Patt, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Patts · Nominativ Plural: Patts · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
Schach (als unentschieden gewertete) Stellung im Schachspiel, bei der eine Partei patt ist
2.
Situation, in der keine Partei einen Vorteil erringen, den Gegner schlagen kann; Unentschieden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

patt · Patt
patt Adj. (nur prädikativ) ‘zugunfähig’ (im Schachspiel), d. h. keinen Zug machen könnend, ohne seinen König ins Schach zu bringen, daher ‘unentschieden’, Übernahme (Mitte 19. Jh.) von gleichbed. frz. pat, auch substantivisch ‘Zug, der den König zwingen würde, sich ins Schach, also matt zu setzen’, entlehnt aus ital. patta ‘das Gleichsein, Unentschiedensein’ (in Wendungen wie esser patta ‘unentschieden, quitt sein’, far patta ‘remis machen’) mit lautlicher Angleichung an den Schachausdruck frz. mat (s. ↗matt2). Ital. patta ist wahrscheinlich gebildet zu ital. pattare ‘quitt sein’ (im Spiel), einer Ableitung von ital. patto ‘Vertrag, Vergleich’ (aus lat. pactum ‘Vertrag’). Dazu Patt n. ‘(als unentschieden gewertete) Stellung im Schachspiel, bei der eine Partei patt ist’ (Mitte 19. Jh.), entsprechend frz. pat m. (s. oben). Übertragen ‘Situation, in der keine Partei einen Vorteil erringen kann’ (2. Hälfte 20. Jh.), vgl. militärisches, atomares Patt.

Typische Verbindungen zu ›Patt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Patt‹.

Verwendungsbeispiele für ›Patt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn das atomare Patt, die gegenseitige Abschreckung durch Fernbomber und Interkontinentalraketen, blieb zwischen den beiden Supermächten ja noch bestehen.
konkret, 1983
Augenblicklich gibt es also ein Patt im Kampf um das neue Image.
Süddeutsche Zeitung, 09.06.1998
Dann sprach man beim Abbröckeln der sozial-liberalen Mehrheit in Bonn nach 1972 von parlamentarischem Patt.
o. A. [es]: Patt. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1975]
Bei den Kommunalwahlen in Essen kommt es zu einem politischen Patt.
o. A.: 1948. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1986], S. 29806
Zitationshilfe
„Patt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Patt>, abgerufen am 09.08.2020.

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