Pathos, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Pathos · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Pa-thos
Herkunft Griechisch
Wortbildung  mit ›Pathos‹ als Erstglied: ↗Pathosformel  ·  mit ›Pathos‹ als Letztglied: ↗Freiheitspathos · ↗Leidenspathos
eWDG, 1974

Bedeutung

feierlich-schwungvolle Darstellungsweise, Gefühlsüberschwang
Beispiele:
ein hohes, feierliches, hinreißendes, erschütterndes Pathos
unechtes, falsches, hohles, leeres, übersteigertes Pathos
sein Pathos wirkt lächerlich
sie trug das Gedicht mit übertriebenem Pathos, voller Pathos vor
der Schauspieler sprach den Monolog Wallensteins mit echt Schillerschem Pathos
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

pathetisch · Pathos
pathetisch Adj. ‘voller Gefühl und Leidenschaft, ausdrucksvoll, feierlich, erhaben’, entlehnt (Anfang 17. Jh.) aus gleichbed. spätlat. pathēticus, griech. pathētikós (παθητικός), eigentlich ‘leidend, empfindend, äußerer Eindrücke fähig’, einer Ableitung von griech. páthos (s. unten). Heute oft im Sinne von ‘hochtrabend, salbungsvoll’. Pathos n. ‘leidenschaftlicher Gefühlsausdruck, feierliches Ergriffensein, feierlich-erhabene Darstellungs- oder Sprechweise, Gefühlserregung’ (Ende 17. Jh.), griech. páthos (πάθος) ‘(Miß)geschick, Leid, Gemütsbewegung, Leidenschaft’. Heute auch ‘übertriebener Gefühlsausbruch’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Ergriffenheit · ↗Gefühlserregung · Pathos

Typische Verbindungen zu ›Pathos‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pathos‹.

Verwendungsbeispiele für ›Pathos‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit allem Pathos, das die europäische Aufklärung bot, legten sie sich ins Zeug.
Die Welt, 15.07.2004
Das hört sich pathetisch an, und dabei hatten die Achtziger nun wirklich nichts mit Pathos zu tun.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 104
Hof könnte verzweifeln an der deutschen Scheu vor dem Pathos.
Der Tagesspiegel, 13.12.1999
Die dem geistlichen Pathos feindliche Haltung unserer Zeit wird es zwar verhindern, daß diesem Mangel mit äußerlichen Mitteln aufgeholfen wird.
Hermelink, J.: Bekenntnis. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 22165
Sie verleihen seiner Musik durch ihr dramatisches Pathos einen vorromantischen Charakter.
Reeser, Eduard: Eckard. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1954], S. 23332
Zitationshilfe
„Pathos“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pathos>, abgerufen am 06.12.2020.

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