Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Patent, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Patent(e)s · Nominativ Plural: Patente
Aussprache 
Worttrennung Pa-tent
Wortbildung  mit ›Patent‹ als Erstglied: Patenlöffel · Patentamt · Patentanspruch · Patentanwalt · Patentbearbeitung · Patentbüro · Patentdiebstahl · Patentgericht · Patentgesetz · Patentingenieur · Patentinhaber · Patentknopf · Patentrecht · Patentschrift · Patentschutz · Patentstreitigkeit · Patenttroll · Patentverletzung · Patentverwerter · patentfähig · patentgeschützt · patentieren
 ·  mit ›Patent‹ als Letztglied: Biopatent · Genpatent · Jagdpatent · Kapitänspatent · Lehrerpatent · Leutnantspatent · Offizierspatent · Reichspatent · Schifferpatent · Steuermannspatent · Wirtschaftspatent
 ·  formal verwandt mit: patent
Herkunft aus litterae patentesmlat ‘behördliche (landesherrliche, bischöfliche) gesiegelte, aber nicht verschlossene Briefe’ < patēnslat ‘offen’ < patērelat ‘offenstehen, zugänglich sein, offen vor Augen liegen, sichtbar sein’, vgl. patentengl ‘Schutzrecht für Erfindungen’
eWDG

Bedeutungen

1.
Urkunde über ein verliehenes Recht, besonders über das Schutzrecht für eine Erfindung
Beispiele:
ein Patent erwerben, erteilen, nehmen
für die neue Brückenkonstruktion meldeten die Konstrukteure ein Patent an
das Patent ist erloschen
2.
Urkunde über eine erworbene berufliche Qualifikation, Ernennungsurkunde
a)
für nautisches und ingenieurtechnisches Personal auf Schiffen
Beispiel:
er erwarb das Patent als Kapitän, Steuermann
b)
historisch, Militär für einen Offizier
Beispiel:
Da ich mich ordentlich hielt und einige Dienste leistete, so erlangte ich das Patent des ersten Leutnants der Kompanie [ G. KellerPankraz6,58]
3.
schweizerisch Erlaubnis, Erlaubnisschein zur Ausübung bestimmter Tätigkeiten, Berufe
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Patent · patent · patentieren
Patent n. ‘landesherrlicher Befehl, amtliche Mitteilung’ (2. Hälfte 16. Jh.), daher auch ‘Freibrief, Ausweis’, in der Heeressprache ‘Berechtigungsschreiben zur Werbung’, in der Kanzleisprache ‘Bestallungs-, Beförderungsurkunde für Beamte und Offiziere’, noch heute ‘Befähigungszeugnis für Schiffsoffiziere’, entlehnt aus mlat. litterae patentes ‘behördliche (landesherrliche, bischöfliche) gesiegelte, aber nicht verschlossene Briefe’ (vielleicht unter Einfluß von gleichbed. mfrz. frz. lettres patentes, afrz. letres patentes), zu lat. patēns (Genitiv patentis) ‘offen’, Part.adj. von lat. patēre ‘offenstehen, zugänglich sein, offen vor Augen liegen, sichtbar sein’. Dazu im 18. Jh. die unter Einfluß von gleichbed. engl. patent heute vorherrschende Bedeutung ‘Schutzrecht für Erfindungen’, eigentlich ‘die in einem offen vorzuzeigenden amtlichen Brief bestätigte Anerkennung der Qualität einer Ware’. patent Adj. ‘geschickt, tüchtig, praktisch, brauchbar, hübsch gekleidet, elegant’ (Anfang 19. Jh.), zunächst in der Studentensprache, wohl aus der Vorstellung heraus, daß patentierte (d. h. privilegierte, bevorrechtete, für die Nachahmung oder den Handel durch andere nicht freigegebene) Waren (vgl. Patentartikel, -waren, Ende 18. Jh.) besonders gut seien. patentieren Vb. ‘eine Erfindung, ein neues Verfahren durch Erteilung eines Patents gegen unbefugte Benutzung schützen’ (Ende 18. Jh.; anfangs vereinzelt auch patentisieren).

Thesaurus

Jura
Synonymgruppe
Erfindungspatent · Patent
Schifffahrt
Synonymgruppe
Kapitänspatent · Patent
Militär
Synonymgruppe
Offizierspatent · Patent

Typische Verbindungen zu ›Patent‹ (berechnet)

Anmeldung Auslaufen Erteilung Inhaber Mobilfunk-pionier Netzwerk-ausrüster Online-netzwerk ablaufen ablaufend angemeldet anmelden auslaufen auslaufend beantragen besitzen eingereicht erteilen erteilt erwerben kaiserlich melden standard-essenziell unausgereift verletzen widerrufen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Patent‹.

Verwendungsbeispiele für ›Patent‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was selbst nicht patentfähig ist, kann logischerweise auch kein Patent verletzen. [C't, 2001, Nr. 17]
Einen Schutz dagegen gibt es nicht, auch nicht durch ein Patent. [C't, 2001, Nr. 13]
Allerdings steht in dem famosen Patent kein Wort über Aids. [Die Zeit, 23.03.2000, Nr. 13]
Ähnlich wie bei einem Patent würden neue Versionen des Programms nach einer gewissen Zeit zu einem öffentlichen Gut. [Die Zeit, 20.01.2000, Nr. 4]
Die ersten Patente dafür gehen auf die Jahre 1910 und 1911 zurück. [Kriegk, Otto: Der deutsche Film im Spiegel der Ufa, Berlin: Ufa-Buchverl. 1943, S. 267]
Zitationshilfe
„Patent“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Patent>.

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