Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Pech, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Pech(e)s · Nominativ Plural: Peche · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Pech‹ als Erstglied: Pechblende · Pechbrenner · Pechdraht · Pechfackel · Pechkohle · Pechmännlein · Pechnase · Pechnelke · Pechpfanne · Pechpflaster · Pechschwitzer · Pechstein · pechfinster · pechrabenschwarz · pechschwarz
 ·  mit ›Pech‹ als Letztglied: Birkenpech · Erdpech · Kindspech · Schusterpech · Teerpech · Tonnenpech
eWDG

Bedeutungen

1.
schwarzer, klebriger Rückstand bei der Destillation von Steinkohlenteer, Braunkohlenteer oder Holzkohlenteer und Erdöl
Beispiele:
weiches, hartes Pech
seine Hände waren schwarz wie Pech
die Ritzen in einer Tonne mit Pech verschmieren
einen Kahn mit Pech abdichten
etw. klebt wie Pech
umgangssprachlichdie beiden halten zusammen wie Pech und Schwefel (= halten fest zusammen)
sprichwörtlichwer Pech angreift, besudelt sich (= wer sich mit etw. Unlauterem befaßt, verliert seinen guten Ruf)
historischsie gossen … siedendes Pech über die Angreifer [ KusenbergNicht zu glauben109]
2.
süddeutsch, österreichisch Harz
Beispiel:
das Pech quillt aus dem Kiefernstamm
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pech · Pechvogel · pichen · verpichen
Pech n. dunkelfarbiger, zähklebriger Rückstand bei der Destillation von Stein-, Braun- und Holzkohlenteer, übertragen (18. Jh.) ‘Mißgeschick, Unglück’, ahd. peh (um 800), mhd. pech, bech ‘zähklebriges, eingesottenes Baumharz, durch Einkochen gewonnener Holzteer’, übertragen ‘Höllenfeuer, Hölle’ ist wie asächs. pik, mnl. pec, pic, nl. pek, pik entlehnt aus gleichbed. lat. pix f. (Genitiv picis) bzw. aus einer darauf beruhenden galloroman. Form. Übertragener Gebrauch im Sinne von ‘Unglück’ schließt wohl an den älteren Gebrauch ‘Höllenstrafe’ an; danach verbreitet sich aus der Studentensprache des 18. Jhs. die Wendung Pech haben ‘Unglück haben, in einer fatalen Lage sein, Widriges erfahren’ (wie der am mit Pech bestrichenen Zweig klebende und daher leicht zu fangende Vogel) und das Kompositum Pechvogel m. ‘Mensch, der Unglück hat bzw. Unglück bringt’. pichen Vb. ‘mit Pech bestreichen, (ver)kleben, abdichten’, mhd. bichen, pichen, mnd. peken. verpichen Vb. (16. Jh.), auch verpechen.

Typische Verbindungen zu ›Pech‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pech‹.

Verwendungsbeispiele für ›Pech‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es war nichts zu machen, er hatte nun eben immer Pech. [Fallada, Hans: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt - Bd. 2, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1990 [1934], S. 122]
Pech für den schwulen Tiger, der seinen Lover zurücklassen musste. [Die Zeit, 12.08.1999, Nr. 33]
Und wenn doch einmal, folgt das Pech auf dem Fuß. [Die Zeit, 27.05.1999, Nr. 22]
Bayer hatte Pech bei der Entwicklung, und die Forschung ist nicht effizient genug. [Die Zeit, 04.03.1999, Nr. 10]
Dann haben sie allerdings Pech gehabt, denn nach den Ursachen ihrer Taten soll fortan nicht gefragt werden. [konkret, 1996]
Zitationshilfe
„Pech“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pech#1>.

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Pech, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Pech(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Pech‹ als Erstglied: Pechsträhne · Pechvogel  ·  mit ›Pech‹ als Letztglied: Jagdpech · Jägerpech · Künstlerpech · Lospech · Verletzungspech
eWDG

Bedeutung

unglücklicher Zufall, Missgeschick
in gegensätzlicher Bedeutung zu Glück
Beispiele:
(ein) großes, besonderes, außergewöhnliches Pech
salopp(ein) verdammtes Pech
ich habe heute (viel) Pech
er hat bei dem Sturz Pech gehabt und sich [Dativ] ein Bein gebrochen
dass es den ganzen Tag regnete, war (für uns) Pech
sein (persönliches) Pech war, dass er niemanden angetroffen hat
da kann man von Pech reden
jmd. ist vom Pech verfolgt
der Zug ist gerade abgefahren, so ein Pech!
er hat bei, in, mit allem Pech
er hat Pech bei den Frauen (= er hat Misserfolg bei den Frauen)
Pech im Spiel, in der Liebe haben
jmd. hat Pech mit seinen Freunden, Lehrern
damit hast du Pech gehabt
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pech · Pechvogel · pichen · verpichen
Pech n. dunkelfarbiger, zähklebriger Rückstand bei der Destillation von Stein-, Braun- und Holzkohlenteer, übertragen (18. Jh.) ‘Mißgeschick, Unglück’, ahd. peh (um 800), mhd. pech, bech ‘zähklebriges, eingesottenes Baumharz, durch Einkochen gewonnener Holzteer’, übertragen ‘Höllenfeuer, Hölle’ ist wie asächs. pik, mnl. pec, pic, nl. pek, pik entlehnt aus gleichbed. lat. pix f. (Genitiv picis) bzw. aus einer darauf beruhenden galloroman. Form. Übertragener Gebrauch im Sinne von ‘Unglück’ schließt wohl an den älteren Gebrauch ‘Höllenstrafe’ an; danach verbreitet sich aus der Studentensprache des 18. Jhs. die Wendung Pech haben ‘Unglück haben, in einer fatalen Lage sein, Widriges erfahren’ (wie der am mit Pech bestrichenen Zweig klebende und daher leicht zu fangende Vogel) und das Kompositum Pechvogel m. ‘Mensch, der Unglück hat bzw. Unglück bringt’. pichen Vb. ‘mit Pech bestreichen, (ver)kleben, abdichten’, mhd. bichen, pichen, mnd. peken. verpichen Vb. (16. Jh.), auch verpechen.

Typische Verbindungen zu ›Pech‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pech‹.

Verwendungsbeispiele für ›Pech‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es war nichts zu machen, er hatte nun eben immer Pech. [Fallada, Hans: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt - Bd. 2, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1990 [1934], S. 122]
Pech für den schwulen Tiger, der seinen Lover zurücklassen musste. [Die Zeit, 12.08.1999, Nr. 33]
Und wenn doch einmal, folgt das Pech auf dem Fuß. [Die Zeit, 27.05.1999, Nr. 22]
Bayer hatte Pech bei der Entwicklung, und die Forschung ist nicht effizient genug. [Die Zeit, 04.03.1999, Nr. 10]
Dann haben sie allerdings Pech gehabt, denn nach den Ursachen ihrer Taten soll fortan nicht gefragt werden. [konkret, 1996]
Zitationshilfe
„Pech“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pech#2>.

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