Pauker, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Paukers · Nominativ Plural: Pauker
Aussprache  [ˈpaʊ̯kɐ]
Worttrennung Pau-ker
Wortbildung  mit ›Pauker‹ als Letztglied: Arschpauker

Bedeutungsübersicht+

  1. I. [Schülersprache, veraltend] Lehrer
  2. II. Paukenschläger
eWDG

Bedeutungen

I.
Schülersprache, veraltend Lehrer
Beispiel:
wir büffelten, ochsten für den Pauker, für die Penne [ Sprachwart1964]
II.
Paukenschläger
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pauke · pauken · Pauker · Standpauke
Pauke f. ‘kesselförmiges Schlaginstrument’, mhd. pūke. Herkunft unbekannt. Vielleicht lautmalenden Ursprungs und an pochen (s. d.) anzuschließen? pauken Vb. ‘die Pauke schlagen’, mhd. pūken; daraus ‘schlagen, prügeln’ (17. Jh.) und in der Sprache der Studenten ‘fechten, eine Mensur schlagen’ (19. Jh.); vgl. Paukboden ‘studentischer Fechtplatz’. Schülersprachlich ‘unterrichten’ (18. Jh., auch einpauken), wohl in Anlehnung an Pauker ‘Lehrer’ (s. unten), dann auch ‘angestrengt, eifrig lernen, büffeln’ (20. Jh.). Pauker m. ‘Paukenschläger’, mhd. pūkære; in der Bedeutung ‘Lehrer’ (18. Jh.) verkürzt aus Arschpauker (17. Jh.), Hosenpauker (um 1700), d. i. ‘wer zur Bestrafung auf den Arsch, den Hosenboden der Schüler wie auf eine Pauke haut’. Standpauke f. ‘nachdrückliche Strafrede’ (19. Jh.), nach älterem gleichbed. Standrede (18. Jh.), eigentlich ‘stehend, aus dem Stegreif gehaltene Rede’, auch ‘Grabrede’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Lehrer · Meister · Schullehrer · Unterrichtender  ●  Guru  ugs. · Lehrkraft  fachspr. · Pauker  ugs. · Schulmeister  ugs., ironisch
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Pauker‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pauker‹.

Verwendungsbeispiele für ›Pauker‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Kaum einer der Pauker war davor sicher, von ihm nachgeahmt zu werden.
Der Tagesspiegel, 02.03.2002
Niemand kann ihm helfen, er ist ganz allein - der einsame Pauker.
Bild, 29.03.1999
Er habe es den Paukern gegeben, prahlte er heute noch.
Walser, Martin: Halbzeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1960], S. 99
Der Pauker verplemperte die Kräfte an verschiedene topfgroße Trommeln und benahm sich auch sonst wie ein Verkäufer auf dem Topfmarkt.
Morgner, Irmtraud: Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura, Berlin: Aufbau-Verl. 1974, S. 359
Sie zählte anfangs sechs bis acht Hoftrompeter und einen Pauker, die zunftmäßig organisiert waren.
Peters-Marquardt, Franz: Koburg. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1958], S. 42607
Zitationshilfe
„Pauker“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pauker>, abgerufen am 24.09.2021.

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