Peitsche, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Peitsche · Nominativ Plural: Peitschen
Aussprache
WorttrennungPeit-sche
Wortbildung mit ›Peitsche‹ als Erstglied: ↗Peitschenknall · ↗Peitschenleuchte · ↗Peitschenmast · ↗Peitschenschnur · ↗Peitschenstiel · ↗Peitschenwurm
 ·  mit ›Peitsche‹ als Letztglied: ↗Drahtpeitsche · ↗Kabelpeitsche · ↗Klopfpeitsche · ↗Nilpferdpeitsche · ↗Pferdepeitsche · ↗Riemenpeitsche · ↗Russenpeitsche · ↗Schnalzpeitsche
eWDG, 1974

Bedeutung

(biegsamer) Stock mit einem daran befestigten schmalen Lederriemen oder einer Schnur, der zum Schlagen, besonders zum Antreiben von Tieren, dient
Beispiele:
die Peitsche schwingen
mit der Peitsche knallen
er schlug das Tier bei der Dressur mit der Peitsche
umgangssprachlicheinem Hund eins mit der Peitsche überziehen
das Pferd bekam die Peitsche zu fühlen (= bekam eins mit der Peitsche)
Sie werden gerecht sein und einräumen ... daß, wer Sie ›Frau Klöterjahn‹ nennen wollte, die Peitsche verdiente [Th. MannTristan9,144]
übertragen
Beispiel:
umgangssprachlichmit Zuckerbrot und Peitsche (= mit Milde und Strenge, je nach der Notwendigkeit) vorgehen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Peitsche · peitschen
Peitsche f. ‘Schlaggerät aus einem Lederriemen bzw. einer Schnur an langem Stiel’. Die frühesten Zeugnisse obd. (nordbair.) picze (14. Jh.), omd. pytcze (um 1400), piczsche (15. Jh.) sowie (böhm.) peitsche (Ende 14. Jh.), (schles.) peytsche, obfrk. peitsch (Ende 15. Jh.) weisen auf eine Entlehnung aus asorb. *bič m. ‘Geißel’ (vgl. obsorb. bič, nsorb. bic, auch ‘Schlegel, Dreschflegel’) oder gleichbed. atschech. bič m., einer gemeinslaw. postverbalen Bildung zu urslaw. *biti, aslaw. biti, russ. bit’ (бить) ‘schlagen’, im Dt. mit Diphthongierung des ī zu ei und wohl expressiver Verstärkung des Anlauts. Der Ausdruck findet, vom Omd. ausgehend, überlandschaftliche Verbreitung durch die Lutherbibel. Peitsche steht anfänglich für ‘Züchtigungsinstrument’ (zumal in religiöskirchlichen Texten), geht dann in den allgemeinen Gebrauch über und verdrängt im Sinne von ‘Gerät des Wagenlenkers’ (Mitte 18. Jh.) einheimisches ↗Geißel (s. d.), wobei dessen feminines Genus auf Peitsche übergeht. peitschen Vb. (Ende 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Geißel · ↗Gerte · Peitsche · ↗Reitgerte · ↗Rute
Assoziationen
  • Nilpferdpeitsche · dicke Peitsche
  • Hiebe · Körperstrafe · ↗Prügel · Schläge · Tracht Prügel · ↗Züchtigung · es setzt Prügel · es setzt was · es setzt was mit dem Rohrstock  ●  (die) Jacke voll  ugs. · ↗(eine) Wucht  ugs., regional · (es gibt) langen Hafer  ugs. · (es gibt) was hinter die Löffel  ugs. · (es gibt) was hinter die Ohren  ugs. · ↗Abreibung  ugs. · ↗Dresche  ugs. · ↗Haue  ugs. · Keile kriegen  ugs. · ↗Kloppe  ugs. · ↗Senge  ugs. · den Arsch voll kriegen  derb · langen Hafer kriegen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufreizung Aufseher Domina Dreschflegel Fessel Gummigeschoß Handschelle Hieb Knall Knallen Knüppel Kuhglocke Kutscher Prügel Riemen Rute Spor Spore Vibrator Zuckerbrot Zügel eindreschen geflochten golden knallen knallend rausholen schnalzen schwingen traktieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Peitsche‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Lässt sich mangelhafte Überzeugungsarbeit mit der Peitsche der Disziplin nachholen?
Die Welt, 29.09.2003
An echtes Peitschen denkt natürlich in unseren zivilisierten Breiten niemand.
Süddeutsche Zeitung, 06.08.1997
Da strich der Führer kräftig mit der scharfen Peitsche kreuz und quer über sie.
Kafka, Franz: Schakale und Araber. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1917], S. 10604
Wo die guten Worte nicht mehr ziehen wollen - da soll die Peitsche ziehen.
Scheerbart, Paul: Rübezahl. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1904], S. 9131
Arbeiter, die sich ihr höhnend in den Weg stellten, bedrohte sie mit der Peitsche.
Dohm, Hedwig: Christa Ruland. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 10000
Zitationshilfe
„Peitsche“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Peitsche>, abgerufen am 14.12.2019.

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