Pelle, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Pelle · Nominativ Plural: Pellen
Aussprache
WorttrennungPel-le
eWDG, 1974

Bedeutung

landschaftlich, (besonders) norddeutsch dünne Haut, Schale, besonders eines tierischen, pflanzlichen Produktes
Beispiele:
eine dünne Pelle
die Pelle der Wurst, der gekochten Kartoffel
die Pelle abziehen, aufschneiden
salopp, übertragen jmdm. auf der Pelle liegen, sitzen (= jmdn. durch seine dauernde Anwesenheit belästigen)
Beispiele:
er sitzt der Familie schon volle zwei Stunden auf der Pelle
Zu Binnets hinaufgehen? Ich kann ihnen auch nicht immer auf der Pelle liegen [SeghersTransit5,128]
jmdm. auf die Pelle rücken (= jmdm. zu nahe kommen, jmdn. bedrängen)
Beispiele:
während des Wettlaufs rückten die Sportler einander auf die Pelle
jmdm. mit Beschwerden auf die Pelle rücken
bleib, geh mir bloß von der Pelle! (= lass mich zufrieden, dräng dich mir nicht auf!)
er geht ihm nicht von der Pelle (= er drängt sich ihm auf, lässt sich nicht abweisen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pelle · pellen · Pellkartoffel
Pelle f. ‘dünne Haut, Fruchtschale, Wursthaut, Schale der gekochten Kartoffel’. Mnl. pelle ‘Vlies, wolliges Fell’ (nl. pel ‘Schale, Haut, Fell’) beruht auf einer zur Römerzeit erfolgten Entlehnung aus lat. pellis ‘Fell, Haut, Pelz’ (s. ↗Fell, ↗Pelz). Das Substantiv verbreitet sich in den oben genannten Bedeutungen durch niederländische Siedler in der Mark, Nordthüringen, gelangt von da ins Omd., ins Mecklenb. und Balt. Es ist zunächst wohl ein Wort der Umgangssprache, denn literarische Bezeugung setzt erst im 18. Jh. ein. Dazu die Wendungen jmdm. auf die Pelle rücken, auf der Pelle sitzen, nicht von der Pelle gehen (19. Jh.). Vom Substantiv abgeleitet pellen Vb. ‘schälen’ (Ende 18. Jh.). Pellkartoffel f. (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Haut · ↗Wursthaut  ●  Pelle  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Boß Eroberer Weißwurst Wurst dick hocken platzen rücken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pelle‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seit Stunden rückt sie hier jedem zweiten Mann auf die Pelle.
Die Zeit, 07.11.2011, Nr. 45
Viel größer als ein Salon ist es auch nicht, man sitzt sich auf der Pelle.
Der Tagesspiegel, 06.01.2002
Alle anderen Nationen hängen sich teilweise seit Monaten auf der Pelle.
Die Welt, 23.09.2000
Ich mag das nicht, wenn man mir auf die Pelle rückt ", sagt sie.
Süddeutsche Zeitung, 29.12.1999
Streichwurst erhält ein unappetitliches Aussehen, wenn jeder sie aushöhlt, bis nur noch die Pelle übrig ist.
Smolka, Karl: Gutes Benehmen von A - Z. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1957], S. 18958
Zitationshilfe
„Pelle“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pelle>, abgerufen am 22.10.2019.

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