Perle, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Perle · Nominativ Plural: Perlen
Aussprache
WorttrennungPer-le (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Perle‹ als Erstglied: ↗Perlboot · ↗Perlenarbeit · ↗Perlenband · ↗Perlencollier · ↗Perlenfischer · ↗Perlenfischerei · ↗Perlenglanz · ↗Perlenhalsband · ↗Perlenhochzeit · ↗Perlenkette · ↗Perlenkranz · ↗Perlenschmuck · ↗Perlenschnur · ↗Perlenstickerei · ↗Perlentaucher · ↗Perlenvorhang · ↗Perlenzüchter · ↗Perlgarn · ↗Perlgraupe · ↗Perlhirse · ↗Perlhuhn · ↗Perlkaffee · ↗Perlmuschel · ↗Perlreis · ↗Perlstickerei · ↗Perlzwiebel · ↗perlenbesetzt · ↗perlenförmig · ↗perlengleich · ↗perlenähnlich · ↗perlgrau · ↗perlweiß
 ·  mit ›Perle‹ als Letztglied: ↗Barockperle · ↗Bernsteinperle · ↗Eisperle · ↗Ertragsperle · ↗Glasperle · ↗Japanperle · ↗Liebesperle · ↗Ohrperle · ↗Schaumperle · ↗Schweißperle · ↗Sektperle · ↗Stiftperle · ↗Tauperle · ↗Wasserperle · ↗Zuchtperle
 ·  mit ›Perle‹ als Grundform: ↗perlig
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
schimmerndes, um einen Fremdkörper in Muscheln oder Schnecken durch konzentrische Schichtung gebildetes Kügelchen aus kohlensaurem Kalk, das wegen seiner Farbe und seines Glanzes von hohem Wert ist und als Schmuck verwendet wird
Beispiele:
eine glänzende, schimmernde, bunte, matte, echte, kostbare Perle
eine nachgemachte, falsche, künstliche Perle
eine Perle von reinstem Glanz
eine Kette aus Perlen
Perlen suchen, fischen
nach Perlen tauchen
eine Perle (in Gold) fassen
Perlen auf eine Schnur (auf)fädeln, (auf)reihen, (auf)ziehen
sie trägt, liebt Perlen
imitierte Perlen herstellen
Zähne wie Perlen haben
der Tau funkelt wie Perlen in der Sonne
sprichwörtlich Perlen bedeuten Tränen
[eine Halsbinde] in der eine Nadel mit einer Perle steckte [MoloEin Deutscher315]
bildlich etw. besonders Schönes, Wertvolles
Beispiele:
dieses Tal ist eine Perle der Landschaft
die Balladen Schillers gehören zu den Perlen deutscher Dichtung
umgangssprachlich Perlen vor die Säue werfen (= jmdm. etw. geben, was er nicht zu schätzen weiß)
umgangssprachliches wird dir keine Perle aus der Krone fallen, wenn du diese Arbeit tust (= du wirst dir mit dieser Arbeit nichts vergeben)
2.
umgangssprachlich, scherzhaft jmd., der wertvolle Dienste leistet
Beispiele:
unser Chauffeur, ihre Hausangestellte ist eine Perle
was für eine Perle von Hausfrau sie sein wird [A. ZweigJunge Frau76]
3.
Dinge, die einer Perle äußerlich ähnlich sind
a)
(durchbohrte) Kügelchen aus verschiedenem Material
Beispiele:
Perlen aus Glas, Holz, Bernstein
die schwarzen Perlen des Rosenkranzes
b)
Tropfen, Bläschen
Beispiele:
der Schweiß stand ihm in Perlen auf der Stirn
die aufsteigenden Perlen im Sekt
Karl schwitzt klare Perlen [RemarqueSchwarzer Obelisk402]
c)
Jägersprache unregelmäßige kleine Erhebung an den Stangen der Geweihe, Gehörne
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Perle · Perlmutter · perlen
Perle f. schimmerndes, von Perlmuscheln um einen eingedrungenen Fremdkörper gebildetes Kügelchen aus kohlensaurem Kalk, wegen seiner Farbe und seines Glanzes als hochwertiger Schmuck verwendet, ahd. perala, perula (9. Jh.), mhd. berle, perle, asächs. perula, mnd. perle, mnl. pe(e)rle, parle, nl. parel sind, wie auch ital. span. aprov. perla, frz. perle, Entlehnungen aus dem Lat. Auszugehen ist wohl von lat. perna, eigentlich ‘Hinterkeule’, aber auch (auf Grund äußerer Ähnlichkeit) ‘Art Meeresmuschel’. Dafür eintretendes vlat. *perla (woraus auch mlat. perla, perula, das allerdings kaum vor dem 12./13. Jh. bezeugt ist, also erheblich später als die frühesten oben genannten Entlehnungen) ist seiner Entstehung nach nicht geklärt. Unmittelbar aus perna, indem sich n durch Assimilation an r zu l entwickelt? Oder aus einer Deminutivbildung *pernula? Bildlicher Gebrauch von Perle als Symbol für ‘Schönes, Edles, Wertvolles’ setzt im 16. Jh. ein. Perlmutter f. (früher auch n.), älter Perlenmutter, heute meist gekürzt Perlmutt n. ‘schillernde Innenschicht der Schale von Perlmuscheln oder Seeschnecken’. Spätmhd. berlīnmuoter, Übersetzung von mlat. mater perlarum (vgl. ital. madreperla, frz. mère perle, nl. parelmoer, engl. mother-of-pearl), bezeichnet die Perlmuschel, die gleichsam wie eine Mutter die Perle hervorbringt, sowie die aus dem gleichen Stoff bestehende Innenseite der Muschelschale, die schon im Mittelalter zu Schmuckgegenständen und Einlegearbeiten verarbeitet wird. perlen Vb. ‘leicht, gleichmäßig und schimmernd herabtropfen, fließen, in Form von Perlen hervorkommen, schäumen’ (um 1800); vgl. mhd. berlen, perlen ‘tropfenweise gießen, mit Perlen schmücken, zieren’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Muschelperle · Perle
Synonymgruppe
Glanzstück · ↗Kabinettstück · ↗Kronjuwel · ↗Schmuckstück  ●  ↗Juwel  fig. · Perle  fig. · ↗Schmankerl  österr., bair. · ↗Prachtexemplar  ugs. · ↗Prachtstück  ugs.
Oberbegriffe
Antonyme
  • Perle  fig.
Synonymgruppe
Dienstmädchen · ↗Hausangestellte · ↗Hausdame · ↗Haushälterin · ↗Hausmädchen · ↗Haustochter · Hauswirtschaftshelferin (Ausbildungsberuf) · Hilfskraft im Haushalt · ↗Soubrette (Rollenfach bei Theater und Operette) · ↗Stubenmädchen  ●  ↗Haushaltshilfe  Hauptform · ↗Kammerzofe  veraltet · ↗Minna  veraltet · ↗Zofe  veraltet · ↗Zugehfrau  veraltet · Perle (halb-scherzhaft)  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(eine) Eva · ↗(eine) Sie · ↗Dame · ↗Evastochter · ↗Frauensperson · Vertreterin des schönen Geschlechts · Vertreterin des weiblichen Geschlechts · ↗Weibsbild · weibliche Person · weiblicher Mensch  ●  ↗Frau  Hauptform · ↗Frauenzimmer  veraltet · Person weiblichen Geschlechts  Amtsdeutsch · ↗Weib  veraltend · weibliches Wesen  scherzhaft · ↗Braut  ugs., salopp · ↗Grazie (eingeschränkter Gebrauch)  ugs. · ↗Kalle  derb, Gaunersprache · ↗Lady  ugs., salopp, engl. · ↗Mutti  ugs. · Perle  ugs., regional, salopp · ↗Schnalle  ugs., salopp · ↗Tante  ugs. · ↗Trine  ugs., schimpfwort, selten · ↗Weibsen  ugs., Plural, abwertend, scherzhaft · ↗Weibsperson  ugs. · ↗Weibsstück  derb, abwertend
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Antonyme
  • Perle  ugs., regional, salopp

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auster Brillant Diamant Edelstein Gebetskette Gold Halskette Kette Koralle Muschel Orient Perle Rosenkranz Rubin Saphir Sau Schnur Silberware Smaragd Stickerei aneinanderreihen architektonisch auffädeln aufreihen besticken glitzernd reihen schimmernd unentdeckt verzieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Perle‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn Perlen sind bei Hochzeiten vielerorts auch heute noch tabu.
Der Tagesspiegel, 30.03.2002
Weil die kontaktfreudige Frau dabei kein Blatt vor den Mund nimmt, gilt sie bei den Gästen als die Perle der Anlage.
Süddeutsche Zeitung, 22.09.1998
Die "Perle" war ein prachtvolles Boot von etwa 9 Meter Länge, mit einem hervorragenden Motor.
Luckner, Felix von: Seeteufel, Herford: Kohler 1966 [1921], S. 219
Sie hätte mir also wahrscheinlich nichts übelgenommen, aber über den Verlust der Perle hätte sie sich gewiß gefreut.
Schnitzler, Arthur: Jugend in Wien, Eine Autobiographie. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1918], S. 40070
Die oft mit den höchsten Preisen bezahlten Waren wandern dann sorgfältig verpackt nach Perle.
Kubin, Alfred: Die andere Seite, München: Spangenberg 1990 [1909], S. 13
Zitationshilfe
„Perle“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Perle>, abgerufen am 07.12.2019.

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