Patent, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Patent(e)s · Nominativ Plural: Patente
Aussprache
WorttrennungPa-tent
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Patent‹ als Erstglied: ↗Patentamt · ↗Patentanwalt · ↗Patentgericht · ↗Patentingenieur · ↗Patentrecht · ↗Patentschrift · ↗Patentschutz · ↗Patenttroll · ↗Patentverletzung · ↗Patentverwerter · ↗patentfähig · ↗patentgeschützt
 ·  mit ›Patent‹ als Letztglied: ↗Biopatent · ↗Genpatent · ↗Jagdpatent · ↗Kapitänspatent · ↗Lehrerpatent · ↗Leutnantspatent · ↗Offizierspatent · ↗Reichspatent · ↗Steuermannspatent
 ·  mit ›Patent‹ als Grundform: ↗patentieren
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Urkunde über ein verliehenes Recht, besonders über das Schutzrecht für eine Erfindung
Beispiele:
ein Patent erwerben, erteilen, nehmen
für die neue Brückenkonstruktion meldeten die Konstrukteure ein Patent an
das Patent ist erloschen
2.
Urkunde über eine erworbene berufliche Qualifikation, Ernennungsurkunde
a)
für nautisches und ingenieurtechnisches Personal auf Schiffen
Beispiel:
er erwarb das Patent als Kapitän, Steuermann
b)
historisch, Militär für einen Offizier
Beispiel:
Da ich mich ordentlich hielt und einige Dienste leistete, so erlangte ich das Patent des ersten Leutnants der Kompanie [G. KellerPankraz6,58]
3.
schweizerisch Erlaubnis, Erlaubnisschein zur Ausübung bestimmter Tätigkeiten, Berufe
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Patent · patent · patentieren
Patent n. ‘landesherrlicher Befehl, amtliche Mitteilung’ (2. Hälfte 16. Jh.), daher auch ‘Freibrief, Ausweis’, in der Heeressprache ‘Berechtigungsschreiben zur Werbung’, in der Kanzleisprache ‘Bestallungs-, Beförderungsurkunde für Beamte und Offiziere’, noch heute ‘Befähigungszeugnis für Schiffsoffiziere’, entlehnt aus mlat. litterae patentes ‘behördliche (landesherrliche, bischöfliche) gesiegelte, aber nicht verschlossene Briefe’ (vielleicht unter Einfluß von gleichbed. mfrz. frz. lettres patentes, afrz. letres patentes), zu lat. patēns (Genitiv patentis) ‘offen’, Part.adj. von lat. patēre ‘offenstehen, zugänglich sein, offen vor Augen liegen, sichtbar sein’. Dazu im 18. Jh. die unter Einfluß von gleichbed. engl. patent heute vorherrschende Bedeutung ‘Schutzrecht für Erfindungen’, eigentlich ‘die in einem offen vorzuzeigenden amtlichen Brief bestätigte Anerkennung der Qualität einer Ware’. patent Adj. ‘geschickt, tüchtig, praktisch, brauchbar, hübsch gekleidet, elegant’ (Anfang 19. Jh.), zunächst in der Studentensprache, wohl aus der Vorstellung heraus, daß patentierte (d. h. privilegierte, bevorrechtete, für die Nachahmung oder den Handel durch andere nicht freigegebene) Waren (vgl. Patentartikel, -waren, Ende 18. Jh.) besonders gut seien. patentieren Vb. ‘eine Erfindung, ein neues Verfahren durch Erteilung eines Patents gegen unbefugte Benutzung schützen’ (Ende 18. Jh.; anfangs vereinzelt auch patentisieren).

Thesaurus

Jura
Synonymgruppe
Erfindungspatent · Patent
Assoziationen
Schifffahrt
Synonymgruppe
Kapitänspatent · Patent
Militär
Synonymgruppe
Offizierspatent · Patent

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anmeldung Auslaufen Copyright Einspruch Embryo Erfinder Erfindung Erteilung Gebrauchsmuster Gen Gensequenz Geschmacksmuster Inhaber Lebewesen Lizenz Mischwesen Patentamt Saatgut Schutzrecht Urheberrecht Verwertung Warenzeichen angemeldet anmelden auslaufen auslaufend erteilen erteilt lizenzieren widerrufen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Patent‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Diskussion über Patente als strategisches Instrument ist dennoch nicht überflüssig.
Süddeutsche Zeitung, 09.04.2003
Ich bin dagegen, Patente nur auf die flüchtige Beschreibung von Genen zu geben.
Der Tagesspiegel, 12.12.2001
Die ersten Patente dafür gehen auf die Jahre 1910 und 1911 zurück.
Kriegk, Otto: Der deutsche Film im Spiegel der Ufa, Berlin: Ufa-Buchverl. 1943, S. 267
Das Patent für Kohleverflüssigung, das ihm auf unabsehbare Zeit noch nicht rentabel erschien, trat er gegen fünfzig Millionen Dollars an eine amerikanische Ölfirma ab.
Reger, Erik [d.i. Dannenberger, Hermann]: Union der festen Hand, Kronberg/Ts.: Scriptor 1976 [1931], S. 369
Es gereicht mir zur besonderen Freude, Ihnen gleichzeitig ein Patent Ihres Dienstgrades zu verleihen.
Liliencron, Adda Freifrau von: Krieg und Frieden, Erinnerungen aus dem Leben einer Offiziersfrau. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 45222
Zitationshilfe
„Patent“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Patent>, abgerufen am 14.10.2019.

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