Perücke, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Perücke · Nominativ Plural: Perücken
Aussprache
WorttrennungPe-rü-cke
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Perücke‹ als Erstglied: ↗Perückenmacher · ↗perückenartig  ·  mit ›Perücke‹ als Letztglied: ↗Allongeperücke · ↗Amtsperücke · ↗Lockenperücke · ↗Zopfperücke
eWDG, 1974

Bedeutung

künstlicher Haarersatz, Kappe mit echtem oder künstlichem Haar, die über den Kopf gezogen wird
a)
um volles oder besonders schönes Haar vorzutäuschen
Beispiel:
sie trägt eine Perücke
b)
um auf der Bühne mit der Maske zusammen als charakterisierendes Attribut der dargestellten Person verwendet zu werden
Beispiele:
die Perücke des Schauspielers
der Maskenbildner fertigte eine Perücke an
c)
historisch Kopfbedeckung des Herrn während des 17. und 18. Jahrhunderts bis zur französischen Revolution
Beispiele:
eine dichte, runde, gepuderte Perücke
ein Kammerdiener mit sorgfältig frisierter Perücke
Unvermeidlich, daß dabei die gewaltige, wohlgeordnete, dunkellockige Perücke, die das Antlitz des Königs umrahmt, in Unordnung gerät [ZuchardtStunde166]
übertragen verknöcherter, auf seine Bildung und soziale Stellung eingebildeter Mensch
Beispiele:
eine alte, gelehrte Perücke
Denn der ... Kampf, den der junge Thomasius in Leipzig gegen die pedantischen Perücken einer versteinerten Gelehrsamkeit geführt hatte [MehringLessing-Legende274]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Perücke f. ‘künstliche Haartracht, über den Kopf zu ziehende Kappe mit echtem oder künstlichem Haar’ (als Haarersatz, zur Verschönerung oder in der darstellenden Kunst zur Charakterisierung einer Person), Entlehnung (17. Jh.) aus gleichbed frz. perruque, das anfangs (15./16. Jh.) ‘Haarschopf, wallendes Haupthaar’ bedeutet. Die Herkunft ist nicht sicher geklärt. Gamillscheg ²696 denkt an Rückbildung aus (bei Villon vorkommendem) mfrz. perrucat ‘wer schönes Haar hat, gut frisiert ist’ (vgl. noch südwestfrz. perrucat ‘eine Perücke tragend’), das er für eine Ableitung (mit der ursprünglichen Bedeutung ‘wie ein Papagei aussehend’) von einem galloroman. *perruca ‘Sittich’ (vgl. frz. perruche ‘Sittich’, perroquet ‘Papagei’) hält. Die Varianten nhd. Parucke, Perucke (17./18. Jh.) beruhen auf gleichbed. ital. parrucca, älter und landschaftlich auch perrucca.

Thesaurus

Synonymgruppe
Haarersatz · ↗Haarteil · Perücke · ↗Toupet · ↗Zweitfrisur · ↗Zweithaar  ●  Fifi  ugs. · falsche Haare  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Perücke‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bart Dreispitz Federboa Haarteil Kniehose Kostüm Make-up Puder Reifrock Robe Schlaghose Schminke Sonnenbrille Talar Toupet Zopf aufsetzen blond feuerrot gelockt gepudert handgeknüpft pinkfarben platinblond schwarz-rot-golden stülpen verkleiden wallend wasserstoffblond weißblond

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Perücke‹.

Verwendungsbeispiele für ›Perücke‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Frau Piesch trägt manchmal sogar eine Perücke und malt sich die Lippen an.
Ossowski, Leonie: Die große Flatter, Weinheim: Beltz & Gelberg 1986 [1977], S. 14
Die verfilzten Haare klebten wie eine Perücke an seinem Kopf, und der Staub auf seinen Schuhen wirkte künstlich.
Die Welt, 06.03.1999
Schnell entschlossen nimmt er seine Perücke ab und sucht sich einen Platz, sie abzulegen.
Hofmannsthal, Hugo von: Der Rosenkavalier. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1911], S. 10921
Denn der Mann, der da nach dem Schießen hingesunken war, hatte einen künstlichen rechten Arm und trug eine graue Perücke.
Döblin, Alfred: Berlin Alexanderplatz, Olten: Walter 1961 [1929], S. 431
Aber heimlich waren an Land schon für ihn Frauenkostüme und eine blonde Perücke gekauft worden.
Luckner, Felix von: Seeteufel, Herford: Kohler 1966 [1921], S. 134
Zitationshilfe
„Perücke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Per%C3%BCcke>, abgerufen am 20.02.2020.

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