Peinlichkeit, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Peinlichkeit · Nominativ Plural: Peinlichkeiten
Aussprache [ˈpaɪ̯nlɪçkaɪ̯t]
Worttrennung Pein-lich-keit
Wortzerlegung  peinlich -keit
DWDS-Vollartikel

Bedeutung

beschämende, als unangenehm und unangemessen empfundene Situation oder Handlung
Synonym zu Blamage
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine beispiellose, beschämende, diplomatische, quälende, unvermeidliche Peinlichkeit
mit Genitivattribut: die Peinlichkeit des Vorgangs, der Situation, der Niederlage
in Koordination: Banalitäten, Blamagen, Missverständnisse, Pleiten, Skandale und Peinlichkeiten
als Akkusativobjekt: sich Peinlichkeiten ersparen; Peinlichkeiten scheuen, ertragen, riskieren
als Genitivattribut: der Gipfel, Höhepunkt, die Grenze der Peinlichkeit
in Präpositionalgruppe/-objekt: der Anflug, das Gefühl von, die Furcht, Angst vor, das Gespür für, die Grenze zur Peinlichkeit
Beispiele:
Der Vorfall ist an Peinlichkeit kaum zu überbieten. Da wird eine Computer‑Festplatte über das Internet‑Auktionshaus ebay für knapp 20 Euro ersteigert und der nichtsahnende Käufer erhält geheime Verschlusssachen der Brandenburger Polizei. [Berliner Zeitung, 04.04.2005]
Das »Work and Travel«‍‑Programm sei für Irland eine Peinlichkeit, weil es eine Reihe von Vorfällen gegeben habe, bei denen Betrunkene Partys gefeiert und Apartments verwüstet hätten. [Der Spiegel, 18.06.2015 (online)]
Keiner der deutschen Behelfsausdrücke »Peinlichkeit«, »Verlegenheit« oder »Betretenheit« beschreibt umfassend die situative Spannung, die im Englischen »Awkwardness« heißt. Auch das Französische kennt kein Wort dafür, aber eine wunderschöne Redewendung »grand moment de solitude«. [Die Zeit, 15.04.2015]
Viele Frauen haben genug von einer Medizin, die sie als mechanisch und sehr männlich geprägt empfinden[…]. Sie wünschen sich eine ganzheitliche Frauenheilkunde. Schließlich geht es um ihre Sexualität, um intimste Organe, zuweilen auch um Scham und Peinlichkeit. [Die Zeit, 15.01.2015]
Wenn sie von »Patriarchat«, »bürgerlicher Kleinfamilie« oder »Lustfeindlichkeit« redeten, hatten sie nicht nur Begriffe im Kopf, sondern auch die Erinnerung an Gerüche, Geräusche und Gebärden aus jener deutschen Vergangenheit, aus der die Väter kamen, an Angst, Scham, Peinlichkeit und Wut. [Die Welt, 16.02.2005]
Das Resultat waren oft peinliche Ausrutscher in der Öffentlichkeit. Man denke nur […] an das hilflose Gestammel bei der Verkündung der desolaten Lage einer Werft, an die sture Leugnung von Gefahren nach einem Chemieunfall. Solche Beispiele gehen durch die Medien. Andere Peinlichkeiten bleiben der großen Öffentlichkeit meistens verborgen[…]. [Kellner, Hedwig: Das geheime Wissen der Personalchefs. Frankfurt a. M.: Eichborn 1998, S. 127]

letzte Änderung:

Thesaurus

Synonymgruppe
Betretenheit · Peinlichkeit · Verlegenheit
Synonymgruppe
Assoziationen
Synonymgruppe
Peinlichkeit · Posse · Verrücktheit  ●  Farce  geh., franz. · Kasperletheater  ugs. · Lachnummer  ugs. · Schnake  ugs., regional · Schnurre  geh., veraltet
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Peinlichkeit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Peinlichkeit‹.

Zitationshilfe
„Peinlichkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Peinlichkeit>, abgerufen am 28.10.2021.

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