · Passepartout · ↗Zentralschlüssel  ●  goldener Schlüssel  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blatt Diener Rahmen rahmen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Passepartout‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Präsentation der Photos wirkt betont unprätentiös; sie sind eingerahmt in schlichte Passepartouts.
Süddeutsche Zeitung, 16.06.1994
Dann nimmt man das Schwarz gar nicht mehr als Fläche wahr, sondern eher als Passepartout.
o. A.: Das Buch vom Wohnen, Hamburg: Orbis GmbH 1977, S. 385
Die Bildung gilt als politisches Passepartout für die Lösung sämtlicher Konflikte.
Die Zeit, 10.11.2008, Nr. 45
In diesem Falle bedürfen sie auch der nobilitierenden Hilfe von Passepartouts nicht mehr.
Die Welt, 06.05.2003
In der Druckgraphik bildet der freibleibende Rand eine Art R., der durch das Passepartout noch betont werden kann.
o. A.: Lexikon der Kunst - R. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1994], S. 31590
Zitationshilfe
„Passepartout“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Passepartout>, abgerufen am 19.10.2019.

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