Pendel, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Pendels · Nominativ Plural: Pendel
Aussprache 
Worttrennung Pen-del
Wortbildung  mit ›Pendel‹ als Erstglied: ↗Pendelbewegung  ·  mit ›Pendel‹ als Letztglied: ↗Ballpendel · ↗Torsionspendel · ↗Uhrpendel
 ·  mit ›Pendel‹ als Grundform: ↗pendeln
eWDG, 1974 und DWDS, 2015

Bedeutung

an einem festen Punkt aufgehängter Körper, der um eine feste Achse unter dem Einfluss einer Kraft, besonders der Schwerkraft, hin- und herschwingen kann Quelle: WDG, 1974
Kollokationen:
als Aktiv-/Passivsubjekt: das Pendel schwingt (zurück), schlägt aus
mit Genitivattribut: das Pendel einer Standuhr, Uhr
mit Adjektivattribut: das Foucaultsche Pendel, ein schwingendes Pendel
Beispiele:
Bedächtig schwingt das Pendel im Holzgehäuse der Standuhr hin und her. Wie im Wohnzimmer der Großeltern scheint die Zeit langsamer zu vergehen. [Welt am Sonntag, 13.02.2005]
Und ganz oben in der Spitze [des Wolkenkratzers] hängt ein gigantisches Pendel, das bei einem Erdbeben die Schwingungen ausgleichen soll, damit der Turm nicht einstürzt. [Der Tagesspiegel, 21.11.2004]
Forsythe versteht sein Werk als choreografisches Objekt. An Nylonfäden bis auf den Boden herabhängend schwingen die faustgroßen Pendel von Seite zu Seite[…]. [Die Zeit, 25.08.2013 (online)]
Der Lehrgang in Radiästhesie [parawissenschaftliche Lehre von Strahlenwirkungen] wird von einem Profi geleitet, der den seriösen Umgang mit Wünschelrute, Pendel und Biosensor vermitteln möchte. [Süddeutsche Zeitung, 27.02.1996]
übertragen zur Charakterisierung der Entwicklung eines Sachverhaltes in eine andere, entgegengesetzte RichtungQuelle: DWDS, 2015
Kollokationen:
als Aktiv-/Passivsubjekt: das Pendel schwingt zurück, schlägt zurück, schlägt um (= eine Sache entwickelt sich in eine andere Richtung, verändert sich (wieder) in die entgegengesetzte Richtung); das Pendel schwingt, schlägt [in eine bestimmte Richtung, zur anderen Seite] aus (= eine Sache entwickelt sich in eine bestimmte Richtung, verändert sich (wieder) in entgegengesetzter Weise)
mit Adjektivattribut: das politische Pendel
mit Genitivattribut: das Pendel der [öffentlichen] Meinung, der Geschichte
Beispiele:
»In Krisenzeiten schlägt das Pendel um«, sagt der Kölner Psychologe […], der mit seinem […] Institut die Befindlichkeit der Bundesbürger analysiert. [Die Zeit, 13.09.2010, Nr. 37]
[…] Das Pendel hätte nach beiden Seiten ausschlagen können, aber unter dem Strich ist der Sieg für uns [die Fußballmannschaft von Eintracht Frankfurt] verdient[…]. [Die Zeit, 08.12.2012 (online)]
Nun sind die Erwartungen, wie schon so oft in der Region, zerstoben und das Pendel der Ereignisse schwingt wieder in die andere Richtung – zurück zu Uneinigkeit, Gewalt und Ausweglosigkeit. [Berliner Zeitung, 22.06.2005]
Als das Pendel zwei Jahre später umschlug und CDU […] und FDP […] zusammen eine knappe Mehrheit über die Sozialdemokraten […] errangen, entschieden sich die bürgerlichen Parteien für die Fortführung der Koalition, und der Sozialdemokrat Reuter blieb Regierungschef. [Der Spiegel, 30.01.1963, Nr. 5]

Den originalen WDG-Artikel können Sie hier anschauen.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pendel · Pendeluhr · pendeln
Pendel n. älter Pendul, länglicher, drehbar aufgehängter Körper, der um seine Ruhelage hin- und herschwingt, entlehnt (Anfang 18. Jh.) aus mlat. pendulum ‘Herabhängendes’, nlat. ‘Schwinggewicht’ (bei Galilei), dem substantivierten Neutrum von lat. pendulus ‘herabhängend, schwebend’ (vgl. lat. pendēre ‘hängen, schweben, unentschieden sein’). Pendeluhr f. älter Penduluhr (Anfang 18. Jh.). pendeln Vb. ‘sich ständig hin- und herbewegen’ (Mitte 19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Pendel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pendel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Pendel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Deshalb könnte das Pendel weiter in Richtung der begehrlichen Wissenschaft ausschlagen.
Der Tagesspiegel, 10.08.2001
Dabei schlug das Pendel mal in die eine, mal in die andere Richtung aus.
Süddeutsche Zeitung, 15.04.2000
Diese Methode ist zwar zehnmal ungenauer als diejenige mit dem Pendel, reicht aber für den vorliegenden Zweck gerade noch aus.
Wegener, Alfred: Die Entstehung der Kontinente und Ozeane, Braunschweig: Vieweg 1915, S. 8
Ich stellte sie auf, zog die Gewichte hoch und setzte das Pendel in Gang.
Kempowski, Walter: Tadellöser & Wolff, München: Hanser 1971 [1971], S. 310
Die Zeit aber stürzt an mir vorüber, auch wenn ich das Pendel nicht ticken höre; ich fühle die Zeit stürzen, wirksam fließen.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 31665
Zitationshilfe
„Pendel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pendel>, abgerufen am 06.06.2020.

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