Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Perfektion, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Perfektion · Nominativ Plural: Perfektionen · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Per-fek-ti-on
Grundformperfekt
Wortbildung  mit ›Perfektion‹ als Erstglied: Perfektionist · perfektionieren
Herkunft zu gleichbedeutend perfectiolat < perficerelat ‘fertigmachen, zustande bringen, vollenden’

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. vollkommene, vollendete Meisterschaft
  2. 2. [veraltend] ⟨etw. kommt zur Perfektion⟩ etw. wird abgemacht, kommt zustande
eWDG

Bedeutungen

1.
vollkommene, vollendete Meisterschaft
Beispiele:
eine große, meisterhafte, faszinierende Perfektion
eine handwerkliche, technische, künstlerische, artistische Perfektion
die Perfektion der filmischen Darstellung
ein Meisterwerk in letzter Perfektion
das Orchester spielte mit vollendeter Perfektion
ein Fach, eine Sprache bis zur Perfektion studieren
daß ich meinen Bühnentrick … bis zur Perfektion trieb [ GrassBlechtrommel100]
2.
veraltend etw. kommt zur Perfektionetw. wird abgemacht, kommt zustande
Beispiel:
der Kauf kam zur Perfektion
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

perfekt · Perfektion · perfektionieren · Perfekt · Imperfekt · Plusquamperfekt
perfekt Adj. ‘vollkommen (ausgebildet), vollendet, abgeschlossen, endgültig abgemacht’, entlehnt (16. Jh.) aus lat. perfectus ‘vollkommen, vollendet, tüchtig’, dem Part.adj. zu lat. perficere ‘fertigmachen, zustande bringen, vollenden’; vgl. lat. facere ‘machen, tun’ und s. per-. – Perfektion f. ‘Vollendung, Vollkommenheit, vollendete Meisterschaft’, veraltet ‘das Zustandekommen, Abschluß eines Rechtsgeschäfts’ (Ende 16. Jh.), aus gleichbed. lat. perfectio (Genitiv perfectiōnis), zu lat. perficere (s. oben); wohl beeinflußt von frz. perfection, afrz. perfeccion. perfektionieren Vb. ‘vervollkommnen, vollenden’ (17. Jh.); vgl. gleichbed. frz. perfectionner. Perfekt (19. Jh.), Perfektum (17. Jh.) n. den Vollzug eines Geschehens ausdrückende Zeitform des Verbs, vollendete Vergangenheit, nach lat. perfectum (tempus), dem substantivierten Neutrum von perfectus (s. oben), d. h., die Handlung der Vergangenheit wird von der Gegenwart des Sprechenden aus als (gerade) vollendet, als (gerade) abgeschlossen vorgestellt. In frühen Grammatiken meist praeteritum perfectum mit den Übersetzungen vergangen volkummen zeit (15. Jh.), volkummen vergangen oder verpracht (16. Jh.). Imperfekt (19. Jh.), Imperfektum (17. Jh.) n. Zeitform des Verbs, die die unabgeschlossene Vergangenheit bezeichnet, gebildet zu lat. imperfectus ‘unvollendet, unvollständig, unvollkommen’, d. h., die Handlung der Vergangenheit wird als unvollendet, als nicht abgeschlossen vorgestellt. In frühen Grammatiken meist praeteritum imperfectum mit den Übersetzungen vergangen unvolkummen zeit (15. Jh.), Halbvergangene, Fastvergangene Zeit (17. Jh.). Plusquamperfekt (19. Jh.), Plusquamperfektum (17. Jh.) n. Zeitform des Verbs, die eine Handlung als zu einem Zeitpunkt der Vergangenheit vollendet bezeichnet, aus gleichbed. lat. plus quam perfectum (tempus), eigentlich ‘mehr als vollendete Zeit’ (vgl. lat. plus ‘mehr’). In frühen Grammatiken meist praeteritum plusquamperfectum mit den dt. Übersetzungen di mer den volchomen vergangen zeit (um 1400), Längstvergangene, längst vergangene Zeit (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Ausgereiftheit · Ideal · Idealergebnis · Makellosigkeit · Perfektion · Unübertrefflichkeit · Vollendung · Vollkommenheit · höchste Blüte  ●  Kalokagathia  griechisch
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Perfektion‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Perfektion‹.

Verwendungsbeispiele für ›Perfektion‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gemessen an dem Stil seiner Zeit war Bests artistisches Können von höchstem Rang, seine technische Perfektion erstaunlich. [Elcombe, Kelth: Best. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1973], S. 7469]
Er bastelte nicht weltvergessen an der Perfektion seiner sozialen Systeme. [Die Zeit, 08.07.1999, Nr. 28]
Dieses System ist freilich nicht ohne Haken, die Perfektion macht eine wirkungsvolle Kontrolle nahezu unmöglich. [Der Spiegel, 18.04.1983]
Hier bleiben eben Fragen offen, ist jede erzählerische Perfektion perfekt ausgesetzt. [Die Zeit, 27.03.2013, Nr. 12]
Perfektion ist angesagt, deswegen sind die Filme alle so verwechselbar. [Die Zeit, 18.03.2013, Nr. 11]
Zitationshilfe
„Perfektion“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Perfektion>.

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