Patrizier, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Patriziers · Nominativ Plural: Patrizier
Aussprache
WorttrennungPa-tri-zier · Pat-ri-zier (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Patrizier‹ als Grundform: ↗patrizisch
eWDG, 1974

Bedeutung

historisch
1.
Angehöriger des altrömischen Geburtsadels, der Klasse der bevorrechteten Großgrundbesitzer und Sklavenhalter
2.
Angehöriger der wohlhabendsten, angesehensten und einflussreichsten Bürgerfamilien der deutschen und schweizerischen Städte im Mittelalter
Beispiel:
Die kaufmännischen Patrizier, deren Güter auf allen Meeren schwammen ... übertrafen den mittlern Adel an Pracht und Reichtum [G. KellerGr. Heinrich4,524]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Patrizier m. ‘Mitglied des altrömischen Sippenadels, Angehöriger einer wohlhabenden, ratsfähigen Bürgerfamilie’ (besonders in den freien deutschen Reichsstädten). Lat. patricius, die Bezeichnung für einen Angehörigen des römischen Geschlechtsadels, gebildet zu lat. pater (Genitiv patris) ‘Vater’, Plur. patrēs ‘Vorfahren, Senatoren’, auch ‘Patrizier’, wird in lat. geschriebenen Urkunden und Schriftstücken auch auf die vornehmen, begüterten Bürger deutscher Städte angewendet. Die lat. Form, besonders der Plur. patriciī bzw. mlat. patritii gilt in dt. Texten bis ins 18. Jh. Erst dann begegnet eingedeutschtes Patrizier.

Thesaurus

Synonymgruppe
Person(en) von Stand · Person(en) von herausgehobener Stellung · ↗Standesperson(en) · hochgestellte Persönlichkeit(en)  ●  ↗Ehrbarkeit  geh., historisch · Honorationen (nur Plural)  geh., veraltet, süddt. · Honoratioren (nur Plural)  geh., veraltend · ↗Notabeln (nur Plural)  geh., veraltet · Patrizier  geh., historisch
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Adel Aristokrat Bildnis Brauerei Bräu Bürger Ehefrau Florentiner Fürst Gelehrte Kaufmann Nürnberger Plebejer Porträt Zunft angesehen florentinisch hanseatisch neuenglisch reich römisch toskanisch venezianisch wohlhabend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Patrizier‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber auch die wohlhabenden Patrizier in den Städten begannen, sich nach den Namen ihrer Häuser zu nennen.
Die Welt, 22.03.2004
Neben den freien Bürgern, den Patriziern, gab es keine Freien mehr.
Bleicken, Jochen: Rom und Italien. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 8676
Auch die Patrizier kehrten zurück - und wurden wieder in den Rat gewählt.
Süddeutsche Zeitung, 22.12.1994
Gebadet wird nur noch in den Palästen der Fürsten und in den Häusern der Patrizier.
Bauer, Hans: Wenn einer eine Reise tat, Leipzig: Koehler & Amelang 1973, S. 131
Am belangreichsten aber sind seine zahlreichen Bildnisse von Patriziern und Aristokraten.
o. A.: Lexikon der Kunst - M. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1992], S. 12054
Zitationshilfe
„Patrizier“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Patrizier>, abgerufen am 15.12.2018.

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