Perpetuum mobile, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Perpetuum mobile(s) · Nominativ Plural: Perpetuum mobile/Perpetuum mobiles/Perpetua mobilia · wird meist im Singular verwendet
WorttrennungPer-pe-tu-um mo-bi-le
HerkunftLatein
Ungültige SchreibungPerpetuum Mobile
Rechtschreibregeln§ 55 (3)
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2017

Bedeutungen

1.
(nicht realisierbare) Maschine, die ohne Energiezufuhr dauernd Arbeit leistet
Beispiele:
Eigentlich ist der Wunsch vermessen, ein Perpetuum mobile bauen zu wollen. Eine ewig sich selbst bewegende Maschine zum Antrieb aller anderen Maschinen zu konstruieren, sprengt das menschliche Mass. [Neue Zürcher Zeitung, 09.02.2015]
übertragenDurch diese Eskalationslogik entsteht ein kriegerisches Perpetuum Mobile in dem jeder Terrorakt mit Freiheitseinschränkungen und militärischer Gewalt beantwortet wird, auf die wiederum der nächste Terrorakt folgt. [www.geolitico.de, 21.11.2015]
übertragen […] Ein literarisches Perpetuum mobile ist die autobiografische Realfiktion, wie er [Tomas Espedal] sie in seinen Büchern betreibt. Wer ihm die Maske vom Gesicht reisst, wird nur auf die nächste Maske stossen. [Neue Zürcher Zeitung, 22.08.2015]
Jeder weiß, daß ein Perpetuum mobile nicht funktioniert. [Brussig, Thomas: Helden wie wir, Berlin: Verl. Volk und Welt 1996, S. 255. Zitiert nach: Brussig, Thomas: Helden wie wir, Berlin: Verl. Volk und Welt 1995.]
Den »ersten Hauptsatz« oder das Gesetz von der Erhaltung der Energie kann man in der Form aussprechen: ein Perpetuum mobile ist unmöglich, wenn man darunter eine Maschine versteht, welche Arbeit, oder allgemein Energie aus nichts schaffen soll. [Ostwald, Wilhelm: Lebenslinien. Eine Selbstbiographie, 3 Teile. In: Simons, Oliver (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 – 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004, S. 49713. Zitiert nach: Ostwald, Wilhelm: Lebenslinien, Eine Selbstbiographie, 3 Teile, Berlin: Klasing, 1926/1927.]
2.
Musik Musikstück, das von Anfang bis Ende in gleichmäßig rascher Bewegung, besonders in der Melodiestimme, verläuft
Beispiele:
Erasme Raway schrieb ein Scherzo Caprice für Kl[avier]. (später orchestriert), eine Art Perpetuum mobile, das vielleicht übertrieben lang ist[…]. [Borren, Charles van den: Belgien. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001, S. 6734. Zitiert nach: Borren, Charles van den: Belgien. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Bd. 1, Kassel: Bärenreiter 1951.]
Der Geiger Albert Stössel vom Heß-Quartett spielte Beethovens Romanze in F., Perpetuum mobile von Ries und das Menuett von Beethoven. [Berliner Tageblatt (Abend-Ausgabe), 01.03.1915]
Zitationshilfe
„Perpetuum mobile“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Perpetuum mobile>, abgerufen am 07.12.2019.

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