Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Pergament, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Pergament(e)s · Nominativ Plural: Pergamente
Aussprache 
Worttrennung Per-ga-ment
Wortbildung  mit ›Pergament‹ als Erstglied: Pergamentband · Pergamentbogen · Pergamenteinband · Pergamenthandschrift · Pergamentpapier · Pergamentrolle · Pergamentschirm · Pergamenturkunde · pergamentartig · pergamenten · pergamentieren
Herkunft aus gleichbedeutend pergamentummlat < Pergamon, dem Namen eriner antiken kleinasiatischen Stadt
eWDG

Bedeutungen

1.
enthaarte, gebeizte und geglättete Tierhaut, die besonders vor der Verwendung von Papier als Schreibmaterial diente
Beispiele:
ein Bucheinband aus Pergament
eine auf purpurnem Pergament geschriebene Urkunde
Pergament ausmalen, illuminieren
2.
Buch, Schriftstück aus 1
Beispiele:
ein altes, vergilbtes, verräuchertes, kostbares Pergament
ein Pergament entfalten, lesen
Allein ein Pergament, beschrieben und beprägt, / Ist ein Gespenst, vor dem sich alle scheuen [ GoetheFaustI 1726]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pergament · pergamenten · Pergamentpapier
Pergament n. ‘zum Beschreiben hergerichtete Tierhaut, Schriftstück, alte Handschrift auf dieser Haut’. Die Bezeichnung ist vom Namen der antiken kleinasiatischen Stadt Pergamon abgeleitet, in der die Verarbeitung von Tierhäuten zu Schreibmaterial entwickelt worden sein soll; jedenfalls dient die um 180 v. u. Z. erfundene Pergamentherstellung (nach einem Exportverbot für ägyptischen Papyrus) dem Aufbau der pergamenischen Bibliothek. Dafür spätlat. pergamēna, pergamīna, pergamēnum, woraus ahd. pergamin (9. Jh.) und (vielleicht als Neuentlehnung) frühnhd. pergamen, pergemen, pergumene sowie Pergamen (Luther, Lessing, Goethe). Die heutige Form geht auf mlat. pergamentum zurück, das ahd. periment (10. Jh.), mhd. perment, permint(e), permīt, pergmīt, mnd. perment, permet, permint, parment und (mit erneuter Anlehnung an das Mlat.) spätmhd. pergamint, pergemente ergibt. – pergamenten Adj. ‘aus Pergament, wie aus Pergament, eingetrocknet, ledern’ (19. Jh.), pergamen (Lessing), permenten (16. Jh.), pirmet, permetein, birmentin (15. Jh.), mhd. per(ga)mentīn. Pergamentpapier n. ‘durchscheinendes, fettundurchlässiges Papier (zum Einwickeln von Lebensmitteln)’ (2. Hälfte 19. Jh.).

Thesaurus

Technik, Zoologie
Synonymgruppe
Pergament [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Pergament‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pergament‹.

beschrieben entrollen kostbar vergilbt

Verwendungsbeispiele für ›Pergament‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zuviel Licht lasse die Schrift auf dem alten Pergament verblassen, erläutert der Historiker. [Die Zeit, 23.09.2006 (online)]
Das Pergament reicht bald nicht mehr aus für all die Bücher, also schreibt man auf Papier. [Die Zeit, 09.07.2003, Nr. 28]
Das seit Jahrhunderten tote Pergament regenerieren sie durch Einspritzen von Vitamin B. [Die Zeit, 26.01.1959, Nr. 04]
Sonst könne schon durch äußerliche Anwendung die Haut dünn wie Pergament werden. [Süddeutsche Zeitung, 15.04.2002]
Auf diese Weise sind viele Tausende mittelalterlicher Gebrauchshandschriften erhalten geblieben – allerdings nur mehr zum geringeren Teil auf Pergament. [Wittmann, Reinhard: Geschichte des deutschen Buchhandels. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1991], S. 7469]
Zitationshilfe
„Pergament“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pergament>.

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