Pechvogel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Pechvogels · Nominativ Plural: Pechvögel
Aussprache 
Worttrennung Pech-vo-gel
Wortzerlegung Pech2 Vogel
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich jmd., der oft Pech hat
Beispiel:
Armer Ludwig! Der war wirklich ein Pechvogel [ BredelEnkel219]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pech · Pechvogel · pichen · verpichen
Pech n. dunkelfarbiger, zähklebriger Rückstand bei der Destillation von Stein-, Braun- und Holzkohlenteer, übertragen (18. Jh.) ‘Mißgeschick, Unglück’, ahd. peh (um 800), mhd. pech, bech ‘zähklebriges, eingesottenes Baumharz, durch Einkochen gewonnener Holzteer’, übertragen ‘Höllenfeuer, Hölle’ ist wie asächs. pik, mnl. pec, pic, nl. pek, pik entlehnt aus gleichbed. lat. pix f. (Genitiv picis) bzw. aus einer darauf beruhenden galloroman. Form. Übertragener Gebrauch im Sinne von ‘Unglück’ schließt wohl an den älteren Gebrauch ‘Höllenstrafe’ an; danach verbreitet sich aus der Studentensprache des 18. Jhs. die Wendung Pech haben ‘Unglück haben, in einer fatalen Lage sein, Widriges erfahren’ (wie der am mit Pech bestrichenen Zweig klebende und daher leicht zu fangende Vogel) und das Kompositum Pechvogel m. ‘Mensch, der Unglück hat bzw. Unglück bringt’. pichen Vb. ‘mit Pech bestreichen, (ver)kleben, abdichten’, mhd. bichen, pichen, mnd. peken. verpichen Vb. (16. Jh.), auch verpechen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Unglücksmensch  ●  Pechmarie  weibl. · (jemand) zieht Unglück an  ugs., auch ironisch · Pechvogel  ugs., Hauptform · Schlemihl  geh. · Unglücksrabe  ugs. · Unglücksvogel  ugs.
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen zu ›Pechvogel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pechvogel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Pechvogel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In der älteren Literatur findet man für solche Typen oft die Bezeichnung "Pechvogel". [Werner, Reiner: Das verhaltensgestörte Kind, Berlin: Dt. Verl. d. Wiss. 1973 [1967], S. 52]
Du siehst also, in diesen Dingen bin ich ein großer Pechvogel. [Brief von Helmut an seine Schwester vom 16.08.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270]
Pechvögel sollten allerdings von der Site die Finger lassen – zu frustrierend. [C't, 2001, Nr. 24]
Es ist heller geworden, und vielleicht können ja sogar die größten Pechvögel eines Tages fliegen lernen. [Süddeutsche Zeitung, 11.01.2000]
Der "Star" tritt genauso aus der Population heraus wie der "Pechvogel". [Werner, Reiner: Das verhaltensgestörte Kind, Berlin: Dt. Verl. d. Wiss. 1973 [1967], S. 120]
Zitationshilfe
„Pechvogel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pechvogel>.

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