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Perücke, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Perücke · Nominativ Plural: Perücken
Aussprache 
Worttrennung Pe-rü-cke
Wortbildung  mit ›Perücke‹ als Erstglied: Perückenmacher · Perückenstrauch · perückenartig
 ·  mit ›Perücke‹ als Letztglied: Allongeperücke · Amtsperücke · Lockenperücke · Zopfperücke
Herkunft aus gleichbedeutend perruquefrz
eWDG

Bedeutung

künstlicher Haarersatz, Kappe mit echtem oder künstlichem Haar, die über den Kopf gezogen wird
a)
um volles oder besonders schönes Haar vorzutäuschen
Beispiel:
sie trägt eine Perücke
b)
um auf der Bühne mit der Maske zusammen als charakterisierendes Attribut der dargestellten Person verwendet zu werden
Beispiele:
die Perücke des Schauspielers
der Maskenbildner fertigte eine Perücke an
c)
historisch Kopfbedeckung des Herrn während des 17. und 18. Jahrhunderts bis zur französischen Revolution
Beispiele:
eine dichte, runde, gepuderte Perücke
ein Kammerdiener mit sorgfältig frisierter Perücke
Unvermeidlich, daß dabei die gewaltige, wohlgeordnete, dunkellockige Perücke, die das Antlitz des Königs umrahmt, in Unordnung gerät [ ZuchardtStunde166]
übertragen verknöcherter, auf seine Bildung und soziale Stellung eingebildeter Mensch
Beispiele:
eine alte, gelehrte Perücke
Denn der … Kampf, den der junge Thomasius in Leipzig gegen die pedantischen Perücken einer versteinerten Gelehrsamkeit geführt hatte [ MehringLessing-Legende274]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Perücke f. ‘künstliche Haartracht, über den Kopf zu ziehende Kappe mit echtem oder künstlichem Haar’ (als Haarersatz, zur Verschönerung oder in der darstellenden Kunst zur Charakterisierung einer Person), Entlehnung (17. Jh.) aus gleichbed frz. perruque, das anfangs (15./16. Jh.) ‘Haarschopf, wallendes Haupthaar’ bedeutet. Die Herkunft ist nicht sicher geklärt. Gamillscheg ²696 denkt an Rückbildung aus (bei Villon vorkommendem) mfrz. perrucat ‘wer schönes Haar hat, gut frisiert ist’ (vgl. noch südwestfrz. perrucat ‘eine Perücke tragend’), das er für eine Ableitung (mit der ursprünglichen Bedeutung ‘wie ein Papagei aussehend’) von einem galloroman. *perruca ‘Sittich’ (vgl. frz. perruche ‘Sittich’, perroquet ‘Papagei’) hält. Die Varianten nhd. Parucke, Perucke (17./18. Jh.) beruhen auf gleichbed. ital. parrucca, älter und landschaftlich auch perrucca.

Thesaurus

Synonymgruppe
Haarersatz · Haarteil · Perücke · Toupet · Zweitfrisur · Zweithaar  ●  Fifi  ugs. · falsche Haare  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Perücke‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Perücke‹.

Verwendungsbeispiele für ›Perücke‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Frau Piesch trägt manchmal sogar eine Perücke und malt sich die Lippen an. [Ossowski, Leonie: Die große Flatter, Weinheim: Beltz & Gelberg 1986 [1977], S. 14]
Warum müssen sie immer diese lächerlich schlechtsitzenden Perücken auf dem Kopf tragen? [Die Zeit, 25.02.1985, Nr. 08]
Wen sie getroffen hat, muß sie aber oft ertragen, die Perücke. [Die Zeit, 18.04.1980, Nr. 17]
Allein das Knüpfen einer Perücke dauert dabei über sechs Stunden. [Die Zeit, 21.12.1979, Nr. 52]
Schnell entschlossen nimmt er seine Perücke ab und sucht sich einen Platz, sie abzulegen. [Hofmannsthal, Hugo von: Der Rosenkavalier. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1911], S. 10921]
Zitationshilfe
„Perücke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Per%C3%BCcke>.

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